Andrea Dovizioso ist ein Analytiker. Aber aus der KTM-Maschine wird er nicht ganz schlau.

Nach den ersten fünf MotoGP-Rennen hält KTM den dritten Platz in der Herstellerwertung. Der Rückstand auf Yamaha und Ducati beträgt weniger als zehn WM-Punkte. Mit Siegen in Brünn und Spielberg hat die österreichische Marke die Fortschritte bestätigt.

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„Ja, sie haben sich deutlich verbessert. In der MotoGP ist es nicht einfach, so einen Schritt zu machen“, sagt Ducati-Pilot Andrea Dovizioso. Er kämpfte nun nun schon öfter gegen die KTM-Fahrer auf der Strecke.

Dabei ist Dovizioso aufgefallen: „Von außen betrachtet ist die KTM ein etwas seltsames Motorrad. Die Charakteristik ist ganz anders. Sie beschleunigen sehr gut aus der Kurve. Ich weiß nicht warum. Es ist seltsam und ganz anders als bei allen anderen Motorrädern.“

„Dieses Motorrad ist sehr schwierig zu verstehen. Binder fährt momentan noch wie in der Moto2, aber er ist sehr schnell. Pol fährt sehr aggressiv. Manchmal ist er extrem schnell, manchmal verliert er von Runde zu Runde Speed.“

Deswegen ist sich Dovizioso, der als Analytiker gilt, noch nicht sicher, wie er die RC16 einschätzen soll: „Von außen sind die guten und schlechten Aspekte des Motorrads schwierig zu verstehen. Aber klar, sie haben einen großen Fortschritt gemacht.“

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Espargaro: „Vorderradgefühl erlaubt höheren Kurvenspeed“

Von außen betrachtet scheint die KTM eine Mischung zwischen den V4-Motorrädern von Honda und Ducati sowie den Reihenvierzylindern von Suzuki und Yamaha zu sein. Obwohl KTM einen V4-Motor hat, ist man einerseits auf der Geraden schnell, andererseits auch in den Kurven.

Beim zweiten Rennen in Spielberg konnte Pol Espargaro die Ducati von Jack Miller in der schnellen Jochen-Rindt-Kurve angreifen, wo normalerweise Suzuki oder Yamaha einen Vorteil haben. Das spricht für das gute Handling der RC16.

Espargaro bestätigt: „Wir haben ein gutes Gefühl für das Vorderrad gefunden. Dadurch können wir die Bremse etwas früher lösen und etwas mehr Kurvenspeed fahren. Das war in Brünn und in Spielberg unser Vorteil gegenüber den anderen Motorrädern.“

Espargaro: „Würden uns gerne gegen Marquez messen“

Der Spanier glaubt, dass der Fortschritt von KTM auch darin begründet liegt, dass man das komplette Puzzle zusammensetzen konnte: „Es kamen neue Teile beim Chassis, Updates beim Motor und die Elektronik wurde etwas besser.“

„Der neue Reifen hat einigen Werken Probleme bereitet, aber für uns passte es gut. Es passierte nicht alles plötzlich. Wir haben viele Dinge geändert, um so gut zu werden“, lobt Espargaro die KTM-Mannschaft.

Allerdings will er die derzeitigen Erfolge nicht überbewerten: „Es ist schwierig zu glauben, dass wir so schnell sind. Ich möchte nicht negativ sein, weil ich immer positiv bin, aber der beste Fahrer fehlt derzeit. Ich würde uns gerne gegen Marquez vergleichen.“

„Nakagami ist sehr schnell und Marc ist normalerweise deutlich schneller. Sind wir wirklich so gut, wie es scheint? Das ist meine Frage. Ich möchte noch weitere Strecken abwarten. In Jerez waren wir nicht so gut wie in Brünn und Spielberg. Deswegen sollten wir mit den Füßen am Boden bleiben.“