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Talk im Hangar-7

  • Thema: Werk oder Inszenierung - was ist wichtiger?
  • Donnerstag | Sendung vom 29.07.10 | 21:05 Uhr
  • Talk, AT 2010
  • Resolution:HD

Immer das Gleiche oder öfter mal was Neues - über dieses Grundprinzip streitet sich die Bühnenwelt seit Jahrzehnten. Was ist bei der Oper oder im Theater wichtiger: Werktreue oder zeitgenössische Interpretation? Dieses Reizthema steht in dieser Woche beim Talk im Hangar-7 im Mittelpunkt.

Thema & Gäste der aktuellen Sendung:

Thema: Werk oder Inszenierung - was ist wichtiger?
Die Bretter, die die Welt bedeuten: Sind sie die Welt des Autors, des Regisseurs, des Schauspielers oder vielleicht des Zuschauers? Darf ein Regisseur das Werk eines Autors umschreiben, anpassen oder abkürzen? Vor gut 100 Jahren war der Regisseur noch einfacher „Umsetzer“ des geschriebenen Textes, während er heutzutage oftmals massiv eingreift - eine Entwicklung, die gerade im deutschsprachigen Raum weit verbreitet und unter der Bezeichnung „Regietheater“ bekannt ist.

Ein Jahr nach der scharfen Kritik von Autor Daniel Kehlmann an diesem Phänomen am Rande der Salzburger Festspiele nimmt der aktuelle Talk im Hangar-7 die Eröffnung der diesjährigen Auflage des Kultur-Highlights zum Anlass, mit renommierten Künstlern wie Edda Moser und Gustav Kuhn sowie der jüngeren Generation um Lars Eidinger und Hubert Lepka die Frage zu diskutieren, was wichtiger ist - die Werktreue oder die zeitgenössische Interpretation eines Stücks? Ein Reizthema, zu dem sich im Verlauf der Sendung auch Bühnen-Legende Otto Schenk zu Wort meldet.

Unsere Gäste sind:
Edda Moser - die Sopranistin und Kammersängerin der Wiener Staatsoper stand schon auf allen großen Bühnen der Welt, eine Aufnahme ihrer Rache-Arie aus Mozarts Zauberflöte wurde 1977 an Bord der Voyager II als Zeugnis menschlicher Gesangskunst ins All geschickt. Für sie steht fest: Werk und Werktreue sind das Grundgesetz der Regie.

Lars Eidinger - der Schauspieler, Regisseur und Musiker ist seit 1999 festes Ensemble-Mitglied der Berliner Schaubühne: Für ihn ist jeder gesprochene Satz Interpretation, konsequent werktreu ist nur die Lektüre selbst.

Gustav Kuhn
- der Dirigent, Komponist, Regisseur und Intendant ist Leiter der Accademia di Montegral in Lucca/Italien und Gründer mehrerer Festivals, darunter die Tiroler Festspiele Erl: Er kritisiert, dass Regietheater sehr schnell zum „Schwachsinn“ werden kann.

Hubert Lepka - der Regisseur und Choreograf wurde unter anderem durch seine Monumental-Inszenierungen an ungewöhnlichen Orten bekannt. Er sagt: 80 Prozent der menschlichen Kommunikation verläuft nonverbal, und das trifft auch für die Autorenschaft im Theater zu.

Moderation: Jürgen Bertram

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