Suzuki-Pilot Alex Rins spricht exklusiv über den Abschied von Teammanager Davide Brivio. Er blickt voraus, was das für seine MotoGP-Saison 2021 bedeutet.

Die Nachricht, dass Suzuki-Teammanager Davide Brivio die MotoGP noch vor Beginn der Saison 2021 in Richtung Formel 1 verlassen wird, traf nicht nur den japanischen Hersteller hart. Auch für Alex Rins, der seit seinem Aufstieg in die Königsklasse 2017 mit Brivio zusammenarbeitete, kam der Abschied überraschend.

Advertisement

„Wenn ich ehrlich bin, habe ich die Nachricht ganz plötzlich erfahren, ohne es zu wissen. Er hat mich am Tag vor der Bekanntgabe angerufen“, verrät Rins im Podcast ‚Por Orejas‘ der spanischen Kollegen von ‚Motorsport.com‘.

„Er sagte mir, dass er das Team verlässt. Zuerst dachte ich, es sei ein Scherz. Aber es ist wahr und es hat mich sehr überrascht. Er hat einen unglaublichen Job für Suzuki gemacht. Und nun beginnt für ihn ein neues Abenteuer“, wünscht Alex Rins Brivio für seine Ankunft in der Formel 1 alles Gute. Dort wird er zum Alpine-Team (ehemals Renault) stoßen.

Alex Rins: Suzuki auch ohne Brivio gut aufgestellt

Für Suzuki ist der Weggang des langjährigen Teammanagers, der maßgeblich am Aufbau der Marke seit ihrem Comeback in die MotoGP 2015 beteiligt war, freilich ein Verlust.

„Ob es mich beeinflussen wird oder nicht, weiß ich nicht“, sagt Alex Rins. Und er räumt ein: „Natürlich wird es eine Lücke geben. Nämlich die, die Davide besetzt hat. Sicherlich wird es Auswirkungen haben, aber ich denke nicht negativ. Die Harmonie mit der Mannschaft ist unglaublich und das ist zum Teil auch durch ihn erreicht worden.“

„Wenn man mir sagen würde, dass es ein Team ist, das jedes Jahr die Mechaniker wechselt, neue Leute vorbeikommen und so weiter, würde ich sagen, dass wir ein bisschen verloren sind. Aber das ist nicht der Fall. Es wird sich ändern, weil Davide als Person nicht mehr da sein wird. Aber nicht viel“, betont Suzuki-Pilot Alex Rins weiter.

Brivio hielt auch in schweren Zeiten zu Rins

Angesprochen auf seine persönliche Beziehung zu Brivio, bezeichnet Alex Rins diese als „sehr gut“. Und er bedankt sich für die erfolgreiche Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren.

„Die Wahrheit ist, dass ich super dankbar bin für alles, was er in diesen Jahren getan hat. Und dafür, dass er mir 2017 nach einem harten Jahr mit vielen Verletzungen die Chance gegeben und mir weiter vertraut hat“, blickt Alex Rins auf die Ups und Downs zurück.

Auch in der vergangenen Saison ging der Spanier aufgrund einer Schulterverletzung, die er sich im ersten Qualifying des Jahres zugezogen hatte, gehandicapt an den Start. Trotzdem gelangen ihm ein Sieg und drei weitere Podestplätze. Die WM schloss er als Dritter ab, während sich Teamkollege Joan Mir den Titel sichern konnte.

Suzuki: Für MotoGP-Saison 2021 kein Ersatz geplant

Mit einem Ersatz für Brivio noch in dieser MotoGP-Saison rechnet Alex Rins nicht: „Wäre ich Mr. Suzuki (lacht), würde ich die Dinge so lassen, wie sind. Es ist ein Jahr, in dem man nicht viele Änderungen vornehmen kann, die Motoren sind eingefroren und die Zusammenarbeit im Team ist gut“, erklärt der 25-Jährige.

„Ich würde nach jemandem für die Zukunft suchen. Ich würde jetzt nicht in Eile jemanden holen, der am Ende vielleicht der Falsche für Suzuki ist.“ Laut Informationen von ‚Motorsport-Total.com‘ plant Suzuki nicht, einen Ersatz für Brivio einzustellen.

Wrap-Up: Die Experten-Analyse zum ewigen Duell Rossi vs. Marquez