Ein Sturz von Gianni Infantino könne im Interesse mancher Personen sein, glaubt ein FIFA-Verantwortlicher, nachdem die Schweizer Staatsanwaltschaft gegen den FIFA-Boss ermittelt.

Der Fußball-Weltverband FIFA hat seine Kritik an der Schweizer Justiz wegen des Strafverfahrens gegen seinen Präsidenten Gianni Infantino erneuert. „Es wäre wichtiger, zunächst alte Fälle mit gravierenden Verdachtsmomenten zu bearbeiten, als sich um ein Treffen von Gianni Infantino mit dem Leiter der Bundesanwaltschaft zu beschäftigen“, sagte der stellvertretende FIFA-Generalsekretär Alasdair Bell.

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Bell wollte zudem nicht ausschließen, dass die Vorwürfe gegen Infantino auf einem Komplott in Funktionärskreisen beruhen. „Es sind merkwürdige Dinge passiert“, sagte der Jurist. Und deutete, ohne konkret zu werden, an: „Man hat Freunde, man hat Rivalen.“ Ein Sturz Infantinos könne im Interesse mancher Personen sein.

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Es geht offenbar um dubiose Treffen zwischen Infantino und dem Schweizer Bundesanwalt Lauber – damals fanden Ermittlungen wegen der WM-Vergaben 2018 und 2022 statt.

30. Jul

FIFA-Boss Infantino Opfer eines Komplotts?

Die Schweizer Staatsanwaltschaft hatte am Donnerstag ein Strafverfahren gegen Infantino eröffnet. Dabei geht es um drei Treffen mit dem schon länger in die Kritik geratenen Leiter der Bundesanwaltschaft, Michael Lauber. Der Vorwurf lautet unter anderem auf Anstiftung zum Amtsmissbrauch.

Bell betonte erneut, dass sich Infantino keines Vergehens schuldig gemacht habe. Und die FIFA zudem alles tun werde, um die „Wahrheit ans Licht“ zu bringen. Die Treffen hätten einem Informationsaustausch gedient, um den Willen der neuen FIFA-Führung zur Zusammenarbeit in Strafverfahren aus der Zeit vor Infantino zu versichern.

Weder Lauber noch Infantino haben nach eigenem Bekunden Aufzeichnungen von ihren Treffen in Hotels und Restaurants. An das dritte Treffen konnten sich beide zudem nicht erinnern. Ob die FIFA als Konsequenz des Falles ihren Hauptsitz aus der Schweiz abziehen könne, beantwortete Bell nicht konkret. „Es ist nicht sehr ermutigend“, sagte er. (APA/red.)

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