Liverpool-Trainer Jürgen Klopp streute Salzburg Rosen und lobte „den außergewöhnlichen Charakter“ seiner eigenen Truppe. Er entschuldigte sich außerdem beim Dolmetscher.

Der 2:0-Erfolg über Salzburg hinterließ am Dienstagabend einen durchaus erleichterten Liverpool-Coach Jürgen Klopp im Stadion von Wals-Siezenheim. Der hart erarbeitete Erfolg ersparte dem Champions-League-Titelverteidiger das frühe Aus. Damit können die „Reds“ weiter von einer Saison mit Meister- und Königsklassentitel träumen. Klopp lobte den „außergewöhnlichen Charakter“ seines Teams.

Vor allem in der ersten Hälfte sah sich der Favorit, der bei einer Niederlage die K.o.-Phase verpasst hätte, massivem Salzburger Druck ausgesetzt. „Sie (Salzburg, Anm.) waren speziell in der ersten Hälfte unglaublich stark. Das wussten wir aber auch nach dem guten Spiel gegen uns und dem sehr guten gegen Neapel“, meinte der Deutsche. Dass sein Team sich davon nicht überrumpeln ließ, sei den Spielern hoch anzurechnen: „Ich liebe es, dass mein Team so schlau ist, zuzuhören. Und dann so eine Leistung zeigt.“

Dass Stürmer Mohamed Salah sich erst als Chancentod erwies und 100 Sekunden nach dem 1:0 durch Naby Keita (57.) dann doch noch aus schier unmöglichem Winkel zum Endstand traf, verzieh Klopp dem Ägypter. „Dranzubleiben und dann so einen entscheidenden und sehr schwierigen Abschluss zu machen, das sagt vermutlich mehr über ihn als alle anderen Tore, die er erzielt hat“, betonte Klopp. Und das gelte stellvertretend für die gesamte Mannschaft, die geduldig und fokussiert geblieben wäre.

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Er habe nie das Gefühl gehabt, dass die Partie aus Sicht der Gäste schiefgehen könne. „Wir haben in der Halbzeit gesagt, dass wir ganz, ganz einfach spielen müssen, weil Salzburg uns mehr oder weniger angesprungen ist. Als wir intelligenter gespielt und die Räume in der zweiten Hälfte besser genützt haben, haben wir unsere Möglichkeiten genützt. Wie wir da gespielt haben, war sehr schwierig für Salzburg. Wir hätten fünf oder sechs Mal treffen können“, zeigte sich Klopp zufrieden, lobte aber wiederholt die „Bullen“: „Allerhöchster Respekt für Jesse Marsch und sein Team.“

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Klopp entschuldigt sich

Wie groß der Druck gewesen war, der auf Klopp und dem Tabellenführer der Premier League vor dem Duell gelastet hatte, zeigte die Pressekonferenz am Montag. Da hatte Klopp den Übersetzer nach einer ungenauen Wiedergabe relativ barsch zurechtgewiesen. Nach dem Spiel am Dienstag bekannte Klopp, dass seine Reaktion in der Form nicht in Ordnung gewesen sei: „Dafür möchte ich mich entschuldigen.“ Der 52-Jährige reichte dem Übersetzer die Hand. Der schlug ein und freute sich über die „wunderbare Geste“.

Das Achtelfinale, in dem Klopp auf seinen Ex-Club Borussia Dortmund treffen könnte, hat man nun als Gruppensieger erreicht. In der Premier League weist Liverpool nach 16 Runden beeindruckende acht Punkte Vorsprung auf Leicester bzw. 14 auf Titelverteidiger Manchester City auf. Es steuert dem ersten Meistertitel seit 30 Jahren entgegen. Verteidiger Virgil Van Dijk gelobte, am Boden zu bleiben: „Noch nicht einmal die Hälfte der Meisterschaft ist gespielt. Wir haben noch nichts erreicht.“ (APA/red.)

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