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Garten- und Pflanzenkunde

 

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Garten- und Pflanzenkunde

Landträume - Europas schönste Landschaften und Gärten

Kommen Sie mit ServusTV auf eine Reise durch Europas eindrucksvollste Landschaften und Gärten. Hier finden Sie gesammelt alle Infos der einzelnen Folgen zur "Garten- und Pflanzenkunde".

Andalusien


Die Carmenes in Granada
Im Herzen Granadas, gegenüber der Alhambra befindet sich das Altstadtviertel Albaicín. Die Ursprünge dieses Stadtteils gehen auf die maurische Zeit Spaniens zurück. Mit zahlreichen schmalen, verwinkelten Gassen, weiß gekalkten Häusern und malerischen Plätzen besitzt es einen eigenen träumerischen Charme und gehört zum UNESCO Weltkulturerbe.

Obwohl die Gärten des Albaicín - die so genannten "Carmenes" – sehr berühmt sind, kommt kaum ein Tourist oder Besucher in den Genuss, einen solchen zu sehen. Die Carmenes – Gärten arabischen Ursprungs - kann man von außen nur vermuten, versteckt hinter hohen Steinmauern und schweren Holztüren mit Eisenverschlüssen. Die Privatsphäre und Abgeschiedenheit vom Stadtleben ist ein wesentlicher Bestandteil der arabisch-islamischen Gartenstruktur. Innerhalb dieser Privatsphäre soll sich der Besitzer entspannen können und seine Sinne schärfen. Gemüse, Zierpflanzen und aromatische Pflanzen wie Rosen, Lilien, Nelken oder Jasmin werden so angelegt, dass das ganze Jahr über mindestens eine Pflanze blüht oder ihren Duft verbreitet. Wasserspiele sorgen für Abkühlung und Feuchtigkeit in der Hitze des Sommers. Und wie alle arabisch-islamischen Gärten sollen die Carmenes das himmlische Paradies auf Erden widerspiegeln. Das Quadrat repräsentiert dabei das Leben oder die Materie, der Kreis den Himmel.

Concha Campuzzano bewohnt einen solchen Garten. Obwohl die Carmenes denkmalgeschützt sind und in ihren Grundzügen nicht verändert werden dürfen, erfordert allein der Erhalt des Status Quo viel Aufwand und Zeit. Durch das ex-tremes Klima Granadas müssen die Pflanzen im Winter vor Kälte und im Sommer vor der brütenden Hitze geschützt werden. Auch der Erhalt der traditionellen andalusischen Kacheln, die in den Gärten verbaut sind, benötigt Fachleute und spezielle Materialien. Dennoch: So mancher würde ein kleines Vermögen geben, um einen Carmen zu erwerben.

Bretagne


Das Wasser ist das beherrschende Element der Bretagne. Vom Atlantik her wehen raue und kalte Winde über das Meer ins Land. Regnet es, dann ist es als würde der Himmel sämtliche Schleusen öffnen. Im Frühjahr und Sommer setzt sich nach einem Tief schnell die Sonne wieder durch. Der Golfstrom verhindert, dass sich das Meer im Winter unter neun Grad abkühlt, so dass auch im Hinterland selten Frost herrscht. Viel Wasser und ein mildes Klima führen dazu, dass eine reiche und bunte Pflanzenwelt überall in der Bretagne gedeihen – an den Küsten wie im Innenland.Zahlreiche Ziergewächse wachsen in den Gärten, so Alpen- und Heckenrosen, Mimosen, Myrten, Agaven, aber auch Palmen, Oleander, Zypressen und Wacholder. In den Salzwiesen und der Moorlandschaft der Brière im Südosten der Bretagne, gedeihen Riedgräser, gelbe Schwertlilie, Wollgras, der insektenfressende Sonnentau und Binsen. Sie alle haben sich den dort herrschenden Lebensbedingungen angepasst.

