Kawasaki gewinnt in Australien beide Sonntags-Rennen: Alex Lowes übernimmt die WM-Führung und setzt sich überraschend gegen Weltmeister Jonathan Rea durch.

Mit dem Sieg im zweiten Superbike-Lauf auf Phillip Island übernahm Kawasaki-Werkspilot Alex Lowes die Führung in der Meisterschaft. Teamkollege Jonathan Rea musste sich im zweiten Hauptrennen mit Platz zwei zufriedengeben, obwohl er das Rennen lange Zeit anführte.

Nach dem Nuller am Samstag verbesserte sich Rea immerhin auf die vierte Position der WM-Wertung. Doch mit Lowes hat der Serien-Weltmeister in diesem Jahr einen Herausforderer in den eigenen Reihen.

WM-Führung für Lowes und Kawasaki

„Es ändert nichts für mich“, kommentiert Lowes die WM-Führung und gibt sich bescheiden. „Das war erst mein zweiter Sieg in der Superbike-WM, Jonathan hingegen hat fünf Meisterschaften gewonnen. Es gibt viele Dinge, die ich lernen muss.“

„Wenn wir auf die etwas normaleren Strecken zurückkehren, muss ich ruhig bleiben und mein Tempo richtig verstehen. Das Kawasaki-Team ist fantastisch. Sie haben mir sehr geholfen und mein Selbstvertrauen gestärkt. Das Motorrad bereitet mir Freude. Wenn man Spaß am Fahren hat, dann ist man normalerweise schnell“, weiß Lowes.

Yamaha Finance Australian Round: Rennen 2

Verzichtete Jonathan Rea auf übermäßiges Risiko?

Jonathan Rea meldete sich am Sonntag mit dem Sieg im Superpole-Rennen zurück, zog im Hauptrennen aber den Kürzeren. „Ich brauchte das nach Samstag. Wir mussten ein paar Punkte sammeln. Nachdem was am Samstag passiert ist, verlor ich nicht allzu viele Punkte“, bilanziert Rea, der in der WM 19 Punkte zurückliegt.

„Für das Rennen hatte ich keine richtige Strategie für das Rennen. Ich fuhr an der Spitze und wollte meinen Reifen schonen. Ich fuhr ein gutes Rennen und hatte das Gefühl, der einzige Fahrer zu sein, der Führungsarbeit leistet. Loris Baz probierte es in Kurve 4 ein paar Mal. Aber ich wollte auf der Geraden nicht vom Gas gehen. Mein Motorrad war deutlich schneller als seins“, berichtet Rea.

„Vier Runden vor Rennende fuhr ich einen kleinen Vorsprung heraus. Doch am Ende der Runde baute der Reifen stark ab“, kommentiert Rea den gescheiterten Ausreißversuch. „Ich gab in der letzten Runde alles, um den Rückstand aufzuholen. In der letzten Kurve wollte ich viel Schwung holen, doch Alex stand mir in der Mitte der Kurve im Weg. Ich berührte beinahe seinen Auspuff. Dann konnte ich beim Sprint zur Ziellinie nichts mehr ausrichten.

„Ich gratuliere Alex. Ich weiß, wie es sich anfühlt, für ein neues Team beim ersten Event zu gewinnen“, spielt Rea den Sieg beim Kawasaki-Debüt vor fünf Jahren an. „Alex hat uns gezeigt, welche Stärken die ZX-10RR hat.“

Yamaha Finance Australian Round: Superpole-Race

Zahlreiche Berührungen erschweren Lowes das Rennen

Alex Lowes erlebte ein ereignisreiches Rennen und geriet mit einigen Gegnern aneinander: „Johnny gab an der Spitze das Tempo vor. Ich musste ruhig bleiben. Die anderen Fahrer fuhren mir ins Motorrad und schickten mich nach außen. Baz traf mich ein paar Mal. Es gab mit Toprak (Razgatlioglu) eine kleine Berührung, aber auch Michael (van der Mark) traf mich.“

„Es war schwierig, einen Rhythmus zu finden. Ich durfte nicht frustriert reagieren. Zwar verlor ich Positionen, aber ich wusste, dass mein Tempo gut ist. Ich wollte mich in einer guten Position befinden, um am Ende des Rennens kämpfen zu können. Der Plan ging auf“, freut sich der Sieger. „Das Motorrad war ziemlich schnell. Dadurch konnte ich auf der Geraden überholen. Ich genoss das Rennen. Es war sehr rutschig. Die Rundenzeiten waren nicht allzu schnell.“