Alex Marquez sieht sich für das zweite Aragon-Rennen nicht als Favorit, sondern will konsequent weiterarbeiten. Er erklärt das Fahrgeheimnis der Honda RC213V.

Nach dem zweiten Platz im verregneten Le Mans fuhr Alex Marquez auch im trockenen Aragon als Zweiter auf das Podest. Der amtierende Moto2-Weltmeister und MotoGP-Rookie war im MotorLand der schnellste Fahrer im Feld.

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„Als ich mir das Rennen zuhause angesehen habe, war ich von mir selbst überrascht, weil ich schnell war“, lacht Alex Marquez. „Ich war schnell und habe aufgeholt. Nach sieben, acht Runden habe ich mir vor dem Fernseher gesagt: ‚Wow, ich bin so schnell und hole auf.'“

„Es gab die Chance auf den Sieg. Am Ende war ich am Limit. Ich habe es bis zur letzten Runde probiert. Rins hat auch keinen Fehler gemacht. Vielleicht habe ich jetzt eine Chance, vielleicht auch nicht. Mein Ziel bleibt gleich.“

Der Favorit für Aragon 2?

„Ehrlich gesagt, mein Ziel ist es an diesem Wochenende nicht, das Rennen zu gewinnen“, stapelt er tief. „Ich will die Arbeit des vergangenen Wochenendes fortsetzen. Wir haben im Training sehr gut gearbeitet und uns Tag für Tag gesteigert. Wir waren bei allen Bedingungen stark.“

„Ich will meine Trainings absolvieren und meinen Rhythmus finden. Dann sehen wir weiter. Das Rennen ist die Konsequenz der Trainings. Ich versuche im Qualifying stärker zu sein, denn das ist die halbe Miete und der Schlüssel für einen Rennsieg“, sagt Alex Marquez.

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22. Okt

Alex Marquez kennt nun das Geheimnis der Honda

Vergangenen Sonntag startete Alex Marquez als Elfter. Rennsieger Alex Rins (Suzuki) griff zwar auch nur von Startplatz zehn an, aber Rins hatte einen viel besseren Start und war gleich in der Spitzengruppe. Marquez musste eine Aufholjagd zeigen.

Warum ist Alex Marquez plötzlich so stark? Vor wenigen Wochen schaffte er es teilweise nicht in die WM-Punkteränge und plötzlich ist er ein Sieg-Kandidat. „Der Misano-Test war sehr wichtig für uns“, spricht er den einen Test-Tag zwischen den beiden Italien-Rennen an.

„Dabei haben wir einen großen Fortschritt gemacht. Seit dem Katar-Test gab es keinen einzigen Testtag. Für einen Rookie war es schwierig. Während des Lockdowns bin ich drei Monate nicht gefahren und dann ist es direkt mit Jerez losgegangen.“

„Es ist schwierig, wenn man Dinge während eines Rennwochenendes probieren muss. Bei diesem Test konnten wir viel machen. Seither läuft es besser. Auch ‚Taka‘ hat in diesem Jahr einen Schritt nach vorne gemacht. Seit dem ersten Rennen habe ich mich auf ihn konzentriert“, erzählt Alex Marquez.

Man muss ein „kompletter“ Fahrer sein

Dass die Honda RC213V speziell für MotoGP-Neulinge nicht einfach ist, haben die vergangenen Jahre gezeigt. Auch ein Franco Morbidelli hatte vor zwei Jahren seine Schwierigkeiten. Tom Lüthi erzielte damals keinen einzigen WM-Punkt.

„Man braucht einen kompletten Fahrstil, denn man muss in allen Bereichen stark sein“, nennt Alex Marquez das Geheimnis. „Man kann sich zum Beispiel nicht nur auf die Bremse konzentrieren. Außerdem muss man das Motorrad verstehen. Es ist speziell beim Vorderreifen kritisch.“

„Wenn das Set-up nicht optimal ist, dann ist es sehr schwierig. Turning ist sehr schwierig. Das Motorrad ist generell sehr hart zu fahren. Wenn man alles unter Kontrolle hat und man sich mit dem Motorrad wohlfühlt, dann gibt es großes Potenzial.“

„Ich kann sicherlich noch nicht alle Stärken des Motorrads nutzen, aber das Potenzial ist vorhanden. Wir sehen seit Jahren, dass Marc die Honda am besten fährt. Ich kann mich sicherlich auch noch verbessern – in schnellen Kurven und in der Bremsphase.“

„Außerdem ist es für den Fahrer sehr anstrengend. Wenn man einmal kurz nachlässt, verliert man sofort eine Sekunde pro Runde. Man muss ständig am Limit sein. Aus diesem Grund haben wir in den Trainings immer viele Stürze von Marc gesehen.“

Alex Marquez: „Bitte keine Fragen mehr über Marc“

Apropos Marc Marquez. In dieser Woche tauchten Gerüchte auf, er könnte ein drittes Mal am rechten Oberarm operiert werden. Honda hat diese Spekulationen dementiert. „Es hat sich nichts verändert“, bestätigt auch Alex Marquez über seinen Bruder. „Die Situation ist wie vor ein, zwei Wochen.“

Trotzdem hält der jüngere Marquez klipp und klar fest: „Ich möchte auch nicht mehr Fragen über Marc beantworten, sondern mich auf mein Wochenende konzentrieren. Ich bin auf dem Podium und ich möchte nicht ständig über Marc befragt werden. Man sollte ihn ein wenig vergessen und sich auf mich konzentrieren.“

Im Kampf um den Titel bester Rookie des Jahres halten Alex Marquez und KTM-Fahrer Brad Binder bei 67 WM-Punkten.

Wrap-Up: Die Experten-Analyse zum Aragon-GP