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Scientia potentia est - Wissenswert

  • Meister der Extreme
  • Magazin, DE 2010
  • Resolution:HD

Kochende Hitze, eisige Kälte, kein Sauerstoff, Wasser so sauer wie Salzsäure. Diese Ausgabe von Scientia potentia est führt Sie an die unwirtlichsten Orte dieser Erde. Niemand würde hier Leben vermuten. Und dennoch findet die Natur Wege, sich an diese Bedingungen anzupassen.

"Marsmenschen" in den Dachstein-Eishöhlen

Es ist stockdunkel, klirrend kalt und um sie herum nur Fels und Eis. Zwar gibt es auf dem Mars kein gefrorenes Wasser, sondern nur gefrorenes Kohlendioxid, aber dennoch sind die Bedingungen in der Dachstein-Eisriesenwelt denen auf dem Mars schon ziemlich ähnlich.

So findet hier ein ungewöhnliches Experiment statt: Ein vierköpfiges Forscherteam testet unter möglichst realistischen Einsatzbedingungen den Raumazug AOUDA, mit dem Menschen auf dem Mars nach Spuren von Leben suchen sollen. Auch die dazugehörige Elektronik und das benötigte Werkzeug sollen überprüft werden. Denn die ganze Mission wäre umsonst, würden Astronauten erst auf dem Mars herausfinden, dass ein entscheidender Handgriff mit dem über Jahre entwickelten Anzug nicht durchführbar ist.

Es gilt, in voller Montur eine Probe aus dem Höhleneis zu gewinnen, diese zu bergen und danach einer Analyse auf Lebensspuren zu unterziehen. Mehr als eine Stunde Teamwork ist nötig, bis sich Gernot Grömer, Astrophysiker von der Universität Innsbruck, in seinen 40kg schweren Anzug aus aluminiumbeschichtetem Kevlar hineingezwängt hat. Nun ist sein Gesichtsfeld eingeschränkt, die Bewegungsmöglichkeiten sind die eines trägen Käfers mit Außenskelett. Auf dem Rücken trägt Grömer einen Hochleistungsrechner, der alle Funktionen überwacht.

Im Eis der Höhle wurde eine ausgesuchte Stelle mit winzigen Partikeln infiziert, die Lebensspuren simulieren. Nun kommt der Bohrer zum Einsatz. In dem engen Anzug ist das Hantieren mit dem über einen Meter langen Gestänge eine Schweiß treibenden Aktion. Der CO2-Wert in der Atemluft erreicht ein kritisches Ausmaß.

Nun wird sich zeigen, ob die mühsamen Vorarbeiten auf der Erde zum Erfolg führen, ob der Raumanzug das ermöglicht, wofür er entwickelt wurde.
Wenn es auf der Erde Leben unter selbst extremsten Bedingungen gibt, warum dann nicht auch außerhalb der Erde?

Scientia potentia est – immer am Montag um 19:45 Uhr mit neuen wissenswerten Themen.
 

  • Besetzung

  • Andreas Jäger - Moderator