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Corona: FFP2-Maske im Freien und kürzere Quarantäne

6. Jan.

Foto: HANS PUNZ / APA / picturedesk.com

Der Krisengipfel der Bundesregierung mit Vertretern der Länder und Experten der "gesamtstaatlichen Covid-Krisenkoordination" (Gecko) hat neue Corona-Maßnahmen gebracht.

Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) sprach von einer "sehr ernsten und herausfordernden Situation". Das Virus sei "omnipräsent und gefährlich, weil es sich immer verändert". Die neue Corona-Variante Omikron bringe neue Herausforderungen mit sich. Einen Lockdown ausschließen will Nehammer nicht, stattdessen appelliert er, "gemeinsam so zusammenhelfen, dass man dagegen ankämpfen kann".

Auch Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein sprach von einem Paradigmenwechsel durch Omikron. Diese Variante sei um ein Vielfaches ansteckender, dennoch scheine sie milder zu verlaufen. Sei bei Delta noch einer von vier Hospitalisierten intensivpflichtig gewesen, sei es bei Omikron nur einer von zehn. "Das ist aber keine Entwarnung", so Mückstein, könne doch Omikron dazu führen, dass sich viele Menschen gleichzeitig anstecken und so die kritische Infrastruktur gefährdet sei. Jeder Einzelne könne nun durch sein Verhalten dazu beitragen, die Geschwindigkeit der Ausbreitung von Omikron einzubremsen, sagte er.

Auch rief die Bundesregierung neuerlich zum Impfen auf: Er ersuche alle, die noch nicht geimpft sind, sich einen Termin auszumachen und alle, die schon geimpft sind, "sich den Booster-Shot zu holen", so Mückstein. Die Leiter der Gecko-Kommission - die Generaldirektorin für öffentliche Gesundheit Katharina Reich und Generalmajor Rudolf Striedinger - bezeichneten die Impfung als "wirksamste Waffe" im Kampf gegen die Pandemie.

Corona: Klare Absage an "Durchseuchung"

Dies gelte auch bei Omikron, warnte Reich vor einem "Zerreden" der Impfung angesichts des gegenüber Delta abgeschwächten Schutzes. Auch Nehammer betonte diesbezüglich, dass vor allem der Booster nach wie vor große Schutzwirkung bringt. Die "gute Nachricht" sei, "dass man sich durch Impfen gut schützen kann", denn der dritte Stich schütze zu 90 Prozent davor, auf die Intensivstation zu kommen und zu 70 Prozent davor, überhaupt Symptome zu entwickeln.

Eine klare Absage erteilte Reich einer "Durchseuchung" der Bevölkerung. Dies sei keine Option, weil dadurch die Krankenhausaufenthalte stark steigen würden. Daher müsse man weiter auf die Impfung setzen. "Impfen ist die Hauptwaffe, die strategische Waffe gegen das Virus", sagte dazu Striedinger. "Weil hier ist nicht Gewaltfreiheit angesagt. Das Virus fragt uns auch nicht, ob es kommen darf oder nicht - das ist Gewalt gegen unsere Gesundheit", griff er zu drastischen Worten. Nehammer betonte neuerlich, an der für Februar geplanten Impfpflicht festhalten zu wollen. Für Ungeimpfte sei die Impfung "die Brücke" dazu, den nach wie vor gültigen Lockdown für Ungeimpfte zu verlassen.

Auf die Frage, wie hoch die Zahlen steigen können, ohne das weitere Maßnahmen notwendig werden, wollte Mückstein nicht eingehen. Wesentlich sei, dass man die Zeit nütze, um zu impfen. Und man müsse schauen, dass man die Infektionskurve abflache, "dass nicht zu viele Menschen Spitalsbehandlung brauchen".

Vorarlberg: Eigenes Notversorgungszentrum

Auch Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) betonte, wichtig sei die Aufrechterhaltung der kritischen Infrastruktur. Bei den Hospitalisierungen erwartet er trotz der wohl milderen Verläufe wegen der zu erwarteten Masse an Infektionen eine hohe Spitalsbelegung - vielleicht eher auf den Normal- und weniger auf den Intensivstationen. In Vorarlberg werde man daher etwa ein eigenes Notversorgungszentrum in der Messe Dornbirn errichten, kündigte er an.

Die Intensität der fünften Corona-Welle hat sich in Österreich zuletzt klar beschleunigt. Am Dreikönigstag wurden 8.853 neue Fälle gemeldet, tags zuvor waren es knapp 10.000.

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Corona: Die neuen Maßnahmen im Überblick

Die Bundesregierung hat am Donnerstag neue Maßnahmen wegen der sich nun in Österreich aufbauenden Corona-Welle präsentiert. Kernpunkt ist eine umfassende Lockerung der Quarantäne-Bestimmungen: Dreifach geimpfte Erwachsene und zweifach geimpfte Kinder, die sich noch nicht boostern können, gelten nicht mehr als Kontaktperson. Infizierte und Kontaktpersonen können sich nach fünf Tagen freitesten lassen. Verschärfungen gibt es bei der FFP2-Pflicht.

