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Servus Reportage - Erben oder streiten? Der letzte Wille bei ServusTV
Testament

Erben oder streiten? Der letzte Wille

Top Fakten und Tücken zum Thema Erben - das muss man wissen!


Bei der Nachlassregelung Ihrer Eltern, Partner oder Geschwister gibt es viel zu beachten, denn fast jeder von uns erbt irgendwann oder möchte etwas vererben. 50 Prozent der jungen Generation bis Anfang 40 wird in Österreich und Deutschland in den nächsten Jahren erben.
Doch die folgende Statistik zeigt, dass dieses Thema in unserer Gesellschaft noch viel Aufklärung benötigt:

Statistik Erben

Damit Sie kein Fall für diese Statistik werden, erfahren Sie hier die wichtigsten Fakten zum Thema Erben und was man dabei beachten sollte. Hinweis: Kein Anspruch auf Vollständigkeit - Dieser Online Service bietet Informationen rund um das Thema Erben. Eine Rechtsberatung kann dadurch nicht ersetzt werden.


Was beachten beim Testament?

400 Milliarden Euro  

#) das ist die geschätzte Zahl in Österreich, die pro Jahr vererbt wird.

#) das ist nur ein Sechstel des Vererbungsvolumens in Deutschland (2,5 Billionen).

Wie wird vererbt?

  • Wenn ein Testament existiert, per Testament.
  • Wenn kein Testament existiert, greift die gesetzliche Erbfolge. Gesetzliche Erbfolge bedeutet:
    • Ehegatten in Österreich erben ein Drittel, Kinder zwei Drittel.
    • In Deutschland erben beide je die Hälfte.

Die Furcht vor dem Testament

Wer sein Erbe individuell regeln möchte, muss zwingend ein eigenes Testament machen. Dieses Thema scheint für viele Menschen schwierig handelbar zu sein, denn zwei Drittel aller Österreicher und Deutschen haben laut Umfragen jedoch kein oder kein gültiges Testament.

Warum fürchten wir uns davor, den letzten Willen zu regeln und wie können wir das überwinden?

Tabuthema - Dr. Peter Hofmann

VIDEO: Tabu-Testament

Gerichts-Gutachter und Neuropsychologe Prof. Peter Hofmann aus Graz erklärt, warum das Testament ein Tabuthema ist. 

"Fehler sind nützlich, aber nur, wenn man sie schnell findet." 
(John Maynard Keynes)

Schell-Check - Testament

 

Tresor oder Notar?

  • Ein Testament ist formal dann korrekt, wenn es komplett per Hand geschrieben und mit Datum und Ort versehen ist. Die Unterschrift muss eigenhändig, lesbar und identifizierbar sein.

    • Wenn es unabhängige Zeugen bestätigen sollen, dann sind in Österreich drei nötig, in Deutschland, zwei.

  • Ein Testament kann, muss aber nicht beim Notar gemacht oder hinterlegt werden. Die sichere Verwahrung sollte eine Vertrauensperson übernehmen, die nichts mit dem Erbe zu tun hat.
    • In Österreich kann bei der Österreichischen Notariatskammer für eine Gebühr von 100 Euro ein selbstverfasstes Testament hinterlegt werden.
    • In Deutschland erfolgt das beim Nachlassgericht gegen eine Gebühr von pauschal 75 Euro.

"Der Notar ist der weltliche Beichtvater." 
(Karl Marx)


Erbrecht

Wer Recht hat erbt ... oder auch nicht - Wissenswertes zum "Erbrecht"

Für Österreicher gilt:

  • Erbschaften und Schenkungen sind bis auf wenige Ausnahmen steuerfrei.
  • Die Rechtsordnung wird nach der Staatsangehörigkeit des Erblassers bestimmt.
  • Bei Doppelstaatlern hat die österreichische Staatsangehörigkeit Vorrang.

Für Deutsche gilt:

  • Ehepartner Freibetrag: 500.000 Euro
  • Kinder Freibetrag: 400.000 Euro
  • Freibetrag für nahe Verwandte und familienfremde Personen: 20.000 Euro
Erbrecht - Deutschland

 

Ist mein Testament gültig?

Laut EU-Erbrechtsverordnung gilt im Erbfall nicht das Recht des Staates, aus dem der Verstorbene kommt, sondern das Landesrecht seines letzten dauerhaften Wohnsitzes. Befindet sich zu vererbender Besitz im Ausland, kann ein anderes Recht gelten. 
Testamente sind daher gültig, wenn sie einer der folgenden Rechtsordnungen entsprechen:

  • Dem Recht des Landes, dessen Staatsangehöriger der Erblasser bei Testamentserstellung oder bei seinem Tode war und /oder in dem er seinen festen Wohnsitz hatte.
  • Dem Recht des Landes, in dem sich Immobilien befinden, soweit ein Testament diese betrifft.

Situation "Grenzfall"

In Süddeutschland spielt österreichisches Erbrecht für die Gestaltungspraxis eine wichtige Rolle: Viele Österreicher leben in Deutschland, noch mehr Deutsche haben Ferienimmobilien oder sogar ihren Altersruhesitz in Österreich.


Erbe unter Geschwistern

Die Immobilie - Herzstück der Familie mutiert zum Kampfschauplatz:

Die Immobilie - erben

 

Dr. Peter Fiedler streitet mit seiner Schwester ums Erbe.

