In Indian Wells kehrt Dominic Thiem an den Ort seines bisher größten Titels zurück. Das schmerzhafte Aus in Rio sollte bis dahin längst vergessen sein.

In Rio de Janeiro, bei einem Turnier derselben Kategorie wie Wien, hätte es Dominic Thiem wesentlich einfacher haben können als beim Heim-Titel 2019. Aber irgendwie lief es auf brasilianischem Sand von Anfang an nicht gut für ihn. Auch wenn er es mit Schwierigkeiten bis ins Viertelfinale schaffte. Vor Indian Wells bleiben Fragen offen.

Thiems Taktik wirft Fragen auf

Dort aber hat der sich über zwei Tage hinziehende Auftritt gegen Gianluca Mager schon ein paar Fragen hinterlassen. Etwa jene, warum es Thiem in der Fortsetzung so eilig hatte: Aufschlag-Volley als Überraschungselement kommt auch auf Asche gut, als Stilmittel bei so gut wie jedem Punkt hat man diese zuletzt gefühlt in der Blütezeit von Stefan Edberg gesehen.

Vielleicht war es die Aussicht, am Samstag noch ein zweites Match bestreiten zu müssen, die Dominic Thiem zum Abkürzen der Ballwechsel angehalten hat. Oder aber das Knie, das im ersten Match gegen Felipe Meligeni medizinischer Aufmerksamkeit bedurfte, hat dann doch noch nicht so gut gehalten.

Noch vor Indian Wells: Thiem wird Federer überholen

Zeit zur Genesung hat Thiem nun jedenfalls genug. Der nächste Auftritt ist erst in Indian Wells geplant. Acapulco und der Davis Cup waren der immer noch Nummer vier der Welt, wenn überhaupt, nur einen flüchtigen Gedanken wert. Das neue Karrierehoch wird sich indes nicht mehr vermeiden lassen – wenn auch um eine Woche verzögert. Roger Federer wird bekanntermaßen in Dubai seinen Titel nicht verteidigen. Dominic Thiem wird am 2. März 2020 erstmals offiziell als drittbester Spieler der Welt werden.

Was aber auch bedeutet: Die Zielscheibe auf dem Rücken von Dominic Thiem wird immer größer, je weiter er in den Charts nach oben klettert. Das war in Rio auch zu beobachten: Weder Meligeni, noch Mager und auch nicht Jaume Munar in Runde zwei hatten etwas zu verlieren, riskierten und variierten viel. Fast so wie Alex Bolt bei den Australian Open – dort aber hatte Dominic Thiem mit dem Best-of-Five-Modus natürlich das Regulativ auf seiner Seite. Kleine Sünden werden bei regulären Tour-Events da schon schneller bestraft.

Indian Wells: Langer Weg zur Titelverteidigung

Aber jetzt ruft Los Angeles, dort stoßen Vater Wolfgang und Michael Reinprecht zum Team Thiem, es wird wieder einmal ein Konditions-Block eingelegt. Aus gutem Grund versteht sich. Denn der Weg zur Titelverteidigung in Indian Wells könnte ähnlich beschwerlich werden wie jener in Wien im Herbst 2019.

Um seinen ersten ATP-Masters-1000-Titel zu gewinnen, musste Dominic Thiem vor knapp einem Jahr schließlich die Herren Jordan Thompson, Gilles Simon, Ivo Karlovic, Gael Monfils (der zum Viertelfinale nicht antreten konnte) Milos Raonic und Roger Federer besiegen. Immerhin Letzteres wird Thiem aus bekannten Gründen erspart bleiben.

23. Februar – Servus Sport aktuell