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Servus Reportage Der Nächste bitte! - Ärztemangel auf dem Land
Sendung vom 20. Februar 2015 | 10:20 | |

Servus Reportage

Der Nächste bitte! - Ärztemangel auf dem Land

Reportage | Österreich 2015

Der Rauriser Sprengelarzt Josef Mühltaler hat nach jahrelanger Suche endlich einen jungen Nachfolger gefunden. Doch er ist ein Einzelfall. Junge Ärzte wollen nicht aufs Land, eine Spezialisierung zum Allgemeinarzt ist für sie nicht attraktiv. Die Mediziner-Generation Y stellt das Gesundheitssystem vor ernsthafte Probleme.

Wer künftig aufs Land zieht, sollte besser nicht nur fragen, ob es dort einen Kindergarten und ein Lebensmittelgeschäft gibt, sondern auch, wie es um die medizinische Versorgung bestellt ist. Denn zahlreiche Gemeinden werden bald keinen Hausarzt mehr haben. Vor allem auf dem Land bedeutet das weite Strecken Fahrt zum nächsten Arzt und lange Wartezeiten. Denn Hausärzte sind vom Aussterben bedroht.

Die Reportage gibt exklusive Einblicke in die Arbeit der Landärzte und zeigt, was es wirklich bedeutet, seine Patienten von klein auf zu kennen und für sie da zu sein. Der Film zeigt aber auch Bemühungen und neueste Entwicklung in der Ausbildung von Ärzten, die den Beruf des Hausarztes wieder attraktiv machen sollen.

Weiterführende Infos zum Thema:

Prekär die Situation in Großarl: Zwei Landärzte kümmern sich um 4.000 Bewohner und die Urlauber, immerhin 700.000 Nächtigungen pro Jahr. "Oft habe ich nachts kaum geschlafen und muss am nächsten Tag in der Ordination stehen", so Dr. Harald Kürsten, der bis zu 15 Nachtdienste im Monat ableisten musste. Inzwischen hat der 62-Jährige die Notbremse gezogen: "Meine Frau hat mich kaum wiedererkannt, die Kinder haben unter meinem Dauereinsatz gelitten". Jetzt leistet Dr. Kürsten nur noch sechs Dienste im Monat, und Großarl ist jede dritte Nacht ohne Versorgung durch einen Allgemeinarzt. Und: Das Problem wird sich verschärfen. Denn beide Allgemeinmediziner im Tal sind über 60. Nachfolger verzweifelt gesucht.

Inwieweit die 2015 in Kraft tretende Ausbildungsreform dem Nachwuchsmangel gegensteuern kann ist fraglich. Zwar muss jeder Medizinstudent nach seiner Ausbildung zum Allgemeinarzt nun sechs Monate in einer Hausarztpraxis arbeiten. Doch Experten wie der Sprecher der Salzburger Ärztekammer Dr. Christoph Fürthauer halten das für zu kurz. Und wie diese Lehrpraxis finanziert werden soll ist auch völlig ungewiss.

Letztendlich findet ein gesellschaftlicher Wertewandel statt. Junge Mediziner wollen sich nicht mehr völlig für den Beruf aufopfern. Statt 70 Wochenstunden und Nachtdiensten sind Teilzeitmodelle gefragt.

Auch in Deutschland spitzt sich der Mangel an Landärzten zu. Viele Gemeinden suchen händeringend einen Arzt. Im fränkischen Schnelldorf beispielsweise ist die Arztstelle seit drei Jahren verwaist. Die Gemeinde bietet einem Arzt eine Praxis in einem liebevoll renovierten Altbau, vier Zimmer für 350 Euro. Zig Anzeigen hat Bürgermeisterin Christine Freier geschaltet: "Die Resonanz ist null". Jetzt fordern viele deutsche Mediziner zusätzliche finanzielle Anreize für Landärzte. Dr. Wechsler aus Spalt: "Wir brauchen eine Buschzulage, um das Land für den Nachwuchs wieder attraktiv zu machen."

Der Landarztmangel treibt zum Teil skurrile Blüten: 1999 musste Dr. Gottfried Hagitte als Arzt in Bischofsheim aufhören, da er das 70. Lebensjahr erreicht hatte. Doch nach elf Jahren im Ruhestand erkrankte sein Nachfolger, ein Ersatz war nicht zu bekommen und so praktiziert der nun 84-Jährige wieder in seiner alten Praxis. "Ich hoffe mit 86 endgültig in den Ruhestand zu kommen", so Deutschlands ältester Landarzt, "aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt."

