Ein 100 Seiten langer Bericht soll Aprilia-Star Andrea Iannone im Zusammenhang mit seiner Doping-Affäre vor Gericht entlasten – ein Urteil wird in den nächsten Tagen erwartet.

So enttäuschend die Absage des MotoGP-Saisonstarts in Katar für die meisten Fahrer, Teams und Fans auch sein mag: Einem könnte die Situation zum Vorteil gereichen. Denn noch ist die seit Dezember schwelende Doping-Affäre um Andrea Iannone nicht geklärt.

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Fehlte der Aprilia-Pilot schon bei den Vorsaison-Tests in Sepang und Katar, stand auch zu befürchten, dass er auch beim Saison-Auftakt nicht mit dabei sein wird. Der verschiebt sich nun aber nach hinten. Und die Hoffnung, dass Iannone doch kein Rennen verpasst, lebt plötzlich wieder für den Italiener.

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Wurde Iannone ein Steak zum Verhängnis?

Medienberichten zufolge soll erst kürzlich eine erneute Anhörung vor Gericht stattgefunden haben. Dabei hat die Verteidigung des MotoGP-Stars dem Vernehmen nach 100 Seiten vorgelegt, die beweisen sollen, dass Iannone Opfer eines verunreinigten Lebensmittels war. Eine These, die schon bei der ersten Anhörung vor Gericht verfolgt worden war.

Diese sollte damals eine freiwillige Haarprobe von Iannone untermauern, die keinerlei Rückstände von Steroiden aufwies. In der Urinprobe, die zur vorläufigen Doping-Sperre des Aprilia-Stars führte, wurden nur geringe Mengen gefunden. Dieser Umstand legt nahe, dass der Stoff über verunreinigtes Fleisch in Iannones Körper gelangte.

Staatsanwalt fordert weiter die Höchststrafe

Die Richter indes überzeugte das nicht. Sie gaben Anklage und Verteidigung mehr Zeit, um ihre Beweiskette genauer zu dokumentieren. Da nun alle Unterlagen vorliegen, wird in den kommenden Tagen eine Entscheidung erwartet. Die Staatsanwaltschaft fordert die Höchststrafe: Eine vierjährige Sperre für Iannone.

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Im für ihn besten Fall könnte der Italiener aber auch mit einer Verwarnung davonkommen. Selbst wenn das Gericht die Lebensmittel-Kontamination als Erklärung akzeptiert, ist anzunehmen, dass er des Dopings schuldig befunden wird. Weil jeder Pilot selbst dafür verantwortlich ist zu kontrollieren, was er seinem Körper zuführt.

Welches Strafmaß ihn erwartet, hängt dann ganz davon ab, ob das Gericht der Beweisführung der Verteidigung folgt oder nicht. Iannone ist seit dem 17. Dezember 2019 vorläufig suspendiert. Auf der neuen Aprilia RS-GP saß der Italiener seither nur zu Demo-Zwecken bei der Team-Präsentation.