Die neue Koalition: ÖVP und Grüne präsentierten ihr gemeinsames Regierungsprogramm und die Ministerliste der Öffentlichkeit.

Die neuen Koalition: Sebastian Kurz (ÖVP) und Werner Kogler (Grüne) haben Donnerstagnachmittag ihren türkis-grünen Pakt der Öffentlichkeit präsentiert und dabei „das Wagnis“ verteidigt, wie es Kogler nannte. Man habe sich nicht gegenseitig auf Minimalkompromisse herunterverhandelt, sondern bewusst „zentrale Wahlversprechen halten können“, sagte Kurz.

„Wir haben es uns nicht leicht gemacht. Wir sind nicht an der Oberfläche geblieben. Es war kein einfacher Weg. Wir sind zwei sehr unterschiedliche Parteien und deswegen waren die Verhandlungen inhaltlich herausfordernd“, so der baldige Kanzler.

Als Schwerpunkte nannte er unter anderem Steuerentlastungen, den Kampf gegen die illegale Migration, um den „sozialen Frieden aufrechterhalten zu können und unsere österreichische Identität zu wahren“ sowie den Klimaschutz. „Migration bleibt Herzstück meiner Politik“, so Kurz. Man wolle den Schutz der europäischen Außengrenzen vorantreiben und eine verfassungskonforme Sicherungshaft, wie es sie in vielen anderen Ländern gebe, einführen, so Kurz.

Kogler über Koalition: „Es ist das Wagnis wert“

Die neuen Konservativen und die Grünen seien in Europa auf dem Vormarsch und „wenn das die Herausforderung ist, hier zusammenzukommen, ist es das Wagnis wert“, sagte Kogler. Er sprach von „Mut für einen Pionierpfad“ und einer möglichen „Vorbildwirkung für Europa“. Die Grünen hätten im Unterschied zur ÖVP „nur diese eine Möglichkeit“ gehabt.

Manche Bereiche würden eine türkise und andere eine grüne Handschrift tragen. Ob das Verhältnis genau eins zu 2,7 entspricht, sei nicht das Entscheidende. Am Ende „wird es nicht darum gehen, ob ÖVP oder Grüne gewonnen haben, sondern dass Österreich gewinnt“. Er bezeichnete das Klimaschutzkapitel als „einzigartig“. Und er versprach, dass es zu einer CO2-Bepreisung kommen werde. „Wir werden Mühe haben“, alle Klimavorhaben einzulösen, „aber wir werden uns bemühen. Wir nehmen das Risiko“, so Kogler.

Von der Parteibasis erwartet er Zustimmung für den Pakt der Koalition. „Es wird eine Diskussion geben. Eine 95- bis 99-prozentige Mehrheit werden wir abwenden, aber es sollte sich gut ausgehen. Ich prognostiziere das, sonst würde ich nicht hier stehen.“

Die kritisierten Sicherungshaft verteidigte Kogler damit, dass diese verfassungskonform sein werde und so etwa im europäischen Recht vorgesehen sei. Zudem gebe es in zahlreichen Ländern eine Sicherungshaft und diese werde nur in Einzelfällen vorkommen. (APA/red.)

Türkis-Grün präsentiert Regierungsprogramm