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Schlimmste Flutkatastrophe in Deutschland in der Nachkriegszeit

16. Juli
Landscape, Nature, Outdoors

Rhein-Erft-Kreis / AP / picturedesk.com

Die Flutkatastrophe im Westen Deutschlands nahm historische Ausmaße an. Die Zahl der Toten stieg am Freitag über 100.

Nach der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands steigt die Zahl der Toten weiter. Mindestens 100 Menschen kamen ums Leben. In Belgien stieg Zahl der Toten auf 15, auch hier rechnet man mit einem Anstieg. Über 100 Feuerwehrleute aus Österreich sind dort im Einsatz

Deutlich mehr Tote als bei Jahrhunderthochwasser 2002

Es handelt sich um eine der größten Unwetterkatastrophen der Nachkriegszeit in Deutschland. Obwohl die Rettungsmaßnahmen noch voll im Gange sind, liegt die Zahl der Toten bereits deutlich mehr als doppelt so hoch wie beim so genannten Jahrhunderthochwasser des Jahres 2002, bei dem in Deutschland 21 Menschen starben.

Es gibt zudem mit Stand Freitagmittag noch eine große Zahl vermisster Personen. Aus Sicht der Polizei würden in Rheinland-Pfalz knapp unter 100 Menschen vermisst, sagte der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz. Der Kreis Ahrweiler spricht von 1.300 Vermissten im Kreisgebiet. Eine Sprecherin erklärt das auch mit dem teilweise lahmgelegten Mobilfunknetz. Daher gebe es keinen Handy-Empfang. Viele Menschen seien nicht erreichbar.

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Extrem viel Regen in kurzer Zeit

Stundenlanger Starkregen hatte zu einem verheerenden Hochwasser geführt. Schwerpunkt der Katastrophe in Rheinland-Pfalz ist der Kreis Ahrweiler. Allein in dem 700 Einwohner zählenden Dorf Schuld an der Ahr wurden mehrere Häuser von den Wassermassen mitgerissen, zahlreiche weitere Gebäude teils schwer beschädigt.

Im schwer vom Hochwasser bedrohten nordrhein-westfälischen Erftstadt (Bild) südlich von Köln wurden 55 Menschen aus von den Fluten betroffenen Häusern gerettet. Es gibt auch Berichte über Tote. 15 Personen sind Freitagmittag in dem gefährdeten Bereich noch in ihren Häusern eingeschlossen.

Nach Angaben des Bundesamtes für Bevölkerung und Katastrophenschutz in Bonn sind in Nordrhein-Westfalen 23 Städte und Landkreise von Überschwemmungen betroffen. Bundeskanzlerin Angela Merkel versprach den Betroffenen Hilfen. Sie sprach in Washington von einer "Tragödie".

Auch Belgien stark betroffen

Nach den heftigen Unwettern in Belgien ist die Zahl der Toten laut Medienberichten auf zwölf gestiegen. Wie der öffentlich-rechtliche Rundfunksender RTBF berichtet, werden fünf weitere Menschen noch vermisst. Der wallonische Regierungschef Elio Di Rupo befürchtet, dass die Zahl der Todesopfer weiter steigen werde. "Gestern Abend waren noch hunderte Menschen in ihren Häusern eingeschlossen", sagte Di Rupo am Freitagmorgen. Die Wallonie, eine französischsprachige Region im Süden Belgiens, war besonders stark von den Unwettern betroffen.

In Belgien stehen seit heute auch österreichische Kräfte im Einsatz: 103 Feuerwehrleute aus Niederösterreich sind noch Donnerstagabend mit 16 Fahrzeugen und 26 Booten aufgebrochen, nachdem ein entsprechendes Hilfsansuchen der dortigen Behörden über den EU-Katastrophenhilfemechanismus im Innenministerium eingelangt war. "Selbstverständlich stehen wir der belgischen Bevölkerung in diesen schweren Stunden zur Seite. Ich danke den über einhundert Feuerwehrleuten für ihren Einsatz", so Innenminister Karl Nehammer.

Starkregen auch in Vorarlberg und der Schweiz

Ebenfalls mit Hochwasser zu kämpfen haben Nachbarländer Deutschlands. In Österreich machte der Starkregen in Vorarlberg in der Nacht auf Freitag mehr als 50 Feuerwehr-Einsätze notwendig. Hauptsächlich galt es unter Wasser stehende Keller auszupumpen. Fast ausschließlich betroffen war der vordere Bregenzerwald, wo innerhalb von 24 Stunden 80 oder mehr Liter Regen pro Quadratmeter fielen. Verletzt wurde niemand.

In der Schweiz stiegen Flusspegel nach starken Regenfällen stark an. Im Kanton Schaffhausen überschwemmten angeschwollene Bäche die Dörfer Schleitheim und Beggingen. Wassermassen flossen durch Straßen, in Keller, rissen Fahrzeuge mit und zerstörten kleinere Brücken. (APA/Red.)

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