Galicien


Galicien liegt im äußersten Nordwesten Spaniens. Es gliedert sich in die vier Provinzen A Coruña, Lugo, Ourense und Pontevedra. Die Gebirgszüge der Cordillera Cantábrica schotten die Region vom Rest des Landes ab. Der nördliche Teil Galiciens gilt mit bis zu 150 Regentagen im Jahr als die regenreichste Region des Spaniens. Besonders in den Wintermonaten regnet es viel. Im Sommer kann es sehr warm werden. Der nahe Atlantik beschert ein mildes Klima. So herrschen optimale Bedingungen für ein reiches Pflanzenwachstum – dies hat der Region auch den Namen „Galicia verde“ eingebracht. Das grüne Galicien.Die Naturräume Galiciens erinnern eher an Irland oder an die Bretagne als an Spanien. Die bergige Landschaft ist geprägt von satten grünen Wiesen, kleinen Feldern und dichten Wäldern aus Eukalyptus, Eichen, Pinien, Kiefern und Kastanien. Nordspaniens Vegetation präsentiert sich in weiten Teilen eher mitteleuropäisch als mediterran. Ab 600 v. Chr. besiedeln die die keltischen Galläker diesen Landstrich, deren Erbe ist bis in die heutige Zeit spürbar ist. So wird die traditionelle galicische Musik von der „gaita“ bestimmt, der galicischen Variante des Dudelsacks. Die Stadt Santiago de Compostela ist das Ziel Jakobsweges, benannt nach dem Apostel Jakobus. Sein Grab ist das Ziel vieler Pilger und Touristen, die Jahr für Jahr den Jakobsweg beschreiten.

Lüneburger Heide


Im August, wenn die Heide blüht, sehen die weiten Flächen der Lüneburger Heide aus wie ein einziger, großer Garten. Die Besenheide Calluna Vulgaris taucht die Sandböden in ein zartes Violett. Dazwischen wachsen Wacholder, Heidelbeeren, Flechte und zähe Gräser, vereinzelt auch Kiefern und Birken. Andernorts finden sich in den Mooren der Region vom Aussterben bedrohte Pflanzen wie der Lungenenzian, die Moorlilie oder das Torfmoosknabenkraut. Doch diese schönste Zeit in der Heide kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Lüneburger Heide eine sehr anspruchsvolle Gartenregion ist. Die Böden sind sandig und trocken oder moorig und sauer. In diesen Extremen haben die Heidebauern über Jahrhunderte versucht, den leichten Böden reichere Ernte zu entlocken. Doch Techniken wie das Plaggen, dem Abtrag der obersten Ackerschicht, die mit Schafskot vermengt als Dünger neu ausgebracht wird, führten vor allem zu einer Ausweitung der Heideflächen. Aufgrund der armen Böden kann die Lüneburger Heide nicht auf eine lange Tradition prunkvoller Gärten zurückblicken. Erst mit der Industrialisierung wurden neben den so genannten „Kohlgärten“, die Gärten für Nutz-, Heil- und Färberpflanzen, die bis dahin am Ortsrand lagen, auch hausnahe Gärten und Parks angelegt.

Madeira


Nur die wenigsten Pflanzen, die heute auf Madeira wachsen, sind hier heimisch. In vielen Fällen wurden die Samen aus Südafrika, Asien, Mittel-oder Südamerika mit Schiffen eingeschleppt. Heute versorgen „levadas“, künstlich angelegte Kanäle, die gesamte Insel mit Wasser. Madeiras Pflanzen gedeihen im subtropischen Klima ganzjährig. Sowohl an den Küsten als auch im bergigen Inland wachsen Exoten wie afrikanische Liebesblumen, Araukarien, Palmen, indisches Blumenrohr oder Drachenbäume. Über die Jahrhunderte hinweg hat sich auf Madeira eine ausgepägte Gartenkultur entwickelt. Vor allem die Engländer pflegten in den Landhäusern, den „Quintas“, ihren Lebensstil mit prachtvollen Gärten.

Schleswig-Holstein


Der erste Barockgarten Mitteleuropas entstand in Schleswig, das im 17. Jahrhundert ein Machtzentrum war. Der Neuwerkgarten von Schloss Gottdorf wird seit einigen Jahren wieder rekonstruiert. Es gibt in der Region jedoch viele weitere Gärten und Parks, die auf ausgearbeiteten Routen präsentiert werden. Jede Gartenroute hat ihr besonderes Thema. Im Kreis Stormarn, bei Hamburg, finden sich viele Schloss- und Herrenhausgärten mit imposanten Parkanlagen und altem Baumbestand. Rund um Pinneberg ist Europas größtes Anbaugebiet für Gehölze. In den Schaugärten zeigt sich die alte Baumschulkultur der Region. Und entlang der Schlei, in Angeln, laden vor allem üppige Bauerngärten oder alte Friedhöfe zum Besichtigen ein.

