Eigentlich steht Karel Abraham bei Avintia-Ducati für die MotoGP-Saison 2020 unter Vertrag. Könnte Nachrücker Johann Zarco seinen Platz trotzdem gefährden?

Mit dem Interesse von Ducati an Johann Zarco scheint der Platz von Karel Abraham bei Avinita für die MotoGP-Saison 2020 vakant geworden zu sein. Zumindest legen dies jüngste Gespräche zwischen dem Franzosen und den Ducati-Bossen nahe. Sie wollen ihn überzeugen, das Kunden-Team im kommenden Jahr zu verstärken.

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Weil bei Avintia aber Tito Rabat und Karel Abraham unter Vertrag stehen, blieb zunächst unklar, welcher der Piloten im Falle eines Zarco-Deals weichen muss. Inzwischen deutet aber vieles auf Abraham hin. Denn während Rabat bei Avintia für die kommenden zwei Jahre unterschrieben hat, hat der Tscheche nur einen Einjahres-Vertrag.

Am Rande des Valencia-Tests auf dem Circuit Ricardo Tormo darauf angesprochen, erklärte Abraham: „Hin und wieder jagt mir jemand Angst ein und spricht mich darauf an. Doch im Moment sind es nur Gerüchte.“ Er selbst bestätigt zwar Nachverhandlungen beim Vertrag, diese hätten aber nichts mit Zarco zu tun.

Abraham: Zarco müsste viel Geld mitbringen

„Wir sprechen derzeit über ein paar Anpassungen im Vertrag. Aber wir haben eine Vereinbarung für das kommende Jahr. Das Team weiß das. Wenn sich etwas ändern sollte, zum Beispiel, dass wir uns bei den Anpassungen nicht einig werden, kann es noch mal in eine andere Richtung gehen. Aber im Moment hat das nichts mit mir, Zarco und Avinita zu tun.“

Den Pressevertretern vor Ort verriet Abraham auch, dass es am Ende wohl eine Frage des Geldes sei. „Jeder weiß, dass Tito und ich Geld mitbringen. Ich weiß nicht, ob das bei Zarco auch der Fall ist. Ob er überhaupt Sponsoren hat, die ihn unterstützen. Wenn er fünf Millionen Euro mitbringen würde, dann könnte er sicherlich sofort bei Avintia anfangen.“

Wie stark Zarcos Lobby wirklich ist, ist unklar. Es heißt, der Franzose habe sich noch nicht entscheiden. Er schwanke zwischen einem Verbleib in der MotoGP mit dem Avintia-Team, gegen das er selbst Vorbehalte äußerte, und einer Rückkehr in die Moto2. Dort ist nach Alex Marquez‘ Aufstieg ein Platz bei Marc-VDS frei geworden.

Avintia beim Valencia-Test mit einigen Änderungen

Beim Test in Valencia war Zarco nicht dabei. Ohnehin hat der Franzose nach seinem Sturz im Rennen am Sonntag noch Schmerzen im Knöchel. Abraham zieht indes ein positives Fazit: „Der Test war gut. Es gab viele Dinge, die wir ausprobieren wollten. Es gibt einen neuen Crew-Chief, insofern mussten wir uns erst aufeinander einstellen.“

Die beiden Tage beendete der Avintia-Pilot auf Rang 18, Teamkollege Tito Rabat wurde Zwölfter. „Am Dienstag hatte ich mir vorgenommen, eine Zeit von 1:31,500 Minuten oder besser zu fahren. Am Ende sind es 1:31.596 geworden. Das Ziel haben wir also knapp verpasst. Ich denke aber, wir sind auf einem guten Weg. Das Potenzial ist da.“