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90-Jährige erhielt erste Corona-Impfung in Großbritannien

8. Dez.
Chair, Furniture, Person

JACOB KING / AFP / picturedesk.com

Großbritannien startete am Dienstag als erstes westliches Land eine Impfkampagne gegen Covid-19.

Eine 90 Jahre alte Frau hat die erste Corona-Impfung in Großbritannien erhalten. Margaret "Maggie" Keenan wurde am Dienstag im Universitätskrankenhaus in Coventry geimpft.

Größte Impfkampagne der britischen Geschichte

Großbritannien hatte vergangene Woche als erstes Land der Welt dem Mainzer Pharma-Unternehmen Biontech und seinem US-Partner Pfizer eine Notfallzulassung für deren Corona-Impfstoff erteilt. Noch in diesem Jahr sollen vier Millionen Impfdosen in dem Land eintreffen. Insgesamt hat das Vereinigte Königreich 40 Millionen Impfdosen von Pfizer bestellt. Mehrere hundert Millionen weitere werden von anderen Impfherstellern erwartet, deren Präparate bisher noch nicht zugelassen sind. In China und Russland sind bereits Produkte heimischer Hersteller im Einsatz.

Bewohner von Pflegeheimen, medizinisches Personal, alte und gesundheitlich gefährdete Menschen sollen als erste geimpft werden. Es handelt sich nach Regierungsangaben um die größte Impfkampagne in der Geschichte Großbritanniens.

Zweite Injektion in drei Wochen

"Ich fühle mich so privilegiert, die erste Person zu sein, die gegen Covid-19 geimpft wird", sagte Keenan, die von Freunden nur "Maggie" genannt wird. In drei Wochen soll Keenan zweite Injektion erhalten. Für den vollen Impfschutz werden zwei Dosen pro Person benötigt.

Sie freue sich darauf, im neuen Jahr Zeit mit ihrer Familie und Freunden zu verbringen, nachdem sie im laufenden Jahr meistens alleine gewesen sei. Ihre Landsleute rief "Maggie" dazu auf, sich ebenfalls impfen zu lassen: "Wenn ich sie mit 90 bekommen kann, können Sie es auch."

Johnson: "Riesiger Schritt vorwärts"

Der britische Premierminister Boris Johnson lobte den Start flächendeckender Corona-Impfungen in seinem Land als "riesigen Schritt vorwärts". "Ich bin sehr stolz auf die Wissenschafter, die den Impfstoff entwickelt haben, auf Bürgerinnen und Bürger, die an den Versuchen teilgenommen haben, und auf den (nationalen Gesundheitsdienst) NHS, der unermüdlich die Auslieferung vorbereitet hat", so Johnson.

Die logistische Herausforderung ist groß, weil das Mittel auf minus 70 Grad Celsius gekühlt werden muss. Die britische Regierung will Medienberichten zufolge das in Belgien produzierte Präparat notfalls mit Militärflugzeugen einfliegen, damit es nicht im befürchteten Brexit-Verkehrschaos stecken bleibt. Ein Regierungssprecher wollte das nicht bestätigen. Er sagte aber: "Das Militär wird eine wichtige Rolle spielen bei der enormen logistischen Herausforderung." (APA/Red.)

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