Mehrere Länder für Kickl, keine Unterstützung aus Oberösterreich

2. Juni

Daniel Scharinger / picturedesk.com

Während die Landesparteien aus Tirol, Salzburg, Kärnten und dem Burgenland ihre Unterstützung für Herbert Kickl kundgetan haben, sprach sich der oberösterreichische Landparteichef Manfred Haimbuchner am Mittwoch erstmals öffentlich ganz klar gegen den Klubobmann als Parteichef aus.

"Nach derzeitiger Sicht würde ich hier eine offensive Unterstützung nicht kundtun", sagte der Chef der gewichtigen Landesorganisation. "Ich mache aus meinem Herzen keine Mördergrube, aber wenn es dann so ist, wie es ist, wird man es akzeptieren." Vorher werde es aber noch Gespräche geben und "auch ich werde meinen Beitrag dazu leisten", so Haimbuchner. Er selber werde nicht kandidieren, weil er im Herbst eine Landtagswahl zu schlagen habe. "Ich bin diesem Bundesland treu, aber ich werde Wien nicht aus den Augen verlieren", sagte Haimbuchner zuvor.

Haimbuchner fordert Ende des "Wiener Intrigenspiels"

Er hoffe, dass es "gut und anständig weitergeht und vor allem verbindend", dass man "das Einende vor das Trennende stellt und bereit ist Verantwortung zu übernehmen", so Haimbuchner weiter. Zudem erwarte er, "dass das Wiener Intrigenspiel ein Ende hat. Davon habe ich als Oberösterreicher nämlich genug". Eine Persönlichkeit zu finden, die quer durch die Bundesländer akzeptiert werde, werde schwierig. Hofer habe diese Akzeptanz gehabt "und war auch sehr erfolgreich".

Ebenso wie Haimbuchner winkte auch der steirischen FPÖ-Chef Mario Kunasek ab, der immer wieder als möglicher Kandidat für den Bundesparteiobmann genannt wird: "Auf zwei Hochzeiten kann man nicht tanzen", sagte er zur APA. Er wolle, wenn er nominiert werde, bei der Landtagswahl 2024 wieder antreten. Die Ambitionen Kickls kommentierte Kunasek zurückhaltend. Der Klubobmann sei "nur eine Optionen" von vielen. Es gebe vielleicht auch andere Kandidaten. Dass Kickl die Partei führen könnte, sei aber auch klar. "Er ist alles andere als ein Quereinsteiger."

Nepp deutet Bereitschaft an

Als dritter möglicher Gegenkandidat zu Kickl gilt Wiens FP-Obmann Dominik Nepp, der zuletzt selbst seine Bereitschaft angedeutet hat. Er war nicht erreichbar. In der Wiener Partei gibt es jedoch Proponenten, die sich für ein Antreten ihres Obmanns stark machen.

Zu den Unterstützern Kickls gehören Salzburgs FPÖ-Obfrau Marlene Svazek sowie die Landesparteichefs aus Tirol, Kärnten und dem Burgenland. Sie halte nach dem Rücktritt Hofers wenig von einer "Doppelspitze 2.0", erklärte Svazek gegenüber der APA. "Das ist für mich die schlechtere Variante. Für mich wäre die Zusammenführung der Ämter sinnvoll." Sie kritisierte auch die Art und Wiese, wie Hofer seinen Rücktritt erklärt hatte, nämlich auf Twitter. "Es gibt für solche Entscheidungen wohl nie einen günstigen Zeitpunkt. Aber ich hätte mir einen anderen Abschied gewünscht, vor allem den Funktionären und Parteimitgliedern gegenüber."

Unterstützung für Kickl aus dem Burgenland

Auch Burgenlands Landesparteiobmann Alexander Petschnig, der schon am Vortag seine Präferenz für Kickl kundgetan hatte, untermauerte diese Position: Aktuell sei kein anderer Kandidat als Kickl vorstellbar, sagte er zur APA. Dass sich die FPÖ mit Kickl an der Spitze auf Jahre in der Oppositionsrolle einzementiert, fürchtet Petschnig nicht: "Natürlich ist er angriffig, aber wenn das Wahlergebnis entsprechend ist, wird man sich dem nicht verschließen können." Die Freiheitlichen sollen aber nur aus einer Position der Stärke heraus in eine Regierung gehen.

Der Tiroler FP-Chef Markus Abwerzger und der neue Kärntner Obmann Erwin Angerer hatten sich am Dienstag nach einer kurzen Schrecksekunde für Kickl als zumindest interimistischen FPÖ-Chef ausgesprochen. "Wenn Kickl die Partei übernehmen will, halte ich ihn für einen möglichen Obmann", sagte Angerer. Für Abwerzger steht fest, dass Kickl als erster Stellvertreter Hofers die Agenden interimistisch übernehmen sollte, bis der Parteitag einen neuen Obmann oder eine neue Obfrau wähle. (APA/Red.)

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