Corona: QUARANTÄNE

Ab dem 8. Jänner werden die aktuellen Quarantäne-Regeln deutlich entschärft. Künftig gibt es keine Unterscheidung zwischen Kontaktpersonen der Kategorie 1 und 2 mehr, sondern nur noch den Begriff "Kontaktperson". Dreifach Immunisierte gelten künftig auch bei Kontakt mit einem Infizierten nicht mehr als Kontaktpersonen. Auch wenn alle Beteiligten eine FFP2-Maske getragen haben, wird man nicht mehr als Kontaktperson eingestuft. Das gilt auch für Kinder, die sich noch nicht boostern können (bei 5- bis 11-Jährigen).

Wer als Kontaktpersonen gilt, der kann sich am fünften Tag mittels PCR-Test freitesten, bisher war das erst ab dem zehnten Tag möglich. Bei positiv getesteten Personen gilt die Absonderungsdauer künftig einheitlich für zehn Tage, ein Freitesten ist nach fünf Tagen möglich. Hier wird ebenfalls nicht mehr nach Virusvarianten unterschieden.

QUARANTÄNEREGELN in der KRITISCHEN INFRASTRUKTUR

Kontaktpersonen in der kritischen Infrastruktur können mit täglich gültigem Test und FFP2-Maske auch weiterhin arbeiten gehen. Zu diesen Personenkreis gezählt wird insbesondere Gesundheitspersonal, Einsatzorganisationen, Personal in kritischer Infrastruktur (Energieversorgung etc.) und Personal zur Aufrechterhaltung der Grundbedürfnisse des öffentlichen Lebens. Eine Einstufung als versorgungskritisches Personal erfolgt im Einzelfall durch die zuständige Gesundheitsbehörde - auch der Bildungsbereich wird laut Kanzler Karl Nehammer dazugezählt.

QUARANTÄNEREGELN in SCHULEN

Für den Klassen- bzw. Gruppenverband in Bildungseinrichtungen gelten die Regelungen wie schon bisher. Bis zum Ende der vierten Schulstufe werden Kontaktpersonen grundsätzlich nicht als Hochrisikokontakte eingestuft. Erst wenn es innerhalb von fünf Tagen zu mehreren positiven Fällen in derselben Klasse bzw. Gruppe kommt, werden die abgrenzbaren Bereiche der Klasse bzw. Gruppe ins Distance Learning geschickt.

Ab der fünften Schulstufen werden weiterhin nur enge Kontakte und direkte Sitznachbarn als Hochrisiko-Kontakte eingestuft. Hier gilt ebenso, dass keine Einstufung als Kontaktperson erfolgt, wenn konsequent und durchgehend Maske getragen wurde.

KONTROLLEN und STRAFEN

Bereits ab dem 10. Jänner soll es zu einer "Aktion scharf" bei 2G-Kontrollen kommen. Ab dem 11. Jänner folgt dann eine Kontrollpflicht im Handel (abseits jenes für den täglichen Bedarf, Anm.). An "Interaktionspunkten" (z.B. beim Eingang oder spätestens beim Bezahlen an der Kassa) wird der 2G-Status verpflichtend zu kontrollieren sein. Auch wird es ab 3. Februar möglich sein, bei groben Vergehen gegen COVID-Maßnahmen temporäre Betretungsverbote (also Schließungen etwa von Geschäften) zu verhängen. Vorgesehen ist auch eine - noch nicht näher definierte - Erhöhung der Strafen ab 3. Februar.

Corona: FFP2-PFLICHT

Die FFP2-Maske wird ab dem 11. Jänner auch im Freien verpflichtend - und zwar überall dort, wo kein Zwei-Meter-Abstand möglich ist. Dies soll etwa in Fußgängerzonen, Warteschlangen, Gruppenansammlungen, etc. gelten. Ausnahme gibt es für engste Angehörige wie Partnerin oder Partner sowie Kinder. Die Bundesländer können selbstständig zusätzlich Maskenpflicht auf stark frequentierten Plätzen verordnen.

HOME-OFFICE

Home-Office soll dort wo es möglich ist, zur Regel (und nicht zur Ausnahme) werden. Geplant sind dazu noch Gespräche mit den Sozialpartnern.

Corona: GRÜNER PASS

Die Gültigkeit des Grünen Passes wird ab 1. Februar von neun auf sechs Monate verkürzt. Dies gilt für jene, die den zweiten Stich erhalten haben. Für jene, die bereits den dritten Stich abgeholt haben, bleibt die Gültigkeit bis auf Weiteres bei neun Monaten. (APA/red.)

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