Von all den hoch gehandelte Nachwuchskräften vor den Australian Open 2020 konnte sich letztlich nur Dominic Thiem in die Nähe eines Titelgewinns spielen.

Und also sprach Dominic Thiem, dass der große Favorit zwar zu kämpfen hatte, dass aber die Gefahr einer Niederlage für ebendiesen Favoriten doch extrem überschaubar war. Wahre Worte des Österreichers, ausgesprochen allerdings am Vorabend seiner Viertelfinal-Partie der US Open 2018 gegen Rafael Nadal. Der Spanier hatte davor mit Karen Khachanov zu kämpfen gehabt. Er war nach vier harten Sätzen dennoch als eigentlich ungefährdeter Sieger aus dem Arthur Ashe Stadium abgezogen.

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Wie nah dran war Thiem am Sonntag gegen Novak Djokovic im Finale der Australian Open nun an dem, was Beobachter des Tennissports seit Jahren als Wachablöse verkaufen werden? Nämlich einen Erfolg der Generation nach Djokovic, Roger Federer und Nadal gegen einen dieser drei Großen, wahrscheinlich Größten aller Zeiten. Wie nah dran war Daniil Medvedev im Endspiel der US Open 2019 gegen Nadal? Dieses Match war schließlich auch über die volle Distanz gegangen.

Nur Tsitsipas hat Federer geschlagen

Da wie dort hatten die Außenseiter ihre Chancen. Medvedev gegen Nadal zu Beginn des fünften Satzes, als der Russe gerade ein 0:2-Satz-Defizit ausgeglichen hatte. Thiem wiederum Anfang des vierten Durchgangs, mit einem 2:1 an Sätzen im Rücken. Aber nicht umsonst gingen die letzten 13 Majors an die „Großen Drei“. Der letzte relative Außenseiter, der bei einem Major reüssieren konnte, war Stan Wawrinka in New York 2016. Damals war Stan aber auch schon mit zwei Grand-Slam-Titeln dekoriert an den Start gegangen.

Mit Ausnahme von Dominic Thiem, der natürlich auch schon 26 Jahre zählt, ist es mithin von den Wachablöse-Kandidaten nur Stefanos Tsitsipas bei einem Major gelungen, Roger Federer zu schlagen. Alexander Zverev hat in Melbourne zwar erstmals das Halbfinale eines Majors erreicht. Den Beweis, dass er Djokovic oder Nadal oder Federer in einem Best-of-Five-Match schlagen kann, hat die deutsche Nummer eins aber ebenso wenig erbracht wie Daniil Medvedev. Oder Matteo Berrettini, der im vergangenen Jahr immerhin bis in die Vorschlussrunde der US Open gekommen war.

Thiem mit Zuversicht nach Paris

Dominic Thiem hat die Australian Open mit dem Wissen verlassen, dass er nun auch in der Lage ist, Rafael Nadal bei einem Grand-Slam-Turner besiegen zu können. Gegen Djokovic sollte es diesmal nicht sein, insgesamt steht die Bilanz gegen den Serben bei 2:2. Dass beide Erfolge bei den French Open zustande kamen, wird dem Österreicher schon jetzt Zuversicht für das Turnier am Bois de Boulogne Ende Mai geben. Alle anderen Aspiranten müssen sich diese Zuversicht erst in den direkten Duellen mit den „Großen Drei“ erarbeiten.

Die große Tennis-Analyse bei „Sport und Talk“

Tennis-Österreich erlebte historische Tage: Mit Dominic Thiem stand bei den Australian Open erstmals ein ÖTV-Spieler in einem Grand-Slam-Einzelfinale außerhalb Frankreichs. Bei „Sport und Talk aus dem Hangar-7“ am Montag ab 21:15 Uhr analysiert ServusTV-Experte Alex Antonitsch die Performance des 26-Jährigen in Melbourne. Der Niederösterreicher und sein Team kommen nach dem Endspiel selbst zu Wort und gewähren private Einblicke in das Familienalbum. Außerdem sind Günter Bresnik, Ex-Trainer von Thiem, sowie Davis-Cup-Kapitän Stefan Koubek zu Gast im Hangar-7 und stehen Moderator Christian Nehiba Rede und Antwort.

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