Talk im Hangar-7
- Thema: Generation Gentechnik - genial oder genug?
- Donnerstag | Sendung vom 22.07.10 | 21:05 Uhr
- Talk, AT 2010
- Resolution:HD
Zehn Jahre nach der Genom-Entschlüsselung wollen Experten nun künstliches Leben geschaffen haben. Doch wohin führt die „Generation Gentechnik“ - wird das Gen-Zeitalter genial, oder ist irgendwann genug geforscht? So lautet in dieser Woche das Thema beim Talk im Hangar-7.
Thema & Gäste der aktuellen Sendung:
Thema: Generation Gentechnik - genial oder genug?
Gentechnik - ein Thema für Generationen: Knapp ein Jahrzehnt nach der Entschlüsselung des menschlichen Genoms horchte die Menschheit kürzlich erneut auf, als der US-amerikanische Biochemiker Craig Venter im Mai diesen Jahres verkündete, er habe ein künstliches Lebewesen geschaffen. Venters dänischer Kollege Steen Rasmussen, der als einer von wenigen Wissenschaftlern intensiv an der Erschaffung von künstlichem Leben arbeitet, relativiert das beim aktuellen Talk im Hangar-7: Noch gebe es zwar kein „echtes“ Leben aus dem Labor, allerdings werde der Mensch irgendwann in der Lage sein, welches zu erschaffen.
Dagegen sieht Humangenetiker Markus Hengstschläger die Zukunft der Gentechnik vielmehr in der Therapie - denn nachdem man zehn Jahre lang in den Genen gelesen habe, müsse man sich nun endlich der Heilung von Krankheiten widmen. Wenn Biophysiker, Genetiker, Biologen und Ethiker über Erfolge, nicht erfüllte Erwartungen, Gefahren und Zukunftsszenarien diskutieren, kann sich jeder sein eigenes Bild davon machen, wohin die „Generation Gentechnik“ führen wird - und ob das Gen-Zeitalter genial wird, oder ob irgendwann genug geforscht ist. Denn Gene gehen uns alle an!
Unsere Gäste sind:
Markus Hengstschläger - Leiter der Abteilung für Medizinische Genetik an der Universität in Wien und stellvertretender Vorsitzender der österreichischen Bioethik-Kommission: Er fordert, dass sich die Wissenschaft nun endlich mit Therapien beschäftigen sollte.
Steen Rasmussen - Direktor am dänischen „Center for Fundamental Living Technology“, der als einer von nur wenigen Biophysikern weltweit an der Erschaffung von künstlichem Leben im Labor forscht: Er ist der Ansicht, der Mensch müsse seine ethischen Grenzen neu definieren.
Giovanni Maio - Direktor des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin an der Universität Freiburg: Er meint, gerade das Nichtwissen um die eigene Zukunft sei ein Segen für den Menschen.
Hans-Hilger Ropers - Facharzt für Humangenetik, Direktor am Max-Planck-Institut für molekulare Genetik in Berlin und Ratsmitglied der internationalen „Human Genome Organisation“: Er warnt, dass es höchste Zeit sei, die Gesellschaft auf die Folgen der Genomforschung vorzubereiten.
Burghardt Wittig - Molekularbiologe und Bioinformatiker an der Freien Universität Berlin und Gründer des deutschen Biotech-Unternehmens MOLOGEN AG: Für ihn ist es in Ordnung, mit Zellen oder Molekülen Geld zu verdienen, entscheidend sei die ethische Qualität dieser Geschäfte.
Moderation: Isabella Richtar
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