Der Rauriser Sprengelarzt Josef Mühltaler hat nach jahrelanger Suche endlich einen jungen Nachfolger gefunden. Doch er ist ein Einzelfall. Junge Ärzte wollen nicht aufs Land, eine Spezialisierung zum Allgemeinarzt ist für sie nicht attraktiv. Die Mediziner-Generation Y stellt das Gesundheitssystem vor ernsthafte Probleme.

Wer künftig aufs Land zieht, sollte besser nicht nur fragen, ob es dort einen Kindergarten und ein Lebensmittelgeschäft gibt, sondern auch, wie es um die medizinische Versorgung bestellt ist. Denn zahlreiche Gemeinden werden bald keinen Hausarzt mehr haben. Vor allem auf dem Land bedeutet das weite Strecken Fahrt zum nächsten Arzt und lange Wartezeiten. Denn Hausärzte sind vom Aussterben bedroht.

Die Reportage gibt exklusive Einblicke in die Arbeit der Landärzte und zeigt, was es wirklich bedeutet, seine Patienten von klein auf zu kennen und für sie da zu sein. Der Film zeigt aber auch Bemühungen und neueste Entwicklung in der Ausbildung von Ärzten, die den Beruf des Hausarztes wieder attraktiv machen sollen.

Weiterführende Infos zum Thema:

Prekär die Situation in Großarl: Zwei Landärzte kümmern sich um 4.000 Bewohner und die Urlauber, immerhin 700.000 Nächtigungen pro Jahr. "Oft habe ich nachts kaum geschlafen und muss am nächsten Tag in der Ordination stehen", so Dr. Harald Kürsten, der bis zu 15 Nachtdienste im Monat ableisten musste. Inzwischen hat der 62-Jährige die Notbremse gezogen: "Meine Frau hat mich kaum wiedererkannt, die Kinder haben unter meinem Dauereinsatz gelitten". Jetzt leistet Dr. Kürsten nur noch sechs Dienste im Monat, und Großarl ist jede dritte Nacht ohne Versorgung durch einen Allgemeinarzt. Und: Das Problem wird sich verschärfen. Denn beide Allgemeinmediziner im Tal sind über 60. Nachfolger verzweifelt gesucht.

Inwieweit die 2015 in Kraft tretende Ausbildungsreform dem Nachwuchsmangel gegensteuern kann ist fraglich. Zwar muss jeder Medizinstudent nach seiner Ausbildung zum Allgemeinarzt nun sechs Monate in einer Hausarztpraxis arbeiten. Doch Experten wie der Sprecher der Salzburger Ärztekammer Dr. Christoph Fürthauer halten das für zu kurz. Und wie diese Lehrpraxis finanziert werden soll ist auch völlig ungewiss.

Letztendlich findet ein gesellschaftlicher Wertewandel statt. Junge Mediziner wollen sich nicht mehr völlig für den Beruf aufopfern. Statt 70 Wochenstunden und Nachtdiensten sind Teilzeitmodelle gefragt.

Auch in Deutschland spitzt sich der Mangel an Landärzten zu. Viele Gemeinden suchen händeringend einen Arzt. Im fränkischen Schnelldorf beispielsweise ist die Arztstelle seit drei Jahren verwaist. Die Gemeinde bietet einem Arzt eine Praxis in einem liebevoll renovierten Altbau, vier Zimmer für 350 Euro. Zig Anzeigen hat Bürgermeisterin Christine Freier geschaltet: "Die Resonanz ist null". Jetzt fordern viele deutsche Mediziner zusätzliche finanzielle Anreize für Landärzte. Dr. Wechsler aus Spalt: "Wir brauchen eine Buschzulage, um das Land für den Nachwuchs wieder attraktiv zu machen."

Der Landarztmangel treibt zum Teil skurrile Blüten: 1999 musste Dr. Gottfried Hagitte als Arzt in Bischofsheim aufhören, da er das 70. Lebensjahr erreicht hatte. Doch nach elf Jahren im Ruhestand erkrankte sein Nachfolger, ein Ersatz war nicht zu bekommen und so praktiziert der nun 84-Jährige wieder in seiner alten Praxis. "Ich hoffe mit 86 endgültig in den Ruhestand zu kommen", so Deutschlands ältester Landarzt, "aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt."



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