Rund um den Bilanz-Skandal um die Commerzialbank Mattersburg erwartet die Liga am Freitag „rechtsverbindliche Aussagen“ der Burgenländer – der Club ist weiterhin auf Tauchstation.

Der Freitag wird zum Schicksals-Tag für den SV Mattersburg. Bis dahin hat die Fußball-Bundesliga dem vom Bilanz-Skandal um die Commerzialbank Mattersburg schwer angeschlagenen Verein die Frist gesetzt, um dem Lizenzausschuss seine finanzielle Situation darzulegen. Durch den Wegfall der vor der Liquidation stehenden Commerzialbank als maßgeblicher Geldgeber schaut diese aktuell düster aus.

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Die Liga um ihren Vorstands-Vorsitzenden Christian Ebenbauer erwartet sich vom Club „rechtsverbindliche Aussagen“. Ziel sei es, bis Anfang August Bescheid zu wissen, wie es um den SVM steht, meinte Ebenbauer. Von Vereinsseite war seit Bekanntwerden des Skandals kaum etwas zu erfahren. Noch ist auf der stillstehenden Club-Homepage zu lesen: „Der SVM startet ab 11. September in die neue Bundesliga-Saison.“

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Lage für Mattersburg laut Verbands-Chef „bedrohlich“

Am Sonntag hatte Vereins-Vizepräsident Richard Woschitz sein Amt niedergelegt. Er habe keine validen Informationen über den Zustand des Vereins, merkte sein Anwalt an. Der Präsident des Burgenländischen Fußballverbands, Gerhart Milletich, schätzte die Lage für den SV Mattersburg als bedrohlich ein. Es sei „unrealistisch“, dass der SVM auch künftig in der Bundesliga zu sehen sein wird, sagte Milletich. „Weil niemand da ist, der handlungsfähig ist.“

Johannes Wutzlhofer, ein vom Club angefragter Rechtsanwalt und Mitglied des Senats 1 (Straf- und Beglaubigungsausschuss) der Bundesliga, sieht die Lage offenbar ähnlich. Er werde die Vertretung nicht übernehmen, teilte er gegenüber der APA mit. Es gebe keinen Ansprechpartner und niemanden, der einen Auftrag erteilt habe, sagte Wutzlhofer. Einer der letzten Strohhalme heißt Nedeljko Malic. Der Ex-Kapitän mit Studienabschluss und Beziehungen im Energie-Bereich soll sich aktuell auf Sponsoren-Suche befinden.

WSG Tirol hängt wegen Mattersburg-Causa in der Luft

Für die Bundesliga ist Ines Pucher aktuell die Ansprechpartnerin. Pucher ist die Tochter von SVM-Präsident und Commerzialbank-Ex-Chef Martin Pucher. Und sie wird zudem als Prokuristin der „SVM Profisport GmbH“ geführt. Für die APA war Ines Pucher bis dato nicht zu erreichen.

Der Commerzialbank Mattersburg bzw. deren Ex-Chef Pucher wird vorgeworfen, Bankbilanzen mit fingierten Krediten und Einlagen umfangreich aufgeblasen haben. Unter anderem wurden Guthaben bzw. Kontostände bei anderen Banken verbucht, die dort zumindest so aber nicht aufgeschienen sind. Außerdem sollen Kredite an Unternehmen später als Sponsoring an den Fußball-Club gegangen sein.

Auf eine schnelle Entscheidung hofft neben der Liga vor allem die WSG Tirol, um mit den Planungen voranschreiten zu können. Die sportlich abgestiegenen Wattener würden die Klasse halten, sollte der SV Mattersburg Konkurs anmelden oder sich freiwillig aus dem Fußball-Oberhaus zurückziehen. Da es in diesem Fall keinen Absteiger geben würde, wären in der 2. Liga vorerst nur 15 Vereine am Start. (APA/red.)

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