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Sendung vom 20. September 2013 | 01:00 |

Talk im Hangar-7

Thema: Milliardengeschäft Fußball - Wetten, dass betrogen wird?

Talk | Österreich 2013

Aktuell beschäftigt ein weiterer Fall die Behörden: In Tschechien und der Slowakei hat die Polizei insgesamt 18 Fußball-Profis wegen des Verdachts der Spiel-Manipulation festgenommen. Das Geschäft mit verschobenen Spielen boomt, Schätzungen zufolge setzen Wettbetrüger weltweit jährlich zwischen 200 und 500 Milliarden Euro um. Die Drahtzieher und Hintermänner sitzen in Asien - kriminelle Netzwerke mit streng hierarchischen, mafia-ähnlichen Strukturen, die weltweit agieren. Experten gehen davon aus, dass bei einem manipulierten Spiel bis zu 50 Personen in zehn unterschiedlichen Staaten und verschiedenen Kontinenten aktiv sind. Es winkt hoher Profit bei geringem Risiko.
Inzwischen wechseln die Täter sogar vom Drogenhandel zum Wettbetrug, denn auch kolumbianische Kartelle und die russische Mafia sollen ins Wettgeschäft eingestiegen sein. Das größte Problem im Kampf gegen Wettbetrug ist die Rechtslage, denn noch immer stellt Bestechung im Sport keinen Straftatbestand dar, und die Ermittlungen sind dadurch oft zum Scheitern verurteilt. Was kann dagagen getan werden? Müssen Sportwetten verboten werden? Wie vernetzt sind Fußball und organisierte Kriminalität wirklich? Gefährdet der Wettbetrug den Fußball? Spielen wir bald vor leeren Rängen? Welche Frühwarn-Systeme braucht es, und was können die Verbände noch tun?
Gäste:
Klaus Toppmöller - deutscher Ex-Bundesliga-Coach
Friedrich Stickler - Lotterien-Vorstand und Ex-ÖFB-Präsident
Thomas Kistner - Journalist und Autor des Buches „FIFA-Mafia"
Andreas Holzer - Ermittler beim Bundeskriminalamt in Wien
Markus Merk - deutscher Ex-Schiedsrichter und TV-Experte
Robert Hoyzer - manipulierte als Referee mehrere Spiele (zugeschaltet)
Moderation: Helmut Brandstätter
SZ-Redakteur und Autor Thomas Kistner im DATUM-Interview:
Wenn es nach Sportjournalist Thomas Kistner geht, müssen noch einige Wettskandale passieren, damit sich etwas ändert.
DATUM: Zwischen 2008 und 2011 hat Europol 700 manipulierte Spiele gefunden. Was hat Sie mehr überrascht - die Anzahl, oder dass jetzt anscheinend im größeren Stil gegen „Match-Fixing“ vorgegangen wird?
Thomas Kistner: „Die Anzahl ist nicht überraschend, das ist ein Bruchteil dessen, was überhaupt gefunden werden kann. Und das natürlich auch nur, weil da Polizeikräfte mitwirkten. Da ist, soweit ich weiß, keine einzige Wettbeobachtungsagentur der Sportverbände beteiligt gewesen. Die sind eigentlich völlig wirkungslos und nur zur Abschreckung, so ein bisschen Larifari, um so zu tun, als würde etwas gemacht. Also die 700 Spiele sind für mich nicht erstaunlich. Sie werden auch noch sehen, dass da ein bisschen mit den Zahlen getrickst worden ist. In diesen 700 Spielen, die Europol verkündet hat, sind auch bereits die 300 Spiele enthalten, die alleine die Ermittlungen in Bochum 2009 ans Tageslicht gebracht haben. Das sind zum Teil alte Fälle, die schon abgehakt sind. Aber natürlich sind auch einige neue dabei."
DATUM: Dadurch, dass diese Spiele von den Überwachungssystemen nicht angezeigt wurden, muss man wohl davon ausgehen, dass die Dunkelziffer noch viel höher liegt als bisher angenommen.
Kistner: „Selbstverständlich. Das sind mehr oder weniger zufällige Ergebnisse dieser Ermittlungen. Wenn man irgendwo einmal einen Ring aufdeckt, dann kommen natürlich in der Folge auch neue Verbindungen zutage. Da werden Telefone abgehört und solche Dinge, und so kommt man zu den geschobenen Spielen. Am Anfang steht meistens ein Zufallsfund, so war das auch bei den Bochumer Ermittlungen, die ursprünglich im Rotlicht begonnen haben. Letztlich kam man praktisch nebenbei auf geschobene Spiele."
DATUM: Wenn in Asien auf unterklassige Matches in Europa gewettet wird, wo die Spieler nie in Geld schwimmen werden, ist es nicht illusorisch zu hoffen, dass die Spieler und Schiedsrichter dort einmal genug verdienen werden, dass Wettbetrug für sie keine Option mehr ist?
Kistner: „Man könnte beispielsweise den Wettmarkt begrenzen. Man könnte sagen, dass wir dort, wo es keine Kontrolle gibt, eine Grenze einziehen, wo nicht mehr gewettet werden darf. Manipulationen passieren ja eher selten bei den Erstliga-Spielen, wo die Fernsehkameras herumstehen. Ich glaube nicht, dass man die Menschenrechte beschneidet, wenn man nicht mehr auf die dritte slowenische Liga wetten kann."
Zum kompletten Interview >>

