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"Die Gefahr darf man nicht unterschätzen"


Peter Gridling, Chef der österreichischen Terrorbekämpfung, sieht einen Anstieg an jungen radikalisierten Moslems und warnt vor den Heimkehrern aus Kriegsgebieten.

Es ist ein beunruhigender Trend, den Peter Gridling erkennt. Die Zahl an radikalisierten Muslimen in Österreich nimmt zu. "Vor allem bei den jungen Moslems fallen salafistische Ideen seit Jahren immer mehr auf fruchtbaren Boden", sagt der Direktor des Bundesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung im Innenministerium.

Wie diese Entwicklung zu erklären ist? "Ich bin kein Soziologe", sagt der Jurist, "aber ich denke, es hat damit zu tun, dass sich Muslime nicht immer willkommen fühlen in europäischen Ländern. Nach dem Motto: 'Ihr wollt uns nicht, also müssen wir uns wehren.'"

Dies könne bewirken, dass sich manche, vor allem Jugendliche, radikalen, islamistischen Strömungen zuwenden. "Wenn Sie so wollen, dann ist das eine selbsterfüllende Prophezeiung", sagt der Chef des Verfassungsschutzes, der jedoch betont, dass diese Gruppen absolute Minderheiten darstellen und die große Mehrheit der Muslime gut integriert und friedfertig lebt.

Wie man einer Radikalisierung vorbeugen kann? "Man muss verstärkt den Dialog suchen, auch wenn es nicht immer leicht ist, weil Moslems ja nicht eine Einheit bilden und es viele verschiedene Gruppen mit verschiedenen Ansichten gibt", sagt Gridling, der eine steile Karriere absolviert hat.

Gridling, geboren 1957 in Lienz, lernte den Polizistenberuf in Tirol, nebenbei begann er später ein Studium der Rechtswissenschaften, das er auch abschloss. Und er arbeitete sich sukzessive empor. 1995 wurde er Leiter der Einsatzgruppe zur Bekämpfung des Terrorismus, 2002 zog es ihn nach Den Haag, wo er zum Leiter der Anti-Terror-Abteilung von Europol bestellt wurde.

Seit März 2008 ist Peter Gridling Direktor des Bundesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung im österreichischen Innenministerium. Die Anforderungen im Kampf gegen den Terrorismus erfordern neue Rahmenbedingungen. Der Verfassungsschutz soll ein eigenes Gesetz bekommen, um vor allem mit dem Phänomen der "Foreign Fighters" besser umgehen zu können.

Foreign Fighters, das sind junge radikalisierte Moslems, die nach Syrien (in Österreich sind das geschätzte 100 Personen) oder in den Irak ziehen, um dort zu kämpfen. Irgendwann kehren sie heim nach Österreich, "und dann stellen sie eine Gefahr dar, die darf man nicht unterschätzen. Zumal in Österreich die Zahl dieser Gruppe im internationalen Vergleich hoch ist", sagt Peter Gridling.

Ein neuer gesetzlicher Rahmen könnte den Anti-Terror-Kämpfern Rückendeckung geben. Zurzeit dürfen Verdächtige neun Monate beobachtet werden, wenn dann nichts vorliegt, müssen die Daten gelöscht werden. "Doch Schläfer und Heimkehrer aus Kampfgebieten agieren über lange Zeiträume. Daher wäre es sinnvoll, Gefahrenmomente nicht gleich aufzugeben. Und Daten zu diesen Personengruppen länger zu speichern." Wichtig sei auch die internationale Zusammenarbeit und Austausch über mögliche Verdächtige, um potenzielle Gefahren im Ansatz erkennen zu können.

In Österreich sei die Gefahr für Terroranschläge nicht so groß wie in anderen Ländern, doch das sei auch immer eine Frage der subjektiven Empfindung. "Wo Sie sich wie sicher fühlen, hängt immer vom Einzelnen ab. Fakt ist: Auch wenn es schon lange keinen terroristischen Akt in Österreich gegeben hat, so kann ein Anschlag einer Person alles ändern."

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