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Nachrichten

  1. Kosovo-Resolution beuteutet Neuanfang für Serbien

    Die UN-Vollversammlung hat eine von Serbien vorgeschlagene Kosovo-Resolution verabschiedet, die Belgrad nach massivem Druck der EU allerdings deutlich abschwächen musste. Serbien und die vor zweieinhalb Jahren abgefallene frühere Provinz Kosovo sollen einen Dialog aufnehmen, heißt es in der Resolution, die von der Vollversammlung wegen der großen Zustimmung durch Akklamation angenommen wurde.

    Serbien hat damit eine radikale Änderung seiner bisherigen Kosovopolitik eingeleitet. Es verzichtete auf eine ursprünglich verlangte Verurteilung der einseitigen Abspaltung des Kosovos vor zweieinhalb Jahren. Auch die Forderung, der fast nur noch von Albanern bewohnte jüngste europäische Staat müsse wieder zu Serbien gehören, wurde fallen gelassen.

    Die Zeitungen in Pristina feierten die Resolution als "zweiten Sieg" nach dem Urteil des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag, der die Abspaltung als vereinbar mit dem Völkerrecht bezeichnet hatte. Eine "doppelte Niederlage für Serbien" sei auch die Anwesenheit des Kosovo-Präsidenten Sejdiu in New York gewesen.

    Das politische Leben in Serbien dominierten am Freitag Sprachlosigkeit und Schockstarre. Staatspräsident Tadic habe sich dem enormen Druck der EU gebeugt und die UN-Resolution bis zur inhaltlichen Beliebigkeit entschärft, meinten Kritiker.

    In Belgrad könnte Serbiens Außenminister Jeremic nach seiner Rückkehr aus New York entlassen werden, berichtete die Zeitung "Danas". Jeremic gehört zu den glühendsten Verfechtern einer Wiedereingliederung Kosovos in den serbischen Staatsverband. Ihm wird vorgeworfen, dass es ihm nicht gelungen sei, die ursprüngliche, härtere Version der Resolution durchzusetzen. Jeremic betonte aber, dass durch die Resolution die "Unabhängigkeit des Kosovo" in keinster Weise anerkannt worden sei.

  2. Hauptaugenmerk bei Tischtennis-EM auf Herren-Team

    Das Hauptaugenmerk der am Samstag beginnenden 29. Tischtennis-EM in Ostrava (Ostrau) liegt aus österreichischer Sicht auf dem Herren-Teambewerb. Bei den vergangenen sechs Kontinental-Titelkämpfen gab es für die ÖTTV-Mannschaft vier Podestplätze, in den vergangenen beiden Jahren jeweils Bronze. In den restlichen fünf Bewerben haben Österreichs Asse im Medaillenkampf lediglich Außenseiterchancen.

    Mit dem 38-jährigen Chen Weixing, dem 37-jährigen Werner Schlager und dem 31-jährigen Robert Gardos tritt der Stamm der vergangenen Jahre wieder in der Mannschaft an die Platte, dazu kommen die aufstrebenden Daniel Habesohn und Stefan Fegerl. In den Gruppenspielen am Wochenende gegen Kroatien, Serbien und Portugal sind die Top Zwei für den Einzug in das für Montag angesetzte Viertelfinale Pflicht - eine machbare, wenn auch nicht einfache Aufgabe.

    Schlager hat von Stuttgart 2009 neben Team-Bronze auch Einzel-Silber zu verteidigen, sieht seine persönliche Ausgangslage aber anders als die vor einem Jahr. "Ich bin durch die Akademie diesmal noch weniger zum Spielen gekommen", erklärte der Ex-Weltmeister vier Monate vor der offiziellen Eröffnung der "Werner Schlager Akademie" (WSA). Mit seiner Routine und Klasse ist der Niederösterreicher für das Nationalteam aber weiter unverzichtbar.

    In der zweiten EM-Hälfte wird sich Schlager auf das Einzel konzentrieren, das Doppel diesmal auslassen. Nach der verletzungsbedingten Absage des dänischen Europameisters Michael Maze ist das ÖTTV-Ass in der CEZ Arena quasi heimlicher Titelverteidiger, Gold-Favoriten sind aber andere. Allen voran der Weltranglisten-Zweite Timo Boll, der Deutsche geht auf sein drittes Titel-Triple nach 2007 und 2008 los. Noch liegt er mit zehnmal Gold einen EM-Titelgewinn hinter dem schwedischen Rekordhalter Jan-Ove Waldner.

    Österreichs Damen müssen den Teambewerb schaumgebremst in Angriff nehmen. Nach dem schon vor längerem erlittenen Team-Verlust von Veronika Heine fehlt diesmal aus beruflichen Gründen auch Martina Petzner. Daher wird der Kader erstmals durch die beiden 18-jährigen Monika Juric und Karina Kovacs aufgefüllt. Bei ihnen geht es in erster Linie um das Sammeln von Erfahrung, jeder Satzgewinn wäre erfreulich.

