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Andreas Jäger

 
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Andreas Jäger

Scientia potentia est - Wissenswert & W wie Wetter

In "Scientia potentia est - Wissenswert" (Montag, 19:45 Uhr zur Sendungsseite >>) greift Andreas Jäger spannende Wissensfragen auf und erklärt vermeintlich Kompliziertes auf spannende verständliche Art.

Rückenwind, der Ruf der Wildnis und des Rampenlichts
   
Aufgewachsen bin ich in den Siebzigern am Berg in der Hohenemser-Reute in Vorarlberg. Meine erste Lektion: alles, was mit dem Fahrrad so hui bergab geht, muss nachher wieder mühsam erstrampelt werden. Wohl oder übel kurbelte ich mir damals meine Leidenschaft fürs Mountainbiken an.

In der Hauptschule Hohenems wollte es der Zufall, dass ich mit Lehrer Fenkart den für mich genialsten Geographielehrer aller Zeiten genießen durfte. Unvergesslich für mich, wie er uns beibrachte, zu welcher Tageszeit man mit Rückenwind zum Bodensee radeln kann und zu welcher Tageszeit mit Rückenwind wieder zurück. Das war auch gleichzeitig der Beginn der Inkubationszeit mit dem Meteorologie-Virus.

An der Uni stolperte ich dann beinahe zufällig in die „Wetterbesprechung“ in der Alten Villa am Institut für Meteorologie und Geophysik der Universität Innsbruck. Ein familiärer Kreis von Studenten und Dozenten debattierte leidenschaftlich über das Wetter des kommenden Tages. Institutsvorstand Prof. Pichler tauchte im Diskussionsrausch versehentlich die Daumenspitze in die heiße Teetasse. Ich war begeistert! Das war der Ausdruck des Meteorologie-Virus, der in uns allen Wetterfröschen steckt.

Eine meiner wichtigsten Lektionen bekam ich zu der Zeit allerdings bei einem Ferialjob für die Vorarlberger Wildbachverbauung. Wir arbeiteten auf 1500m Seehöhe in unwegsamen Gelände: immer abwechselnd pickelte einer, danach schaufelte ein anderer und danach schwitzte wieder ein anderer an der Schubkarre. So bewegten wir unermüdlich hunderte Festmeter Erde und Steine – durch echte Teamarbeit und mit wohl dosierten Pausen um 10 Stunden durchzustehen.

Nach dem Studium arbeitete ich auf der Uni an spannenden Projekten. Quasi autistisch forschend schien ich für die Welt verloren, bis völlig unerwartet der damalige ORF-Wetterchef Carl Michael Belcredi in Wien einen Wettermann suchte und ich beim ORF einstieg. Nachdem ich vorerst Wetterberichte im Hintergrund machte, marschierte 1995 die damalige Chefin von „Willkommen Österreich“ mehr zufällig durch die Wetterredaktion. Ihr gefiel meine Nase und sie engagierte mich als Wettermoderator. Schon wenige Jahre danach verfiel ich ö3 - um nach über 6 Jahren Tagwache um 3:15 Uhr im Juni 2003 mit schweren olympischen Ringen unter den Augen in die ö3-Wecker Frühpension zu gehen.

Nach einer kurzen Erhohlungsphase, bei der ich meiner Tochter vornehmlich beim Wachsen zusah - was für ein cooler Job, wirklich - krempelte ich wieder die Ärmel hoch und errichtete von der grünen Wiese weg eine professionelle Wetterredaktion für ATV. So lange, bis mich der Ruf der Wildnis erreilte und ich wieder dort arbeitete, wo ein Meteorologe noch Meteorologe sein darf:  bei der „Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik“ auf der berühmte Hohen Warte.

Im Herbst 2009 erreichte mich dann ein aufregendes Angebot, das ich nicht ablehnen konnte: Ich sollte für den neuen Qualitätssender ServusTV eine hochwertige Wissenschaftssendung namens „Scientia potentia est“ moderieren und eine Wetterreportage machen, für die ich den gesamten Alpen-Donau-Adria-Raum bereisen durfte. Nach kurzem Überlegen, wurde mir klar: ganz genau die zwei Sendungen, die ich immer machen wollte ...



Andreas Jäger im Word-Rap

In meiner Freizeit… liebe ich es nachzudenken und zu fantasieren. Aber das liebe ich eigenltich auch in meiner Arbeit …

Als Kind wollte ich… immer Erfinder werden. Woraus nichts geworden ist.

Heimat ist für mich… das Gewohnte. Um das Ungewöhnliche zu erreichen, muss man im Gewohnten ruhen.

Von „A nach B“ kommt man am besten… zu Fuß, mit dem Fahrrad, oder mit dem Zug – in dieser Reihenfolge. Auto nur, wenn es nicht anders geht.

Laut lachen musste ich zuletzt… als ich auf der Suche nach einem Abschlepphaken „Abschlep-Pöse“ in einem Autohandbuch las. Bis man mich darauf aufwerksam machte, dass „Abschlepp-Öse“ gemeint war.

Einen Sonntagnachmittag verbringe ich…  - am liebsten gar nicht. Das ist der unnötigste Nachmittag der ganzen Woche.

Meine größte Stärke ist… ein universelles Interesse für eigentlich eh alles. Weil, nichts ist zufällig und alles bemerkenswert.

Erstellt: 06.06.12, Letzte Änderung: 02.04.13