Internet:
www.gartenrouten-sh.de


Anders als bei den Gartenrouten stehen bei der Aktion “Offener Garten“ die Privatgärten im Vordergrund. Die Initiative stammt aus England und wurde zu Beginn der 1990er Jahre zunächst in Norddeutschland aufgegriffen. Jedes Jahr vergrößert sich die Zahl der Teilnehmer, die ihr grünes Reich präsentieren und sich mit anderen Gartenliebhabern austauschen möchten. In Schleswig-Holstein öffnen mittlerweile fast 300 Gartenbesitzer ihre Pforten – traditionell wird am dritten Juniwochenende eingeladen.

Internet:
www.offenergarten.de

Seeland


Die in dieser Folge der Landträume dargestellten Gärten auf Seeland sind vielgestaltig und einladend. Stellvertretend hier einige Portraits ihrer schönsten Pflanzen:


Phlomis russeliana
Das Brandkraut wird ungefähr 1m - 1,5 m hoch und ist eine mehrjährige, sehr winterharte Staude. Sie stammt aus dem Mittelmeerraum (Türkei). Am schönsten kommt sie in einem gemischten Staudenbeet zur Geltung, gern auch am Gehölzrand, solange der Standort sonnig ist. Sie blüht zwischen Juni und September und fühlt sich in jedem normalen, durchlässigen Gartenboden wohl. Unterdrückt Unkraut!

Trifolium ochroleucon
Diese bis ca. 50 cm hohe, seltene Staude hat schöne cremeweiße Klee-Blüten und wächst in jedem normalen Gartenboden an sonnigen bis halbschattigen Standorten. Sie blüht lange zwischen Juni und Juli, lockt Bienen und Schmetterlinge an und ist winterhart.

Lilium martagon
Die winterharte Türkenbundlilie gehört zu den in Mitteleuropa vorkommenden Lilien. Sie sieht schön zwischen Sträuchern aus, zwischen Gräsern oder in waldähnlichen Situationen. Allerdings immer darauf achten, dass die Standorte sonnig genug sind. Sie wird ungefähr 70 cm hoch und blüht zwischen Juni und Juli. Sie duftet stark, besonders am Abend, und lockt Insekten an.

Agapanthus
Schmucklilien bereichern den hochsommerlichen Garten mit ihren wundervoll kugeligen weißen oder blauen Blüten. Die Pflanzen bilden Horste mit aufrechten Stengeln. Die Sorten, die schmale Blätter haben, sind halbwinterhart, solche mit breiten Blättern sind frostempfindlich. Oft werden Agapanthus deshalb in Töpfen kultiviert, doch auch ausgepflanzt in sonnigen Staudenbeeten sehen sie umwerfend aus. Ihre Höhe kann je nach Sorte variieren. Sie braucht gut durchlässige, feuchte Böden und einen warmen, sonnigen Standort.

Småland


Die klimatischen Bedingungen für die Kultivierung von Pflanzen und Gärten sind regional zum Teil ein wenig überraschend. Denn Småland liegt zwar im verhältnismäßig milden Süden Schwedens, im bis zu 370 m hohen, hügeligen småländischen Hochland im Norden der Provinz kann es im Winter jedoch empfindlich kalt werden, in Extremfällen bis zu -29 Grad und mehr.
Hinzu kommen entsprechende Schneemengen. Nach Süden und zur Küste hin wird das Land allerdings deutlich flacher und läuft in einen Schärengarten aus; hier ist es im Winter auch weniger kalt.
Der skandinavische Sommer ist in Småland einladend: Temperaturen deutlich über 20 Grad werden durchaus erreicht, und für skandinavische Verhältnisse ist es hier mitunter auch recht trocken. Die Böden sind zumeist nährstoffarm und vor allem sehr steinig; ein Relikt aus der letzten Eiszeit.Gärtnerisch hat Småland heute vor allem Schaugärten um Carl von Linné in Råshult zu bieten und man findet Zentren, die sich mit der Kultivierung von Obst oder dem ökologischen Gärtnern beschäftigen. Zudem gibt es mehr und mehr private Gartenliebhaber, die ihr grünes Reich engagiert mit dem bepflanzen, was die mitunter rauen klimatischen Verhältnisse zulassen, und diese Gärten öffnen die Besitzer auch zunehmend anderen Gartenbegeisterten.

