Reportage: Die verborgenen Auswirkungen der Alpen auf unsere Gesundheit

2. Aug.
Almbaden auf Rezept und gemeinsam wandern statt Paartherapie? Was wissen wir darüber, wie die Natur des Alpenraums wirkt und was lässt sich daraus möglicherweise für die Medizin oder Kurangebote ableiten? Diesen Fragen geht die Servus Reportage in Salzburg, Kärnten, Wien und Südtirol nach.

Servus Reportage: Heilkraft der Alpen – Natur auf Rezept?, am Donnerstag, 4. August um 21:10 Uhr bei ServusTV Österreich. Nach Ausstrahlung abrufbar in der Mediathek bei ServusTV On.

Ob klare Höhenluft, der Sprühnebel mächtiger Wasserfälle, einzigartige Mikroben, eine wohltuende Stille oder vielseitiges Terrain für Bewegung jeder Art: Man spürt intuitiv, ein Aufenthalt in den Bergen tut gut. Doch was am Gipfel und auf dem Weg dorthin auf Körper und Geist genau wirkt, ist bislang wenig erforscht. Ist es die saubere Luft, die wir einatmen, die wärmende Sonne und der weite Blick rundum? Oder das satte Grün, die Stille und Gerüche von Moos, Gras und Holz?

Die Servus Reportage begibt sich auf eine Reise zu den verborgenen Kräften von Gipfeln und Grün, begleitet wissenschaftliche Studien am Berg und im Wald, trifft Menschen, die sich auf Almen von schweren Krankheiten erholt haben und verrät, warum eine gemeinsame Bergtour manchmal eine Paartherapie ersetzen kann.

Natur auf Rezept

Gemeinsam mit seinem Team erforscht Univ.-Doz. Dr. Arnulf Hartl von der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Salzburg seit vielen Jahren, wie die Natur auf die Gesundheit des Menschen wirkt. Man will herausfinden: Macht es einen Unterschied, ob jemand einen Gipfel bezwingt oder sich achtsam und langsam im Wald bewegt? Die Servus Reportage begleitet die Feldstudie in Algund in Südtirol, lässt sich erklären, warum Bergsport Stress reduziert und den Blutdruck senkt und erhält exklusiv Einblicke in die Ergebnisse der Algund-Studie. Dr. Arnulf Hartl sieht im therapeutischen Nutzen der Natur die Zukunft: „Ich bin davon überzeugt, dass wir Natur bald auf Krankenschein bekommen“. Sein Buch dazu „Heilkraft der Alpen“ (von Arnulf Hartl und Christina Geyer) ist im Bergwelten-Verlag erschienen. 

Auch Prof. PD Daniela Haluza, Umweltmedizinerin am Zentrum für Public Health der Medizinischen Universität Wien, untersucht, ob jeder Wald die gleichen Effekte auf den Menschen hat oder ob es einen Unterschied zwischen Mischwäldern und natürlichen Monokulturen wie Buchenwäldern gibt. „Dr. Forest“ nennt sich das europaweite Forschungsprojekt, an dem sich neben Österreich auch Deutschland, Belgien, Polen und Frankreich beteiligen. Es ist eines der Größten seiner Art.

"Wirkt" Alm-Leben gegen chronische Krankheiten?

Edith Widmann hat für sich schon lange erkannt, dass ihr der Aufenthalt in der Natur und auf den Bergen guttut. Widmann leidet an Multipler Sklerose, einer chronischen Autoimmun-Erkrankung. Seit 2009 bewirtschaftet sie die Millstätter Hütte, eine über 100 Jahre alte Almhütte mitten in den Kärntner Nockbergen. Zuvor litt sie in ihrem Job unter Stress, der die Symptome der Krankheit verstärkte. Seit mittlerweile sieben Jahren ist sie beschwerdefrei. Nur eines macht der Wirtin wirklich Sorgen: Die zunehmende Natur-Entfremdung, die sie bei ihren Gästen beobachtet. „Manche können nicht schlafen, weil es hier heroben so still ist“, erzählt sie. Natur-Defizit-Syndrom nennt die Wissenschaft das.

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