Aktuell beschäftigt ein weiterer Fall die Behörden: In Tschechien und der Slowakei hat die Polizei insgesamt 18 Fußball-Profis wegen des Verdachts der Spiel-Manipulation festgenommen. Das Geschäft mit verschobenen Spielen boomt, Schätzungen zufolge setzen Wettbetrüger weltweit jährlich zwischen 200 und 500 Milliarden Euro um. Die Drahtzieher und Hintermänner sitzen in Asien - kriminelle Netzwerke mit streng hierarchischen, mafia-ähnlichen Strukturen, die weltweit agieren. Experten gehen davon aus, dass bei einem manipulierten Spiel bis zu 50 Personen in zehn unterschiedlichen Staaten und verschiedenen Kontinenten aktiv sind. Es winkt hoher Profit bei geringem Risiko.
Inzwischen wechseln die Täter sogar vom Drogenhandel zum Wettbetrug, denn auch kolumbianische Kartelle und die russische Mafia sollen ins Wettgeschäft eingestiegen sein. Das größte Problem im Kampf gegen Wettbetrug ist die Rechtslage, denn noch immer stellt Bestechung im Sport keinen Straftatbestand dar, und die Ermittlungen sind dadurch oft zum Scheitern verurteilt. Was kann dagagen getan werden? Müssen Sportwetten verboten werden? Wie vernetzt sind Fußball und organisierte Kriminalität wirklich? Gefährdet der Wettbetrug den Fußball? Spielen wir bald vor leeren Rängen? Welche Frühwarn-Systeme braucht es, und was können die Verbände noch tun?
Gäste:
Klaus Toppmöller - deutscher Ex-Bundesliga-Coach
Friedrich Stickler - Lotterien-Vorstand und Ex-ÖFB-Präsident
Thomas Kistner - Journalist und Autor des Buches „FIFA-Mafia"
Andreas Holzer - Ermittler beim Bundeskriminalamt in Wien
Markus Merk - deutscher Ex-Schiedsrichter und TV-Experte
Robert Hoyzer - manipulierte als Referee mehrere Spiele (zugeschaltet)
Moderation: Helmut Brandstätter
SZ-Redakteur und Autor Thomas Kistner im DATUM-Interview:
Wenn es nach Sportjournalist Thomas Kistner geht, müssen noch einige Wettskandale passieren, damit sich etwas ändert.
DATUM: Zwischen 2008 und 2011 hat Europol 700 manipulierte Spiele gefunden. Was hat Sie mehr überrascht - die Anzahl, oder dass jetzt anscheinend im größeren Stil gegen „Match-Fixing“ vorgegangen wird?
Thomas Kistner: „Die Anzahl ist nicht überraschend, das ist ein Bruchteil dessen, was überhaupt gefunden werden kann. Und das natürlich auch nur, weil da Polizeikräfte mitwirkten. Da ist, soweit ich weiß, keine einzige Wettbeobachtungsagentur der Sportverbände beteiligt gewesen. Die sind eigentlich völlig wirkungslos und nur zur Abschreckung, so ein bisschen Larifari, um so zu tun, als würde etwas gemacht. Also die 700 Spiele sind für mich nicht erstaunlich. Sie werden auch noch sehen, dass da ein bisschen mit den Zahlen getrickst worden ist. In diesen 700 Spielen, die Europol verkündet hat, sind auch bereits die 300 Spiele enthalten, die alleine die Ermittlungen in Bochum 2009 ans Tageslicht gebracht haben. Das sind zum Teil alte Fälle, die schon abgehakt sind. Aber natürlich sind auch einige neue dabei."
DATUM: Dadurch, dass diese Spiele von den Überwachungssystemen nicht angezeigt wurden, muss man wohl davon ausgehen, dass die Dunkelziffer noch viel höher liegt als bisher angenommen.
Kistner: „Selbstverständlich. Das sind mehr oder weniger zufällige Ergebnisse dieser Ermittlungen. Wenn man irgendwo einmal einen Ring aufdeckt, dann kommen natürlich in der Folge auch neue Verbindungen zutage. Da werden Telefone abgehört und solche Dinge, und so kommt man zu den geschobenen Spielen. Am Anfang steht meistens ein Zufallsfund, so war das auch bei den Bochumer Ermittlungen, die ursprünglich im Rotlicht begonnen haben. Letztlich kam man praktisch nebenbei auf geschobene Spiele."
DATUM: Wenn in Asien auf unterklassige Matches in Europa gewettet wird, wo die Spieler nie in Geld schwimmen werden, ist es nicht illusorisch zu hoffen, dass die Spieler und Schiedsrichter dort einmal genug verdienen werden, dass Wettbetrug für sie keine Option mehr ist?
Kistner: „Man könnte beispielsweise den Wettmarkt begrenzen. Man könnte sagen, dass wir dort, wo es keine Kontrolle gibt, eine Grenze einziehen, wo nicht mehr gewettet werden darf. Manipulationen passieren ja eher selten bei den Erstliga-Spielen, wo die Fernsehkameras herumstehen. Ich glaube nicht, dass man die Menschenrechte beschneidet, wenn man nicht mehr auf die dritte slowenische Liga wetten kann."
Zum kompletten Interview >>

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