Verrücktes Wetter
- Wird das Wetter wirklich immer extremer?
Die Antwort lautet - Ja!

Aber was bedeutet eigentlich extremer?
Das bedeutet, dass im Alpenraum künftig Ereignisse wie Dürren, Hitzewellen, Starkregen, Überschwemmungen, Gewitter und Tornados häufiger und auch immer heftiger werden.
Und dass unser Wetter jetzt schon ordentlich verrückt spielt, haben wir ja deutlich in den letzten Tagen gespürt.
In Wien auf der Hohen Warte wurde am Montag mit 30 Grad die höchste April-Temperatur seit 1862 gemessen – also seit 150 Jahren!
Aber auch im übrigen Alpenraum war es um diese Jahreszeit noch nie so heiß –und das seit es Wetteraufzeichnungen gibt.
Außerdem hat’s auf den Bergen auch noch einen extremen Föhnsturm gegeben. Spitzenreiter war der Patscherkofel mit 155 km/h – wohl gemerkt bei strahlendem Sonnenschein!
Und das alles hat natürlich mit der Klimaerwärmung zu tun.
Aber warum?
Wird es wärmer, heißt das: unserem Wetter steht mehr Energie zur Verfügung – es hat mehr Power.

Kurz erklärt:
Unsere Luft besteht aus Molekülen – und jedes Molekül hat eine bestimmte Geschwindigkeit.
Steigt die Lufttemperatur, dann werden diese Moleküle immer schneller.
Und schnellere Moleküle erzeugen beim Zusammenstoß mit anderen Molekülen viel mehr Energie als langsame.
Und diese Energie ist nichts anderes als Wärme.
Je wärmer es nun ist, desto gewaltigere Gewitter können sich bilden.
Und deshalb hat das extreme Wetter so viel mit den Temperaturen zu tun.
Je wärmer – desto extremer also.
Und das heißt für den Alpenraum:
Jetzt, wo es wärmer wird, bilden sich eben auch bei uns Monster-Gewitter.
Wir Meteorologen sagen dazu auch Superzellen.
Und diese Superzellen haben eine Ausdehnung von mehreren Hundert Kilometern.
Im Gepäck haben sie Tornados, Hagel und Starkregen.

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Bisher gab es diese Monster-Gewitter hauptsächlich im Süden und mittleren Westen der USA.
Und wie heftig die sind, lässt sich ganz schnell an den Schadensummen zeigen:
Superzellen kosteten die USA 2011 unglaubliche 46 Milliarden Euro.
Da können Sie sich ausrechnen, was in den nächsten Jahrzehnten auf unsere Versicherungen zukommt!
Aber Gewitter und Stürme sind natürlich nicht die einzige Gefahr durch höhere Temperaturen.
Eine andere sind Überschwemmungen!
Zwar nehmen die Niederschlagsmengen im Alpenraum in Zukunft tendenziell eher ab – aber die Art der Niederschläge ändert sich dramatisch.
Man könnte sagen, der Regen wird tropisch.
Das bedeutet: unser gewohnter Landregen verschwindet – künftig kommt der gesamte Monatsniederschlag innerhalb weniger Stunden runter.
Damit werden die Pausen zwischen den Niederschlägen länger und die Böden trockener.
Und das Drama beginnt, wenn tropischer Regen auf trockenen Boden fällt.
Denn wenn der Boden komplett ausgetrocknet und steinhart ist, dann ist er quasi versiegelt und kann kein Wasser mehr aufnehmen.
Da das Wasser aber irgendwo hin muss, landet es schließlich in den Flüssen und Bächen.

Problem hier:
Die Kapazität der Flüsse ist begrenzt, erst recht, seit wir sie begradigt haben und damit auch eingezwängt.
Durch die Begradigung haben wir den Flüssen also einerseits Kurven und damit eine längere Fließstrecke genommen – und die fehlt den Wassermassen nun.
Andererseits gibt es kaum noch natürliche Überschwemmungsgebiete, in die das Wasser ausweichen kann.
Wir haben den Fluss also zu einer Autobahn ohne Ausfahrt gemacht.
Zugegeben, ganz so heiter klingt unser Zukunftsszenario nicht…und langweilig wird uns Meteorologen in den nächsten Jahrzehnten ganz sicher nicht!
In diesem Sinn
Ihr Wetter-Wastl
Erstellt: 16.04.12
Letzte Änderung: 07.05.12

