Thiem blickt zuversichtlich auf die kommenden Turniere und erklärt, warum es seit Herbst 2019 so gut läuft.

Erstmals seit drei Jahren spielt Dominic Thiem zwischen den Australian Open und dem Sunshine-Double in Indian Wells und Miami nur ein Turnier auf Sand. Zwar plante er mit einem Antreten beim ATP-250-Turnier in Buenos Aires, doch durch seinen Erfolgslauf in Melbourne gönnte sich der 26-Jährige stattdessen eine kurze Auszeit in Österreich.

Warum es derzeit so gut läuft

Obwohl er nun für eine Turnierwoche der Belag wechselt, will Thiem sich im Training „nicht großartig verändern“. Fitnesstrainer Duglas Cordero reiste am Sonntag nach Wien und kümmert sich um den körperlichen Aufbau, Wolfgang Thiem leitet das Training auf den Sandplätzen in der Südstadt. 

„Mein Niveau ist sehr gut seit Herbst letzten Jahres. Ich habe einen guten Schritt gemacht in allen Belangen – vor allem auf schnelleren Belägen und auch in der Halle“, sagte Thiem. Seit dem Beginn der Zusammenarbeit mit Nicolas Massu, der Thiem in Südamerika wieder begleitet, entwickelte sich der Österreicher speziell in kurzen Ballwechseln weiter, was zum Erfolg auf Hartplätzen führte.

„Ich habe mich beim Aufschlag, Return und im Spiel nach vorne verbessert, das werde ich weiter forcieren, damit das noch automatischer wird“, nimmt er sich vor. „Ich glaube, dass mein Grundlevel, den ich täglich abrufen kann, höher geworden ist. Das ist ein ganz großes Ziel. Die Aufs und Abs werden immer weniger.“

In der Saison 2019 setzte es für Thiem sechs Erstrundenniederlagen. Neben Rio passierten zwei weitere davon ausgerechnet bei Major-Turnieren. „Ich habe aus den beiden Ausfällen bei den Grand Slams im letzten Jahr gelernt“, ist sich Thiem sicher. „Ich weiß jetzt genau, was ich brauche, damit ich mich wohlfühle und gut spiele.“ 

Im Vergleich zu vielen seiner Kontrahenten kam Thiem in einem höheren Alter auf die ATP-Tour. Das hatte zur Folge, dass der Niederösterreicher erst mit Mitte 20 sein laut eigenen Aussagen bestes Tennis abrufe. „Das kann ich jetzt immer besser.“

Grand-Slam-Titel? Andy Murray als Vorbild für Thiem

Bei den Australian Open gelang ihm dies über weite Strecken seiner sieben Matches. Einem kurzen Durchhänger in der Zweitrundenpartie gegen Alex Bolt abgesehen spielte er sich mit kontrolliertem Power-Tennis ins Finale. Dort verpasste er allerdings auch seine dritte Chance, ein Grand Slam zu gewinnen. 

„Das Finale von Australien tut mit Abstand am meisten weh“, sagte Thiem über seine drei Major-Finals. Er selbst wertet die Grand-Slam-Finalniederlagen aber nur als eine:  „2018 war ich einfach chancenlos, auch im letzten Jahr in Paris war ich eigentlich viel zu weit weg. Das war diesmal komplett anders. Ich würde fast sagen, dass ich bei einer Bilanz von 0-1 stehe, da ich die ersten beiden Finals ausklammere.“

Er schöpfe viel Selbstvertrauen aus dem Sieg über Rafael Nadal im Viertelfinale von Melbourne, da er den Spanier erstmals in einem Best-of-five-Match bezwang. „Es ist keine mentale Last“, sagte Thiem über seine negative Final-Bilanz bei Majors. „Andy Murray macht mir Hoffnung. Er hat auch erst Mitte 20 sein erstes Grand-Slam-Turnier gewonnen. Es gab nie eine Garantie, diese Matches zu gewinnen. Vielleicht verliere ich auch die nächsten zwei, aber das wichtigste wird sein, dass ich alles gebe und viel lerne.“

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