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Corona: Ab 8. November gilt fast überall 2G – geimpft oder genesen

5. Nov.

Foto: HERBERT NEUBAUER / APA / picturedesk.com

Die Regierung beschließt eine deutliche Verschärfung der Corona-Maßnahmen: So wird bereits ab Montag eine 2G-Regelung in den meisten Bereichen des öffentlichen Lebens gelten.

Die Regierung hat angesichts der stark steigenden Infektionszahlen mit den Landeshauptleuten eine deutliche Verschärfung der Corona-Maßnahmen beschlossen. So wird bereits ab kommendem Montag eine 2G-Regelung in den meisten Bereichen des öffentlichen Lebens gelten. Dies bedeutet, dass man beispielsweise in die Gastronomie, Theater, Konzerte, Sportveranstaltungen oder zum Friseur nur noch geimpft oder genesen kommt. Am Arbeitsplatz sollen Tests als Alternative möglich bleiben.

Die Maßnahmen wurden laut Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) fast einstimmig beschlossen. Das Burgenland hatte schon im Vorfeld klar gemacht, dass man angesichts der hohen Impfquote im Land Verschärfungen ablehne. Offiziell bestätigt wurde nicht, dass Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) jener war, der sich dem Beschluss nicht angeschlossen hatte.

Sein Kärntner Amtskollege Peter Kaiser (SPÖ) verwies darauf, dass das Burgenland auch auf eine Rücknahme von Maßnahmen bei entsprechenden Erfolgen gedrängt habe. Kanzler Alexander Schallenberg (ÖVP) versicherte diesbezüglich, dass der Stufenplan keine Einbahnstraße. Werde eine Maßnahmen nicht mehr benötigt, werde sie umgehend zurückgenommen.

Zurück zu den Beschlüssen: Für 2G anerkannt wird in einer Übergangsfrist von vier Wochen auch schon die erste Impfung in Verbindung mit einem PCR-Test. Danach muss man jedenfalls doppelt geimpft oder im vergangenen halben Jahr genesen sein.

Grüner Pass: Kürzere Gültigkeit 

Der "Grüne Pass" soll dem Vorschlag zu Folge nur noch neun Monate ab der zweiten Impfung gelten, womit die Motivation für den dritten Stich erhöht werden soll. Die ursprünglich als Einmal-Immunisierung angelegte Impfung von Johnson&Johnson gilt nur noch bis 3. Jänner für den "Grünen Pass", sofern nicht nachgeimpft wurde.

Dort wo Maske getragen wird, also im Handel, Bibliotheken und Museen, soll bundesweit FFP2 der Standard sein. Bei Veranstaltungen gilt schon ab 25 Personen 2G.

Eine Erleichterung wurde für die Länder beschlossen. Die zuletzt umstrittenen, weil personalintensiven Ausreisekontrollen aus den Bezirken, die in Oberösterreich beinahe flächendeckend galten, fallen.

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Bundeskanzler zu Corona: Lage "ernst"

Bundeskanzler Alexander Schallenberg (ÖVP) bezeichnete die Lage als "ernst". Die Zügel für Ungeimpfte müssten straffer gezogen werden - auch mit Blick auf die Weihnachtsfeiertage und die Tourismussaison. Im Auto schnalle man den Gurt an und die Impfung sei in der Pandemie der Gurt. Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) betonte, seine Aufgabe sei es, die Intensivstationen zu schützen und dieser werde er nachkommen. Auch appellierte an die Menschen: "Hören wir auf mit der augenzwinkernden Wurschtigkeit."

Dem schloss sich der Vorsitzende der Landeshauptleute-Konferenz Günther Platter an. Für ihn ist es eine "moralische Verpflichtung" sich impfen zu lassen. Für den dritten Stich müsse Gas gegeben werden. Mückstein verwies darauf, dass die Wirkung der Impfung ab etwa fünf Monate nach dem zweiten Stich nachzulassen beginne. Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) nannte die dritte Impfung immer essenzieller.

Am Freitag gab es in Österreich 9.388 Neuinfektionen. 356 Menschen wurden wegen Corona auf Intensivstationen betreut.

Corona: 2G ist ab Montag der neue Maßstab

Geimpft oder Genesen - das sind die 2G, die in Österreich ab Montag beinahe für alle Lebensbereiche gelten. Mehr oder weniger nur noch in den Handel oder zur Arbeit kann man auch mit einem Test oder ohne G. Im Folgenden die neuen Regeln, so weit sie schon vor Vorlage der dazu gehörigen Verordnung (am Wochenende) klar sind.

Was gilt als 2G?

Was Genesene angeht, dürfte es beim alten Modus bleiben. Die Genesung darf demnach nicht mehr als sechs Monate zurückliegen. Als geimpft gelten Personen, deren zweite Immunisierung nicht mehr als neun Monate zurückliegt. Für Kurzentschlossene gibt es eine Übergangsfrist. Wer sich jetzt impfen lässt, kann mit einem PCR-Test vier Wochen lang auch 2G-Bereiche besuchen. Danach muss aber der zweite Stich erfolgen. Eine weitere Sonderregel gilt für jene, die mit dem ursprünglich als Einmal-Impfstoff konzipierten Vakzin von Johnson&Johnson immunisiert wurden. Sie müssen bis 2. Jänner nachimpfen, sonst erfüllen sie ab dann 2G nicht mehr.

Für wen gilt 2G?

Unter die 2G-Regeln fallen alle Personen, für die eine reguläre Impf-Möglichkeit besteht. Das sind alle ab zwölf, bei denen eine Impfung aus gesundheitlichen Gründen möglich ist.

Wo gilt 2G?

2G gilt überall, wo bisher 3G gegolten hat. Das bedeutet, man kann etwa in Kinos, Theater, Konzerte oder zu Sportveranstaltungen nur noch, wenn man geimpft oder genesen ist. Grundsätzlich ist die 2G-Grenze für Veranstaltungen ab 25 Personen konzipiert. Aber auch beispielsweise in der Gastronomie oder bei der Nutzung der Hotellerie wird 2G zum Muss. Der Wintertourismus soll so komplett nach diesen Regeln ablaufen.

Wohin kommt man noch mit 3G oder ohne alles?

Getestet kann man noch zur Arbeit. Dabei werden auch die weniger effektiven Antigen-Tests anerkannt, was vor allem der mangelnden Verfügbarkeit in ländlichen Regionen geschuldet ist. Bei einem entsprechenden Ausbau könnte zu einem späteren Zeitpunkt ein PCR-Test das Mindestmaß sein. Ernst gemacht wird mit 3G am Arbeitsplatz Mitte des Monats. Offen für Ungeimpfte und noch nicht Erkrankte ist weiter der Handel.

Corona: Wo ist eine Maske anzulegen?

Die Maske ist (abgesehen von öffentlichen Verkehrsmitteln und Bahnhöfen) im Handel sowie in Museen und Bibliotheken zu tragen. Dabei gilt jetzt im ganzen Land wie schon länger in Wien eine FFP2-Maske als Voraussetzung.

Corona: Was passiert mit den Ausreisekontrollen?

Die Ausreisekontrollen aus den Bezirken werden gestrichen. Das ist der starken Ausbreitung der Infektionen geschuldet, die diese Maßnahmen z.B. in Oberösterreich mehr oder weniger sinnlos gemacht hat. Eigentlich sollte sie dazu dienen, dass sich die Infektionen aus einem bestimmten Bezirk nicht in die Nachbarregionen verbreiten. (APA/red.)

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