Andrea Dovizioso startet beim zweiten Aragon-Rennen von Position 17 ins Rennen. Alle 2020er-Ducatis scheitern im Q1, Johann Zarco mit der 2019er-Maschine im Q2.

Die WM-Hoffnungen von Ducati und Andrea Dovizioso haben beim Qualifying zum zweiten Aragon-Rennen einen weiteren Dämpfer erlitten. Im Q1 scheiterte Dovizioso deutlich am Aufstieg ins Q2 und wird am Sonntag von Startplatz 17 aus ins elfte MotoGP-Rennen der Saison starten. Und auch die drei anderen 2020er-Ducatis kamen nicht ins Q2.

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Johann Zarco (Avintia) war im Qualifying als Fünfter bester Ducati-Pilot. Der Franzose schaffte mit seiner 2019er-Desmosedici den Sprung ins Q2. Warum trumpfte Zarco so auf, während Andrea Dovizioso, Danilo Petrucci, Jack Miller und Francesco Bagnaia im Q1 scheiterten?

„Es liegt am Fahrstil“, begründet Andrea Dovizioso. „Wenn man die Saison analysiert, dann erkennt man, dass es viele Höhen und Tiefen gab. Viele Fahrer waren außergewöhnlich schnell. Doch man muss sich ansehen, wo sie in der Meisterschaft liegen. Es bestätigt, dass die Situation nicht unter Kontrolle ist.“

Andrea Dovizioso: Reifen entscheiden über Erfolg oder Misserfolg

Erneut entscheiden laut Andrea Dovizioso die Michelin-Reifen über Erfolg und Misserfolg. „Es ist sehr schwierig, das zu kontrollieren und das Potenzial zu nutzen, weil wir intensiv an der Abstimmung arbeiten und versuchen, uns anzupassen. Doch wie man sieht funktionierte es nicht. Auf einigen Strecken sind wir ein bisschen schneller, doch wir waren nie richtig vorn. Es ist schwierig“, erklärt „Dovi“.

Welche Strategie hat der WM-Anwärter für das Rennen? „Wenn man diese Rundenzeiten fährt, dann kann man keine Strategien festlegen. Und man kann nicht an die Meisterschaft denken. Ich gehe wie immer an das Rennen heran, um die maximal möglichen Punkte zu holen“, kommentiert Andrea Dovizioso.

„Doch wenn man nicht schnell genug ist, dann kann man nichts planen und man kann keine Kraft aufwenden, um eine Strategie aufzustellen. Man hat keine Kraft, um irgendetwas zu entscheiden. Es ist ziemlich schwierig. Im Moment denke ich nicht an die Meisterschaft, weil sie nicht in meinen Händen ist“, so Dovizioso.

Warum Jack Miller im Q1 scheiterte

Im Q1 lag Jack Miller nach dem ersten Schlagabtausch vorne, doch beim zweiten Versuch konnte sich der Pramac-Pilot nicht steigern. „Ich drehte meine Runden, doch der zweite Reifen funktionierte überhaupt nicht. Mit dem ersten Reifen konnte ich die Rundenzeit recht einfach fahren. Doch der zweite Reifen hatte keinen Grip. Das war das große Problem“, begründet Miller.

„Dovi fuhr hinter mir“, spielt Miller eine Szene im Q1 an. Hatte Ducati eine Strategie abgesprochen? „Ich half ihm nicht. Er fuhr hinter mir, doch das war nicht abgesprochen“, stellt Miller klar. Als sich KTM-Pilot Pol Espargaro und Ducati-Markenkollege Johann Zarco beim zweiten Versuch steigerten, rutschte Miller im Q1 aus den Top 2 und hatte vorzeitig Feierabend. Am Sonntag steht er auf Startplatz 14.

„Was bei Ducati los ist? Wenn ich das wüsste, dann würde ich die Probleme lösen“, kommentiert der Australier. „Wir bringen diesen Reifen nicht zum arbeiten, vor allem hier. Andere Hersteller, wie zum Beispiel Honda, kamen mit diesem Reifen das ganze Jahr über nicht zurecht und sind hier auf einmal richtig schnell.“

„Von Startplatz 14 aus wird es nicht einfach. Doch (Joan) Mir und (Alex) Marquez stehen in der Reihe vor mir. Beide schafften es vor einer Woche aufs Podium. Ich kann nur die Daumen drücken, dass etwas Magisches passiert. Doch das wird wohl nicht der Fall sein“, macht sich Miller keine falschen Hoffnungen.

Johann Zarco mit der 2019er-Ducati deutlich stärker

Mit Startplatz fünf sorgte Johann Zarco für das einzige Highlight in einem für Ducati verkorksten Qualifying. Obwohl der Franzose im Q2 stürzte, schaffte er es in die zweite Reihe. „Ich bremste ein bisschen später und rutschte in der Bremsphase. Als ich auf die Linie zurück kam, klappte mir das Vorderrad ein. Ich pushte wohl ein bisschen zu viel. Das ist nicht die beste Kurve für uns“, kommentiert er den Sturz in Kurve 16.

„An diesem Wochenende konnten wir uns mit gebrauchten Reifen verbessern im Vergleich zum vergangenen Wochenende. Deshalb haben wir die Chance, im Rennen ein gutes Gefühl aufzubauen. Das Feld ist von vergangener Woche zu dieser Woche enger zusammen gerückt. Deshalb müssen wir zu Beginn des Rennens schnell sein“, bemerkt Zarco. „Ich kann mir vorstellen, dass es in der Startphase mehr Kämpfe gibt als vor einer Woche, weil alle so eng beisammen liegen.“

Für Francesco Bagnaia und Danilo Petrucci endete das Q1 enttäuschend. Bagnaia startet von Position 18 und Petrucci steht mit seiner Werks-Ducati in der letzten Reihe. Diese wird von Avintia-Pilot Tito Rabat und Aprilia-Pilot Bradley Smith komplettiert.

Das Qualifying der MotoGP: Grand Prix of Teruel