Pflanzen... bei John Blontrock und Marc van Beek:

Stangenbohnen

Bohnen sind nicht besonders anspruchsvoll, wenn es um den richtigen Gartenboden geht. Generell mögen sie eher sandige Böden, die sich im Frühling schnell erwärmen; ein hoher Humusgehalt trägt auch zum guten Wachstum der Pflanzen bei. Bei der Aussaat sollte man darauf achten, die Samen recht flach zu säen und den Aussaattermin nicht zu früh im Jahr anzusetzen weil die Bohnen sehr frostempfindlich sind. Außerdem sollte man beachten, dass Stangenbohnen sehr windempfindlich sind. Wo es sehr stürmisch ist, macht es oft mehr Sinn, Buschbohnen anzubauen.
Bohnen mögen übrigens keinen zu sauren Gartenboden; im Herbst vor der Pflanzung bei Bedarf gern den Boden kalken. Eine Stickstoffdüngung ist nicht nötig, wenn der Boden für die Vorjahressaison mit Mist versorgt wurde. Ausreichend Feuchtigkeit fördert eine gute Ernte!


Marianna Agetorp: Rosa „Flammentanz“
Flammentanz ist eine sehr frostharte rote Ramblerrose (gezüchtet von Kordes, 1952), die sowohl in kalten als auch in extrem warmen Lagen noch gut zurecht kommt. Ihre Blüten sind halbgefüllt und duften leicht. Die Rose blüht ein mal zwischen Juni und Juli, trägt dann aber viele Blüten, die in Büscheln erscheinen. Die Rose kann bis zu 5 Meter hoch werden; sie braucht dafür eine Rankhilfe. Mit ihr kann sie an Wänden wachsen, aber auch an Pergolen oder Säulen zum Beispiel.

Eine sehr gute Pflanzzeit für Rosen ist der Herbst, da zu dieser Jahreszeit der Boden noch warm genug ist und die Rose gut einwurzeln kann. Im kommenden Frühling hat sie dann schon einen Wuchsvorsprung gegenüber den Rosen, die erst jetzt in den Boden gesetzt werden. Die Veredlungsstelle sollte eine Handbreit unter der Erde liegen und der Boden bei Bedarf mit einem Bodenverbesserer und Kompost versorgt werden. Das Angießen der Rose nicht vergessen. Im Frühling benötigen Rosen zusätzlichen Stickstoff, um gut zu blühen. Am liebsten wachsen Rosen in der Sonne; allerdings mögen sie keine stickige, stehende Luft. Die Blätter sollten gern ein wenig vom Wind bewegt, zugige Standorte allerdings vermieden werden.

Anneli: Möhren
Karotten gehören zu den beliebtesten Wurzelgemüsearten. Sie wachsen am besten auf sandig-lehmigen Böden, die schön locker und tiefgründig sind. Frühe Sorten kann man aussäen, sobald der Boden nicht mehr gefroren und abgetrocknet ist. Die Aussaat erfolgt in Reihen, deren Abstände zwischen 30cm (frühe Sorten) und 45 cm (späte Sorten) liegen.
Karotten brauchen meist sehr lange, bis sie auflaufen. Daher wird die Saat oft mit der von Radieschen gemischt, die schneller dran sind und die Saatreihe dann gut markieren. Durch das Ernten der Radieschen bekommen dann quasi „im Vorbeigehen“ auch schon die Karotten mehr Platz zum Wachsen.
Reifer Kompost als Nährstoffversorgung erhöht die Erträge bei der Möhrenernte. Unbedingt sollte man frischen Mist vermeiden, denn er zieht die Karottenfliege an. Keinesfalls mögen Karotten zu starke Salzkonzentrationen durch kräftiges Düngen. Das schädigt die zarten Wurzeln der Karotte und sie entwickelt sich nicht gut. Unbedingt auf eine regelmäßige Wasserversorgung achten, aber die Pflanzen nicht „ertränken“. Um die Feuchtigkeit im Boden zu halten und das Unkrautwachstum zu unterdrücken, sollte man mulchen. Ansonsten ist regelmäßiges Unkrautjäten zwischen den Pflanzreihen unbedingt notwendig, Karotten mögen keine Konkurrenz durch wüchsige Beikräuter.

