Die 2020er-Aprilia debütiert im Februar beim MotoGP-Test in Sepang: Im Exklusiv-Interview konfrontieren wir Rennleiter Massimo Rivola mit dem Thema Innovationen.

Aprilia arbeitet momentan mit Hochdruck an der 2020er-Version der RS-GP. Damit möchte der italienische Hersteller in eine glanzvolle Zukunft starten. In den vergangenen Jahren fuhr Aprilia in der MotoGP meist hinterher und war zuletzt sogar hinter KTM zurückgefallen. Besonders innovativ soll die 2020er-Aprilia nicht werden, dafür soll sie aber auch deutlich weniger Schwächen haben als die Maschine aus der abgelaufenen Saison.

Im Exklusiv-Interview mit Rennleiter Massimo Rivola sprechen wir über das Thema Innovationen. Würde Aprilia nicht gern aus dem Schatten von Ducati heraustreten und ebenfalls wegweisende Technologien etablieren, wie es Ducati beispielsweise auf dem Gebiet der Aerodynamik getan hat?

„Das würde ich liebend gern sehen, auch wenn wir uns jetzt in einer Position befinden, in der wir nicht zu viel riskieren können“, kommentiert Rivola im Gespräch mit ‚Motorsport-Total.com‘. „Wir sollten nicht vom Weg abkommen. Wir müssen uns auf die Dinge konzentrieren, die funktionieren.“

Aprilia: Drei Innovationen, viele Probleme

„Die Vergangenheit lehrt uns sehr oft. Als Aprilia in die MotoGP einstieg, setzte man auf die legendäre Cube“, erinnert er an den futuristischen Prototyp zu Beginn der MotoGP-Viertakt-Ära. „Das war ein Motorrad mit drei Zylindern. Die Maschine hatte schon damals eine pneumatische Ventilsteuerung und war das erste Motorrad mit einem Ride-by-Wire-System. Zudem verfügte die Maschine über eine Carbon-Kupplung.“

„Das waren drei Innovationen. Rückblickend war es ein Motorrad, das viele Probleme verursachte. Aprilia beendete das Projekt. Es waren zu viele Innovationen“, erinnert sich Rivola. „Ich würde liebend gern auf Innovationen setzen, doch ich muss das Budget für das gesamte Projekt im Auge behalten und darf kein Geld verschwenden.“

Die 2020er-Aprilia soll laut Rivola eine komplette Neukonstruktion sein. Aprilia bleibt dem V4-Konzept treu, ändert aber den Zylinderwinkel . Es wird erwartet, dass die Italiener den Weg von Honda und Ducati einschlagen und einen 90-Grad-V4-Motor bauen.