    Daher liegt der Erfolgsdruck noch stärker als bisher auf Liu Jia und Li Qiangbing. Hinter dem Leistungspotenzial von Ex-Europameisterin Liu Jia steht aber ein Fragezeichen, da sie in der Vorbereitung von einer hartnäckigen Ellbogenverletzung geplagt wurde. Die 28-Jährige vertraute auf chinesische Ärzte, harte Trainingsbelastung während der Behandlung machte die Sache aber lange Zeit nicht besser. Liu fehlt die Matchpraxis, ähnlich wie Schlager hat sie daher nicht für Doppel genannt.

    Schon im vergangenen Jahr hatten die ÖTTV-Damen das Viertelfinale verpasst und sich danach als 13. gerade noch für die heurige Championship Division qualifiziert. Nur die Teams in dieser Top-Kategorie spielen um die Medaillen. Angesichts der Gruppengegner Deutschland, Kroatien und Türkei scheint das Viertelfinalziel auch diesmal ein recht hohes zu sein. Sollte Liu schmerzfrei bleiben, ist freilich mehr möglich und sie auch im Einzel stark einzuschätzen. Titelverteidigerin ist die Deutsche Wu Jiaduo.

  3. Feuerball bei San Francisco - Mehrere Tote

    Ein lodernder Feuerball hat mitten in einem Vorort von San Francisco eine tödliche Verwüstung angerichtet. Eine unterirdische Gasleitung war am Donnerstagabend (Ortszeit) in der Ortschaft San Bruno nahe des Flughafens explodiert und setzte ein ganzes Wohnviertel in Brand gesetzt. Acht Stunden später waren die Flammen immer noch nicht unter Kontrolle, mehrere Menschen starben.

    Dutzende weitere wurden teilweise schwer verletzt. Der stellvertretende Gouverneur von Kalifornien, Abel Maldonado, rief über den Bezirk den Notstand aus. Schockierte Augenzeugen verglichen das flammende Inferno mit der Zerstörung wie nach einem Bombenanschlag: "Es sah aus wie die Hölle auf Erden." Fernsehbilder zeigten den rotgelben Feuerball, der in dem dicht besiedelten Gebiet hoch in den Himmel schoss. Zunächst glaubten viele an einen Terroranschlag - nur zwei Tage vor dem Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 erschütterte die gewaltige Explosion die Wohngegend.

    Schon nach kurzer Zeit stellte sich der wahre Grund der Explosion heraus: Unter einer Straße von San Bruno war eine Erdgas-Leitung geborsten. Wie aus einem gewaltigen Bunsenbrenner schossen die Flammen aus dem Leck in alle Richtungen und setzten Häuser und Autos in Brand.

    Nach dem ersten Schock wurden bereits wütende Stimmen über mögliche Versäumnisse des Stromversorgers PG&E laut. Medienberichten zufolge hatten Anrainer schon Tage zuvor Gasgeruch vernommen und den Behörden gemeldet. In den schwelenden Trümmern wurde die Suche nach möglichen weiteren Opfern fortgesetzt.

    Rund 100 Menschen fanden in Notunterkünften Zuflucht. Alle Anrainer sollten sich am Freitag melden, um den Behörden bei der Ermittlung der Opferzahlen zu helfen.

  4. Sarkozy will Papst-Aussprache zu Roma-Ausweisungen

    Nach der indirekten päpstlichen Kritik an den Roma-Ausweisungen aus Frankreich hat der französische Präsident Sarkozy nun um eine Aussprache mit Papst Benedikt XVI. gebeten. Ein Treffen sei entweder vor oder nach der Synode zum Nahen Osten geplant, die vom 10. bis 24. Oktober stattfinde, so die Zeitung "Le Figaro" unter Berufung auf den Élysée-Palast. Sarkozy will so Missverständnisse aufklären.

    Benedikt XVI. hatte Ende August während eines Angelusgebets in französischer Sprache daran erinnert, dass Katholiken die Pflicht hätten, Menschen verschiedener Herkunft zu akzeptieren. Dies war weithin als Anspielung auf die Situation in Frankreich interpretiert worden. Zuvor hatte bereits der Pariser Kardinal André Vingt-Trois Kritik an dem Vorgehen der Regierung geübt.

    Paris hat seit Jahresbeginn mehr als 8.000 Rumänen und Bulgaren in ihre EU-Heimatländer ausgeflogen - die meisten von ihnen werden zur Minderheit der Roma gerechnet. Sarkozy und die zuständigen Minister werden deswegen seit einigen Wochen im In- und Ausland kritisiert.

    Der rumänische Präsident Basescu bezeichnete am Donnerstag in einem Radiointerview die Änderung der Bezeichnung "Zigeuner" in den als politisch korrekt geltenden Ausdruck "Roma" als "großen politischen Fehler". Im Kontext europaweiter Proteste gegen die Ausweisungen aus Frankreich löste Basescus Aussage Empörung wegen der Implikation aus, dass die Roma keine Rumänen seien.

    Basescu erklärte, dass infolge der phonetischen Ähnlichkeit zwischen "Roma" (rumänisch: romi, sprich "romj") und "Rumänen" (rumänisch: români, sprich "romynj") in ganz Europa die Rumänen mit den Roma verwechselt würden. Die Europäer wüssten nicht, "ob Roma die 22 Millionen Rumänen bezeichnet oder ob es sich um eine separate ethnische Gruppe handelt", fügte Basescu hinzu.

 
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