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Erste Termine für Massentests in Österreich stehen

20. Nov.
Clinic, Person, Human

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Die ersten Termine für Massentests sind für Lehrer und Polizisten angesetzt. Die Teilnahme ist laut Regierung freiwillig.

Die Pläne für die geplanten Corona-Massentests in Österreich sind fertig. Am 5. und 6. Dezember und somit zum Ende des harten Lockdowns werden die rund 200.000 Landes- und Bundeslehrer und Kindergartenbetreuer getestet. Am 7. und 8. Dezember folgt dann die Testung der 40.000 Polizisten.

Sieben Millionen Tests bestellt

Kurz vor Weihnachten ist dann eine breit angelegte Testreihe für die gesamte Bevölkerung geplant. Auch hier sei die Teilnahme freiwillig, so die Regierung. Zur Vorbereitung der Massentests vor Weihnachten werden ebenfalls in der ersten Dezemberwoche in ausgewählten Gemeinden mit hohen Inzidenzwerten Gratis-Testungen an der Bevölkerung durchgeführt. Zu Beginn des neuen Jahres ist eine zweite Massentest-Reihe im ganzen Land geplant, gab die Regierung am Freitag bekannt.

Sieben Millionen Antigen-Schnelltests wurden bereits bestellt, weitere Bestellungen sind in Planung. Die Kosten für die ersten sieben Millionen Tests belaufen sich auf 50 Millionen Euro. Die zentrale Abwicklung und Steuerung der Massentests liegt beim Bundesheer und dem Gesundheitsministerium. Das Bundesheer hat bereits die Abwicklung der Massentests in der Slowakei unterstützt.

Kurz appelliert, an Massentests teilzunehmen

Die Teilnahme an den Massentests erfolgt freiwillig, betonte Bundeskanzler Sebastian Kurz. Er gab aber zu bedenken, dass "einige Minuten für einen Test einige Wochen Lockdown des ganzen Landes verhindern können". Kurz: "Deshalb bitten wir schon jetzt die gesamte Bevölkerung, dieses bundesweite Projekt zu unterstützen und sich daran zu beteiligen. Diese Massentests sind bis zur Impfung eine große Chance für Österreich, den Weg zur Normalität zurückzufinden."

"Mit den Massentests eröffnen wir im Kampf gegen die Pandemie ein neues Kapitel und wollen damit den Menschen ein Weihnachtsfest im engen Familienkreis ermöglichen. Dieses Vorhaben erfordert einen hohen logistischen Aufwand, aber bringt enorme Vorteile. Wir können schnell eine hohe Zahl an infizierten Personen lokalisieren und Infektionsketten durchbrechen. Massentests waren bisher nicht möglich, sind aber jetzt eine Alternative zu Lockdowns", so der Bundeskanzler.

Ziel der in Abstimmung mit Ländern, Gemeinden, Sozialpartnern, Ärztekammer und der Wissenschaft geplanten Massentests ist es auch, eine Bestandsaufnahme aktiver Infektionen zu bekommen, aktive Infektionsfälle zu lokalisieren und dadurch Infektionsketten zu durchbrechen. Der logistische Aufbau soll Grundlage für regelmäßige Testungen bieten.

Anschober: Mehrere Wiederholungen notwendig

"Damit Testungen epidemiologisch sinnvoll sind, müssen diese mehrmals wiederholt werden. Sie müssen außerdem niederschwellig und gratis zugänglich und auf freiwilliger Basis erfolgen", ergänzte Gesundheitsminister Rudolf Anschober.

Intensive Testungen, Screenings und Massentestungen können ein probates Mittel zur Pandemiebekämpfung sein, entscheidend sei aber, dass durch die Tests kein falsches Sicherheitsgefühl entsteht, "sondern dass sie nicht als Ersatz, sondern als zusätzliche Maßnahme zu Abstand Mund-Nasen-Schutz und Hygiene angenommen werden", so Anschober.

Epidemiologe warnt vor unzähligen falsch positiven Tests

Epidemiologe Gerald Gartlehner sagte am Mittwoch im Interview mit den Servus Nachrichten: "Massentests führen auch zu vielen falschen Alarmen. Dann kann man davon ausgehen, dass ca. 100.000 falsch Positive entstehen. Das heißt, 100.000 Personen müssten in Isolation, obwohl sie nicht infiziert sind." (APA/Red.)

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