Auf Top-10-Kurs liegend scheidet Aprilia-Pilot Aleix Espargaro in Silverstone mit einem Motorschaden aus – Teamkollege Andrea Iannone profitiert.

Für Aleix Espargaro hätte es das dritte Top-10-Ergebnis in dieser MotoGP-Saison werden können. Doch am Ende machte dem Aprilia-Piloten mal wieder die Technik einen Strich durch die Rechnung. Auf Platz 10 liegend streikte sein Motor, sodass der Spanier den Großen Preis von Großbritannien in Silverstone knapp zwei Runden vor Rennende aufgeben musste.

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Nutznießer des Motorschadens war ausgerechnet Aprilia-Teamkollege Andrea Iannone, der den zehnten Platz erbte und es damit zum zweiten Mal nach Assen in die Top 10 schaffte. Espargaro schrieb hingegen seinen fünften Nuller in diesem Jahr.

„Ich hatte einen guten Start, verlor aber aufgrund des Sturzes einige Positionen“, blickt der Spanier zurück. In der Startphase des Rennens kollidierten Fabio Quartararo (Petronas-Yamaha) und Andrea Dovizioso (Ducati) spektakulär. „Ich konnte ein paar Fahrer überholen, darunter auch Iannone. Danach war die Pace nicht so schlecht. Sie entsprach mehr oder weniger dem, was ich erwartet hatte“, sagt der Aprilia-Pilot.

Aprilia: Zwei Motorendefekte an einem Wochenende

„Ich kämpfte dann mit (Danilo) Petrucci und meinem Bruder (Pol Espargaro; Anm. d. R.). Es war schwierig, sie zu überholen. Meinen Bruder habe ich dreimal überholt, aber er konnte immer wieder zurückkommen. Das war etwas frustrierend. Denn ich spürte, dass ich die etwas bessere Pace hatte. Am Ende kamen wir (Cal) Crutchlow und (Jack) Miller näher, das Tempo war also nicht schlecht.“

Doch dann ereilte Espargaro der Defekt: „Wie schon am Freitag im Training bekam ich ein Problem mit dem Motor. Er ist einfach ausgegangen. Dass das mit zwei verschiedenen Motoren an einem Wochenende passiert, ist nicht normal. Ich hoffe, die Ingenieure verstehen, was da passiert ist.“

Mit der allgemeinen Renn-Pace war der Aprilia-Pilot zufrieden. „Es war kein herausragendes Rennen. Aber wir befanden uns im 20-Sekunden-Zeitfenster zur Spitze. Das ist kein Desaster. Wir kämpften mit KTM, mit Ducati“, rekapituliert er. „Aber wenn man die karierte Flagge nicht sieht, hat das keine Bedeutung. Hoffentlich haben wir das nächste Mal mehr Glück.“

Iannone: „Verlieren auf der Geraden zu viel“

Glück hatte in Silverstone Espargaros Teamkollege bei Aprilia Andrea Iannone, der durch dessen Ausfall in die Top 10 vorrückte. „Überglücklich bin ich nicht. Aber es lief mit Sicherheit besser als in den letzten Rennen“, erkennt der Italiener Fortschritte.

Diese schreibt er allerdings vor allem der Strecke zu: „Mit dem neuen Asphalt und ohne die Bodenwellen funktionierte unser Motorrad auf diesem Kurs viel besser. Aber wir müssen uns weiter steigern. Auf der Geraden verlieren wir viel, selbst im Vergleich zu meinen Aprilia-Teamkollegen. Das ist ein großes Handicap für mich.“

„Ich habe mehr oder weniger dieselbe Rundenzeit. Aber auf der Geraden verliere ich in der Beschleunigung sehr viel, vielleicht drei oder vier Zehntel“, erklärt der Aprilia-Pilot. „Das wirft mich natürlich zurück. Ohne diesen Nachteil hätte ich hier wahrscheinlich um die sechste, siebte Position kämpfen können.“