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ATP Finals: Thiem nach Sieg gegen Djokovic im Finale

21. Nov.
Sport, Human, Tennis

Foto: (C) GEPA pictures/ ATP Tour/ Ella Ling

Österreichs Nummer eins, Dominic Thiem, steht in London im Finale der ATP Finals. Er gewinnt das Halbfinal-Drama gegen Novak Djokovic.

Ein Halbfinale zum Nägelbeißen haben die Tennis-Fans am Samstagnachmittag bei den ATP Finals in London geboten bekommen. Dominic Thiem besiegte den Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic nach 2:54 Stunden mit 7:5, 6:7, 7:6 und steht zum zweiten Mal en suite im Endspiel des Masters. Für Thiem war es sein 300. ATP-Einzel-Sieg. Im Tiebreak des zweiten Satzes vergab Thiem vier Matchbälle, über eine Stunde später verwertete er den sechsten.

Der US-Open-Sieger und Vorjahresfinalist kämpft damit zum zweiten Mal in Folge um den Titel beim letzten ATP-Turnier des Jahres. Der 27-jährige Niederösterreicher hatte in den Gruppenspielen Vorjahressieger Stefanos Tsitsipas und Rafael Nadal bezwungen. Am Sonntag trifft Thiem nun entweder erneut auf Nadal oder den Russen Daniil Medvedev.

Fünfter Sieg gegen "Djoker"

Thiem hat damit wie im Vorjahr zwei der "big three" beim mit 5,7 Mio. Dollar dotierten Saison-Showdown der ATP geschlagen. Wie viel diese Siege über Roger Federer, Nadal und Djokovic wert sind, zeigt eine andere Statistik: Es war im 12. Duell der fünfte Sieg über den "Djoker". Damit ist Thiem neben Andy Murray (GBR) der einzige Spieler überhaupt, der gegen alle drei lebenden Tennis-Legenden zumindest fünf Siege errungen hat. Gegen Federer steht es 5:2, gegen Nadal 6:9.

Mit diesem Erfolg, übrigens seinem fünften über eine aktuelle Nummer 1, hat Thiem schon einmal 800 ATP-Zähler und 861.000 US-Dollar (725.786 Euro) Preisgeld brutto sicher. Im Finale geht es um weitere 500 Punkte und zusätzliche 550.000 Dollar für Thiem.

Thiem: „War so nervös"

„Das war sicher eine mentale Schlacht. Ich war so nervös im Tiebreak des zweiten Satzes", meinte ein erleichterter Thiem. „Gegen diese Legenden zu spielen, wird immer etwas Spezielles sein und auch hier ums Finale zu spielen, ist auch sehr besonders." Seine Annahme, dass er nach dem Triumph in Flushing Meadows bei großen Spielen nun befreiter sein werde, relativierte er.

„Nach meinem ersten großen Titel in New York dachte ich, dass ich ein bisschen ruhiger sein würde, aber das war scheinbar ein Fehler", sagte er lachend in die wegen der Coronakrise leere O2-Arena. „Ich war genauso nervös wie sonst, das Match war so sehr auf der Kippe. Ich bin unglaublich glücklich, dass ich durch bin."

Egal, ob gegen Nadal oder Medvedev, Thiem will nun auch in London den letzten Schritt gehen. „Nachdem ich so hart gekämpft habe, möchte ich natürlich alles versuchen, um den Titel zu gewinnen. Wir haben jetzt auf jeden Fall einen weiteren erstmaligen Sieger hier", erklärte Thiem, denn auch Nadal und Medwedew haben die ATP Finals noch nie gewonnen.

Zwei Breakchancen für Thiem

Das Match begann ausgeglichen, wenn zunächst auch nicht hochklassig. Beide Top-3-Spieler blieben beim Service unangetastet. Es dauerte bis zum 5:5, als Thiem als Erster eine Breakchance vorfand. Und er nutzte sie zum 6:5 und servierte in der Folge mit einem Ass zum 7:5 nach 51 Minuten aus.

Auch im zweiten Durchgang war es Thiem, der bei 2:2 und 30:40 eine Breakchance vorfand, die der 33-jährige Serbe aber abwehren konnte. Bei 4:3 für Djokovic musste dann Thiem erstmals einen Breakball abwehren. Richtig eng wurde es bei 5:6, als Thiem mit 15:40 in Rückstand geriet. Doch dank neuerlich starker Aufschläge bei den "big points" wehrte er beide Satzbälle ab und glich zum 6:6 aus.

Dieses Tiebreak verlief höchst dramatisch, diesmal aber zu Ungunsten des 17-fachen Turniersiegers aus Lichtenwörth: Bei 6:5, 7:6, 9:8 und 10:9 hatte Thiem nicht weniger als vier Matchbälle, alle blieben ungenutzt - besonders bitter war der Doppelfehler bei 7:6. So war es der Serbe, der seinen insgesamt vierten Satzball zum 12:10 und Satzausgleich nutzte.

Entscheidungs-Satz nach zwei Stunden

Nach zweistündiger Spielzeit ging es in den Entscheidungssatz. In diesem hielten Thiem und Djokovic ihre Aufschläge bis in ein neuerliches Tiebreak nach 2:45 Stunden. Und in diesem gelang Thiem eine nicht mehr für mögliche Aufholjagd: Nach einem Doppelfehler zum Start geriet er 0:4 in Rückstand, so etwas lässt sich Djokovic normal nicht mehr nehmen. Doch u.a. mit zwei Assen holte Thiem sechs Punkte in Folge zum 6:4, den insgesamt sechsten Matchball nutzte der Schützling von Nicolas Massu zum Sieg.

Thiem hat von den vergangenen sieben Partien gegen den "Djoker" nun fünf gewonnen und sich für die knappe Fünf-Satz-Niederlage dieses Jahr im Finale der Australian Open revanchiert. (APA/Red)

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