Auch Nehammer dafür: Prämie für Corona-Impfung zeichnet sich ab

29. Dez.

APA/GEORG HOCHMUTH

Die Idee eines Impf-Anreizes findet immer mehr Anhänger.

Nachdem Bundeskanzler Karl Nehammer im APA-Interview erklärt hat, alles, was dazu beitrage, mehr Menschen zur Corona-Impfung zu bringen, sei "ein positives Signal", heißt es auch aus dem Gesundheitsministerium, verschiedenste Lösungsansätze sollten weiterhin diskutiert werden.

Forderung nach 500-Euro-Gutschein

Die Forderung nach einem 500-Euro-Gutschein für alle, die mit dem dritten Stich zu einer höheren Impfquote beitragen, wurde zuletzt von SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner erhoben. Auch Vizekanzler Werner Kogler zeigt sich offen für die Idee. Er will noch vor Inkrafttreten der Impfpflicht per 1. Februar einen 500-Euro-Gutschein für alle, die sich den Booster holen. "Das sollten wir in der Regierung durchspielen", sagt er.

Das Büro von Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein erklärt auf APA-Anfrage: "Um die Impfquote noch weiter erhöhen zu können, heißt es hier vor allem auf Überzeugungsarbeit und Aufklärung zu setzen. Natürlich soll es hierbei keine Denkverbote geben und verschiedenste Lösungsansätze sollen auch weiterhin diskutiert werden."

ELGA-Geschäftsführer Franz Leisch erklärt unterdessen, die Verteilung von Gutscheinen könnte man über das bestehende ELGA-System abwickeln. Möglich wäre etwa, die Abholung analog zu den mittlerweile eingestellten Gratis-"Wohnzimmertests" in Apotheken zu ermöglichen. All jene, die sich den dritten Stich abgeholt haben, könnten sich dann einen wie immer gearteten Gutschein in einer Apotheke abholen, sagt Leisch auf APA-Nachfrage. Er betont, persönlich sei er eher für Anreize als für Strafen.

FPÖ und NEOS gegen Prämie für Corona-Impfung

Ein entschiedenes Nein zu Gutscheinen oder einer Prämie kommt von FPÖ-Sozialsprecherin Dagmar Belakowitsch: "Diese Bundesregierung hat offenbar ein großes Problem und versteht das Prinzip von Freiheit und Freiwilligkeit nicht. Die Menschen brauchen weder Zuckerbrot noch Peitsche - weder Gutscheine noch Zwang", sagt sie in einer Aussendung. "Sie sind mündige Bürger und können selbst entscheiden, ob und wie oft sie sich impfen lassen wollen, am besten auf Basis ihres eigenen Risikoprofils und in Absprache mit dem Arzt des Vertrauens".

Skeptisch zeigt sich NEOS-Gesundheitssprecher Gerald Loacker, wenn auch aus anderem Grund: "Die Impfung ist kostenlos. Wenn wir da mal beginnen, Impfprämien zu bezahlen, dann werden wir nicht mehr fertig. Man muss ja damit rechnen, dass möglicherweise noch eine vierte Impfung notwendig wird, dann würde man dann eine noch höhere Prämie zahlen müssen. Und sollten wir in einen Rhythmus kommen, dass man regelmäßig Covid impft, dann ist das alles nicht mehr zu machen", sagt er gegenüber Ö1. (APA/Red.)

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