Talk: Bundesheer in der Krise?

27. Okt.

FLORIAN WIESER / APA / picturedesk.com

Während der russische Angriffskrieg auf die Ukraine mit unverminderter Härte seinen Lauf nimmt, ist am Wiener Heldenplatz zum Nationalfeiertag nach zwei Jahren Corona-Pause wieder das Bundesheer aufmarschiert.

Talk im Hangar-7, zum Thema „Krieg in Europa: Sind wir schutzlos ausgeliefert?“, am Donnerstag, 27. Oktober um 23:45 Uhr bei ServusTV Österreich. Bei ServusTV Deutschland am Freitag, 28. Oktober um 22:35 Uhr. Nach Ausstrahlung abrufbar in der Mediathek bei ServusTV On.

Bewegung gibt es auch beim Heeresbudget: Bis 2026 soll der Verteidigungshaushalt um insgesamt 5,3 Milliarden Euro erhöht werden. Doch reicht das aus? Namhafte Persönlichkeiten kritisieren seit Monaten die heimische Sicherheitspolitik: Österreich sei nahezu unvorbereitet auf Krisen und Bedrohungen.

Welche Herausforderungen gilt es in puncto Kriegsführung im 21. Jahrhundert zu bewältigen? Ist es an der Zeit, unsere Neutralität in Frage zu stellen? Oder wäre, wie die Mehrheit der Österreicher denkt, das zusätzliche Heeresbudget besser in Maßnahmen gegen Teuerung und steigende Energiekosten investiert? Wie sehr sind wir bereits in den Krieg in der Ukraine involviert? Und woher kommt die Vehemenz, mit der so viele öffentlich nach Waffen rufen und Aufrufe zu Frieden und Verhandlungen als Putin-Propaganda brandmarken?

Die Gäste beim Talk im Hangar-7

Darüber diskutiert Moderator Michael Fleischhacker mit

  • dem Ökonomen Gunther Fehlinger, der für eine Abkehr von der Neutralität kämpft und ein Volksbegehren für einen raschen NATO-Beitritt Österreichs initiiert hat;
  • der Historikerin Andrea Komlosy, die die Neutralität für ein unverzichtbares Element der Verteidigung hält und sich gegen Aufrüstung und Kriegstreiberei ausspricht;
  • dem Militärexperten Ralph Thiele, der die schwache Ausstattung des Heeres speziell in Bezug auf neue Technologien und künstliche Intelligenz kritisiert: In der gegenwärtigen Form habe man Putin wenig entgegenzusetzen;
  • dem Oberstarzt Klaus Wolff, der die Gräuel des Kriegs aus zahlreichen Einsätzen in Krisengebieten aus erster Hand kennt und in der Schaffung eines Milizheers die beste Lösung für Österreich sieht;
  • und der Kulturwissenschaftlerin Nathalie Weidenfeld, die eine überbordende Kriegsbegeisterung bei westeuropäischen Intellektuellen ortet und von Bürgern und Medien fordert, zur Friedensstiftung beizutragen.
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