Steiermark


Im Nordwesten ist die Steiermark wild, schroff und steil - eine Alpenwelt. Dunkle Tannenwälder beherrschen das Landschaftsbild und eine üppige Alpenflora wie Edelweiß, Enzian, Alpennelke, Arnika, Almrausch, Heidekraut und vieles mehr.Die sanfte Hügellandschaft im Osten und Süden der Steiermark sind die Reste einer Millionen Jahre zurück liegenden Vulkantätigkeit. Tief aus dem Erdreich sprudelt heißes, heilkräftiges Thermalwasser. Die Steirer lieben ihre Thermen.
Der fruchtbare Boden und das milde Klima lassen den Wein sogar an hoch gelegenen Hängen gedeihen. Und in den Ebenen wächst der berühmte steirische Öl-Kürbis, aus dem das schwarz-grüne aromatische Kürbiskernöl gewonnen wird. Typisch für die Gartenkultur der Steiermark ist der klassische Bauerngarten mit seiner bunten Fülle aus Cosmeen, Dahlien, Margeriten, Phlox, Löwenmäulchen, Zinnien und Astern. Sie alle umranden meistens Gemüse- Salat- und Kräuterbeete.

Tessin


Am Lago Maggiore entfaltet sich ein feucht-warmes, subtropisches Klima. Kalte Luftmassen aus dem Norden werden von der Alpenkette weitgehend zurückgehalten, sodass sich das warme Mittelmeerklima bis ins Tessin ausbreiten kann. Es gedeihen verschiedenste Palmen-, Farn- und Bambusarten. Das Wasser speichert die Wärme auch im Winter, so dass die Temperaturen nur knapp unter null Grad sinken. Dieses mediterrane Klima regt die ansässigen Gärtner zum Experimentieren an. Immer wieder aufs Neue versuchen sie die Grenzen auszuloten, indem sie Gewächse anpflanzen, die eigentlich in Afrika, Mittelamerika oder Australien heimisch sind.Noch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war das Tessin aufgrund seiner schlechten Verkehrsanbindung eine sehr unterentwickelte Region. Ascona, Locarno und Lugano waren um 1900 noch armselige Dörfer. In den abgelegenen Tälern lebte eine rückständige Bevölkerung, die sich kaum von dem ernähren konnte, was der karge, felsige Boden hergab. Ackerbau und Viehzucht waren auf den steilen Hängen kaum möglich, und so kam es immer wieder zu großen Hungersnöten. Jahrhundertelang emigrierten die Tessiner deshalb ins Ausland, um dort ein besseres Leben zu finden.

Toskana


La Foce
Das Val d’Orcia südöstlich von Siena gilt als Inbegriff toskanischer Landschaft. Mit seinen Zypressenalleen, endlosen Feldern und Hügeln – in die einzelne Häuser wie Farbtupfer eingestreut sind – verkörpert es idealtypisch die Ästhetik der Renaissance. Erhaben auf einer Anhöhe liegt das Anwesen La Foce. Es wurde im 15. Jahrhundert erbaut und später um einen herrschaftlichen Garten erweitert. Von einem Teil des Gartens, mit symmetrisch angeordneten Buchsbaumreihen gestaltet und von hohen Zypressen umsäumt, eröffnet sich ein atemberaubender Blick ins Val d’Orcia.Hier organisiert die Gartenbesitzerin Benedetta Origo jeden Sommer Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen. Hügelaufwärts wird der Garten zunehmend wilder und geht über in eine Wiese mit Obstäumen, Oliven, Pinien und Zypressen und schließlich in einen Wald.Benedetta Origo sieht ihre Verantwortung vor allem darin, dieses Zeugnis toskanischer Gartenbaukunst für kommende Generationen zu erhalten. Denn es markiert ihrer Ansicht nach das Ende einer Tradition: „Niemand würde heute noch einen solchen Garten anlegen – mit seinen kilometerlangen Buchsbaumhecken, dem Lorbeer und den Zypressen. Das ist unglaublich arbeitsintensiv und kostspielig.“

Kontakt unter:

www.lafoce.com

Erstellt: 06.06.12, Letzte Änderung: 18.04.13
 
 

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