Rallye Dakar: Die Motorrad-Fahrer hatten sich für einen Ruhetag ausgesprochen. Dem Salzburger Matthias Walkner geht es gesundheitlich besser.

Am unerwarteten Ruhetag am Montag ist die Stimmung im Biwak bei der Rallye Dakar in Saudi-Arabien sehr gedrückt. Nachdem der Veranstalter die achte Etappe durchführen wollte, sind die Fahrer der Motorradklasse geschlossen aufgetreten und haben sich für einen Ruhetag ausgesprochen. Matthias Walkner geht es etwas besser, auch das leichte Fieber der vergangenen Tage ist wieder weg.

Walkner im Word-Rap über…

Paulo Goncalves:

„Am Sonntag war ein rabenschwarzer Tag für die gesamte Motorsport-Welt. Ich habe es im Ziel noch gar nicht mitbekommen, erst im Biwak dann. Die KTM-Crew hat mich zu ihnen geholt und ich habe es an ihren traurigen Gesichtern schon gesehen, dass etwas Schlimmes passiert sein muss. Aber mit so etwas Tragischem hätte ich nicht gerechnet. Paulo hat mich in all meinen Jahren, seit ich im Rallye-Sport mit dabei bin, begleitet. Er hat auch meine Karriere ein wenig mitgeprägt. Bei meinem Oberschenkelbruch 2016 war er der Erste, der dazugekommen ist, die Erstversorgung gemacht und mir die Hand gehalten hat. Wir hatten extrem gute Duelle, weil wir ein ähnliches Tempo fuhren. Er war wirklich einer der nettesten Menschen, die ich kennenlernen durfte und bei allen sehr beliebt. Es ist wirklich unfassbar tragisch was passiert ist.“

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… die erste Woche:

„Die erste Woche war im Großen und Ganzen sehr zufriedenstellend. Am vierten Tag hatte ich zwei kurze Blackouts, mich verfahren und dadurch 20 Minuten verloren. Das kann einfach passieren, wenn man über 500 Kilometer (nur Wertungsprüfung) Vollgas fährt – das Ganze unter extremen Temperaturen und Bedingungen. Fehler kann man einfach nicht vermeiden.“

… die Unterschiede zwischen der Dakar in  Südamerika und Saudi-Arabien:

„Der größte Unterschied und was diese Dakar so gefährlich macht, sind die Offpiste-Passagen. Das Fahren auf nicht gefestigtem Untergrund und dort auch Rennen zu bestreiten. Am Sonntag hatten wir mehr als 125 km/h Schnitt, über 540 Kilometer, und 90 Prozent davon offpiste. Dort existiert kein Weg und jeder wählt seine Linie selber. Das heißt, im Roadbook die „Danger“-Stellen zu markieren, funktioniert auch nicht wirklich, weil jeder woanders fährt. Also muss man immer auf Sicht fahren. Man bekommt dann auch immer mehr Selbstvertrauen und wird immer mehr verleitet Vollgas zu geben. Mein Top-Speed war am Sonntag 180 km/h. Leider hat man dann nicht immer alles so gut unter Kontrolle.“

… das Risiko: 

„Es ist schon wirklich gefährlich, wenn man bei einer solchen Geschwindigkeit stürzt. Andrerseits ist man aber auch mehr bei der Sache je schneller das Tempo ist. Es ist einem bewusst, dass, wenn man stürzt, es dann richtig wehtut. Ich bin aber auch einer, der die letzten zwei bis drei Prozent nicht investiert, um genau sowas wie 2016 (Anm.: Oberschenkelbruch) zu vermeiden. Aber keiner von uns ist davor gefeit und das wissen wir auch. Aber zur Risikominimierung trainiere ich auch das ganze Jahr. Ich versuche das Risiko so gering wie möglich zu halten.“

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… die Strategie für die letzten vier Etappen:

„So wie bisher. Ich werde immer mein absolut Bestes geben und alles aus mir herausholen. Mehr kann ich nicht tun. Wenn es unter dem Strich nur für den siebenten Platz reicht, geht für mich die Welt nicht unter. Und wenn es ein Podium wird, freue ich mich natürlich umso mehr.“

… seinen Gesundheitszustand:

„Ich fühle mich heute (Montag) auf jeden Fall fitter als am Sonntag. Ich hatte eine leichte Grippe mit Husten, Schnupfen und leichtem Fieber. In der Früh hat es zum Teil nur 2 Grad. Die extrem trockene Luft kommt noch dazu und an einigen Tagen musste ich noch dazu viel Staub schlucken, da ich von weiter hinten starten musste. Die Atemwege sind dann komplett zu. Die letzten 100 Kilometer am Sonntag waren richtig hart für mich. Man kommt schon an seine Grenzen.“

Team zieht sich zurück

Nach dem Unfalltod von Paulo Goncalves am Sonntag hat sein Team, Hero MotoSports, am Montag bekannt gegeben, dass es sich von der heurigen Rallye Dakar komplett zurückzieht. Das Statement des Teams im Wortlaut:

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