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Reportage: Viren als Wunderwaffe der Medizin?

7. Juli

© ServusTV / Bonusfilm

In Hightech-Laboren wird weltweit daran geforscht, die Gefährlichkeit von Viren zu erhöhen. Eines dieser Labore steht in Wuhan. Könnte das Corona-Virus ein Resultat dieser Forschung sein?

Die neuesten Methoden der Gentechnik versetzen die Forschung in die Lage, Viren manipulieren und designen zu können. Können Viren Krebs heilen oder können Viren Bakterien abtöten, gegen die unsere Antibiotika nicht mehr wirken? Diese Gebiete der Humanmedizin werden intensiv erforscht und erste vielversprechende Ergebnisse liegen bereits vor. Sogar Fälle, in denen Menschen durch eine Corona Infektion von Krebs geheilt wurden sind inzwischen bestätigt. Doch um das Zusammenspiel vom menschlichen Genom und Viren zu verstehen muss man weit in der Medizingeschichte zurückblicken.

Virusinfektionen plagen Lebensformen seit sie existieren

Lange Zeit waren die Ursachen dieser Krankheiten unbekannt. „Erst in der Zeit der Aufklärung und es damit einhergehenden Fortschritts der Wissenschaft begann sich das Bild zu wandeln“, so Herwig Czech, Professor für Medizingeschichte in Wien. Nach und nach wurden Zusammenhänge verstanden. Zeitgleich mit dieser Entwicklung gerieten Viren aber auch in den Verdacht, auch zum Wohle des Menschen zu wirken. Durch den kalten Krieg, durch die Teilung von Ost und West und durch den Siegeszug des Penizillins gerieten viele dieser Aspekte in der westlichen, durch den Kapitalismus geprägten Weltordnung jedoch in Vergessenheit. Wissen, welches heute zunehmend an Bedeutung gewinnt.

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Der Mikrobiologe Gerhard Herndl sieht Viren als bedeutende Treiber der Evolution durch den so genannten „horizontalen Gentransfer“. Die Entschlüsselung des menschlichen Genoms und die Erkenntnis durch Robert Gallo, einer der Entdecker des AIDS Virus, erhärteten den Verdacht, dass Viren auch Krebs auslösen können. „Heute wissen wir, dass eine ganze Reihe von Viren Krebs auslösen kann, bzw. einen großen Anteil an seiner Entstehung hat.“ Die neuesten Methoden der Gentechnik versetzen die Forschung nun aber auch in die Lage, Viren so zu manipulieren und zu designen, dass sie zur Heilung von Krebs dienen können.

Bedeutende Fortschritte an der medizinischen Universität Innsbruck

Unter der Leitung von Dorothee von Laer forscht dort Guido Wollmann an vielversprechenden Krebstherapien. „Durch die neuen Techniken zwingen wir Tumorzellen quasi in den Selbstmord“, so Wollmann. Am Phagomed Institut in Wien wird an der Erforschung von Bakteriophagen gearbeitet. Lorenzo Corsini sieht den Einsatz von Phagen, also Bakterienfressende Viren, gegen multiresistente Keime als sehr vielversprechend denn ihr Nutzen wurde schon durch viele Heilungserfolge bestätigt. „Es war wie ein Wunder!“, so John Haverty, der durch Multiresistente Bakterien beinahe sein Leben verloren hätte und durch eine Phagentherapie gerettet wurde.

Gefährliche Seiten der Forschung am Genom von Mensch und Virus

In der Gain of Function Forschung werden Viren „angeschärft, sie werden gefährlicher gemacht. Nikolai Petrovsky aus Australien und Juri Deigin aus Toronto sind sich sicher, dass zum Beispiel das Corona Virus aus einem dieser Labors entstammt. „Es ist, als wenn man in einem Wald plötzlich vor einer Holz-Skulptur steht. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die Natur von sich aus diese Skulptur geschaffen hat“. Tim Skern, von den Max Perutz Labs Wien, vertritt hingegen die These, dass dieses Virus natürlichen Ursprungs sei. Sind wir in der Lage, die fundamentalen Auswirkungen der Forschungsergebnisse im Griff zu haben?

Chris Walzer von der Wildlife Conservation Society sieht zudem einen eindeutigen Zusammenhang zwischen dem Eingreifen des Menschen in die Natur durch die Zerstörung riesiger Lebensräume und dem Auftreten von Pandemien. „Durch die Zerstörung natürlicher Lebensräume kommt der Mensch zwangsläufig in Kontakt mit tierischen Viren“, so Walzer. Die Forschung an Viren Forschung verschlingt ungeheure Finanzmittel und bietet zugleich Chancen von Milliardengewinnen. Ist es verantwortungsvoll, diese Entwicklung in die Hände von kapitalorientierten Unternehmen zu legen und so der Kontrolle einer am Gemeinwohl orientierten Gesellschaft zu entziehen?

Kampf um Patente

Der Kampf um Patente dominiert seit den 80er Jahren die Forschung und wirft viele ethische Fragen auf. Als Johan Sulk den Impfstoff gegen die Kinderlähmung entwickelte und damit Millionen Menschen rettete wurde er gefragt, wer nun das Patent an dem Impfstoff halte und damit reich werde. Sein Zitat ging um die Welt als er sagte: "Der Impfstoff gehört den Menschen, denn: Kann man die Sonne patentieren?“

Servus Reportage zum Thema „Viren als Wunderwaffe der Medizin - Fluch oder Segen?“, am Donnerstag, 8. Juli um 21:10 Uhr bei ServusTV.

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