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Neues Modell für Corona-Kurzarbeit präsentiert

29. Juli
Flooring, Person, Human

Ronald Zak / AP / picturedesk.com

Regierung und Sozialpartner haben das aktuelle Modell der Corona-Kurzarbeit adaptiert. Das neue Modell gilt ab 1. Oktober und für sechs Monate.

Die Mindestarbeitszeit wird im neuen Modell der Corona-Kurzarbeit von 10 auf 30 Prozent angehoben. Die Nettoersatzrate für Beschäftigte bleibt bei 80 bis 90 Prozent. Es gilt ab 1. Oktober bis Ende März 2021. Die Kurzarbeit wird somit um sechs Monate verlängert. Nach den Semesterferien 2021 wollen sich die Sozialpartner wieder mit der Regierung zusammensetzen, um über die Zukunft der Kurzarbeit zu beraten.

Kogler: Andere Länder beneiden Österreich um Modell der Kurzarbeit

Die Kurzarbeit habe in der Coronakrise bisher "massive Wirkung" gezeigt und viele Jobs gerettet sowie Menschen in Beschäftigung gehalten, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz nach einem Treffen mit ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian und WKÖ-Chef Harald Mahrer. Das Kurzarbeitsgeld sei eine Unterstützung für Betriebe und Mitarbeiter.

Vizekanzler Werner Kogler dankte den Sozialpartnern für ihre Kooperation. Gewerkschaft und Wirtschaftskammer seien "eine große Stärke für Österreich". Andere Länder würden Österreich um sein Kurzarbeitsmodell beneiden, so Kogler.

Katzian: Anträge werden genauer geprüft

ÖGB-Präsident Katzian verwies darauf, dass bei den Kurzarbeitsanträgen der Unternehmen noch genauer hingesehen werde. Es werde "kein Durchwinken" geben, damit kein Missbrauch durch Betriebe möglich sei. "Dafür wird es Rahmenvereinbarungen geben, die in nächsten Tagen finalisiert werden."

Für Wirtschaftskammer-Chef Harald Mahrer kann sich "das Ergebnis sehen lassen". Durch die Einigung gebe es nun Planungssicherheit für die Unternehmen und man habe am Modell der Kurzarbeit-Abrechnung nichts verändert, um "kein Bürokratiemonster zu schaffen". Die Beibehaltung der Einkommen-Nettoersatzrate für Beschäftigte von 80 bis 90 Prozent stärke die Kaufkraft und helfe der Wirtschaft, so Mahrer. Das Kurzarbeitsmodell sei "weiterhin extrem großzügig".

Schon fast 4 Mrd. Euro ausbezahlt

Im Rahmen der Corona-Kurzarbeit hat das AMS bisher rund 3,9 Mrd. Euro an anspruchsberechtigte Unternehmen ausbezahlt. Die Bundesregierung hat bis zu 12 Mrd. Euro für die Kurzarbeit budgetiert. Von den eingelangten Abrechnungen sind laut Angaben des Arbeitsministeriums rund 337.500 bearbeitet, das sind 96 Prozent. Rund 72.000 Unternehmen hätten schon alle Zahlungen erhalten.

Aktuell wird die Kurzarbeit noch in der Warenherstellung (Industrie und Gewerbe) mit rund 194.000 Kurzarbeitenden, im Handel mit rund 68.000 und im Tourismus (Beherbergung und Gastronomie) mit rund 48.000 in Anspruch genommen. (APA/Red.)

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