Fiedler - Erben

 

Beispiel: Der Streit zwischen Peter Fiedler und seiner Schwester

Ein relativ typischer Fall ist folgender: Der gebürtige Österreicher Dr. Peter Fiedler (Foto) ist Wirtschaftsjurist und lebt in Süddeutschland. Die Mutter wollte in ihrem Testament alles richtig machen und keines ihrer beiden Kinder benachteiligen.

Sie hinterlässt das Elternhaus in Wien mit einer Wohnfläche von rund 850 Quadratmetern zu gleichen Teilen Peter Fiedler und seiner Schwester. Doch bei näherer Betrachtung ergibt sich eine Differenz von 51 qm Fläche, um deren Wert sich die beiden streiten. Warum? Dr. Alexander Hofmann klärt in den folgenden drei Videos dazu auf:



Erbe in Patchwork-Familien

Wir haben uns alle lieb... - Erbe in Patchwork-Familien

Lebenspartnern ohne Trauschein oder mehreren etwas vererben

Besonders bei unverheirateten Paaren lauert die Gefahr, am Ende mit Nichts dazustehen. Aber auch mit Trauschein muss überlegt gehandelt werden - Patchwork-Familien sind eine Konstellation, die sich immer mehr etabliert, seit in Städten jede zweite Ehe und auf dem Land jede dritte geschieden wird. 

Für ein Testament gilt es, die oft vielschichtigen Familiengeflechte zu berücksichtigen. Welche Probleme lauern hier? Wer hat rechtlich Vorrang vor wem?

Katrin Wille streitet um eine Doppelhaushälfte inkl. Hausrat.

 

Beispiel: Der Streit zwischen Katrin Wille und den Kindern ihres Partners

Katrin Wille (Foto) ist 45 und hat zwei Töchter aus einer vorherigen Beziehung. Ihr Freund Timo, 41 Jahre, macht ihr nach über 10 Jahren Partnerschaft einen Heiratsantrag. Auch er bringt zwei Kinder in die neue Lebensgemeinschaft mit. Katrin Wille besitzt eine Doppelhaushälfte und will sich mit ihrem zukünftigen Mann den Besitz teilen.

Alles ist vertraglich von einem Notar bis zum Grundbucheintrag geregelt, als Timo mit nur 41 Jahren plötzlich stirbt. Er hat kein Testament und das Paar ist noch nicht verheiratet - seine gesetzlichen Erben sind seine beiden Töchter. Diese haben jetzt Anspruch auf die halbe Doppelhaus-Hälfte von Katrin Wille.

Roglmaier Absicherung - unverheiratete Paare - Video

VIDEO: Absicherung unverheirateter Paare

Erbrechtsexpertin Rechtsanwältin Julia Roglmeier erklärt, was es bei gemeinsamem Immobilienbesitz nicht verheirateter Paare zu beachten gilt.

Vier Säulen der optimalen Absicherung - Erben

Erbschleicher

"Wo Aas ist, da sammeln sich die Geier"

Verdacht auf Erbschleicherei

Nirgendwo sonst sind die rechtlichen und emotionalen Fallstricke so dicht verwoben wie beim Erbrecht. Nur jeder Fünfte hat tatsächlich ein Testament. Doch da viele Menschen dieses Testament nach ihrem privaten Empfinden entwerfen, sind 50% aller Dokumente fehlerhaft oder ungültig, schätzen Experten. Missbrauch wird so leicht gemacht, vor allem, wenn Menschen in einem Betreuungsverhältnis stehen oder im Alter eine gewisse Gutgläubigkeit entwickeln. 

Gerichts-Gutachter und Neuropsychologe Prof. Peter Hofmann gibt im folgenden Video einen Einblick zu einer solchen Situation. Zudem wird in einem weiteren Video ein Test zur Überprüfung der Testierfähigkeit vorgestellt.



Weitere Infos

Über diese Links zu Experten und weiterführenden Webseiten erfahren Sie z.B., wo Sie einen Mini-Mental-Status Test durchführen lassen können, welche Institutionen diese Tests anbieten, was ist zu tun, wenn gemeinsam eine Immobilie geerbt wird oder es kein Testament gibt.
(Hinweis: Kein Anspruch auf Vollständigkeit - Die Red Bull Media House GmbH übernimmt keine Haftung für die Inhalte externer Links).

Experten

Die Experten aus der Sendung finden Sie über die folgenden Links:

  • Universitäts-Professor Christian Rabl, Experte für Erbrecht

www.kosch-partner.at

  • Psychologin und Juristin Prof. Dr. Dr. Rotraut Perner

www.perner.info

  • Prof. Peter Hofmann, Neuropsychologe

www.gerichtspsychiater.at
www.emotionale-fitness.at
E-Mail: hofmannp@aon.at

  • Julia Roglmeier, Fachanwältin für Erbrecht
    (hier auch Stichwortregister „Erbrecht von A-Z“)

www.roglmeier-demirci.de

  

Weiterführende Links

  • Allgemeine Erklärungen zum Thema Erben:

www.erbrechtsforum.de/erbrechtstipps.html

www.erbrecht.de/Ratsuchende

  • Vergleiche zwischen dem österreichischen und dem deutschen Erbrecht:

www.erbrecht-ratgeber.de/erbrecht/internationales-erbrecht/oesterreich.html

  • Allgemein erklärte Stichpunkte zu allen wichtigen Fragen des Erbrechts:

www.rechteinfach.at/erbrecht/

  • Informationen zur Mediation im Erbrecht, Zusammenschluss deutscher Mediatoren

www.erbrechtsmediation.info

  • Deutsch-Österreichische Juristen-Vereinigung mit Links zur Behördenstruktur etc.

www.doejev.de




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