Nach den Absagen von Andrea Dovizioso und Cal Crutchlow verrät Aprilia-Rennchef Massimo Rivola, welche Kandidaten für die Iannone-Nachfolge aktuell in der Verlosung sind.

Die Frage, wer in der MotoGP-Saison 2021 zweiter Stammpilot im Aprilia-Team von Fausto Gresinis sein wird, ist spätestens seit Verkündung der vierjährigen Doping-Sperre für Andrea Iannone wieder in aller Munde. Kandidaten gab und gibt es viele. Und laut Aprilia-Rennleiter Massimo Rivola ist schon bald mit einer Entscheidung zu rechnen.

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„Wir sind von der vierjährigen Sperre noch immer sehr enttäuscht. Trotzdem müssen wir sie hinnehmen und nach vorne schauen“, sagte Rivola am Rande des zweiten Valencia-Wochenendes. Iannone wurde dort übrigens als Gast in der Aprilia-Box gesichtet.

Der von Rivola beschworene „Blick nach vorne“ erhielt zuletzt aber einige Einschränkungen. Denn weder Andrea Dovizioso noch Cal Crutchlow kommen als Iannone-Nachfolger in Frage. Beide Routiniers haben sich zwischenzeitlich anderweitig entschieden. So legt Dovizioso eine einjährige MotoGP-Pause ein, während Crutchlow bei Yamaha Jorge Lorenzo als Testfahrer beerbt.

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Lorenzo für Iannone? Espargaro legt Veto ein

Der nun freie Lorenzo käme damit theoretisch auch für Aprilia in Frage. Teamleader Aleix Espargaro hatte sich zuletzt aber deutlich gegen diese Überlegung ausgesprochen. Und das selbst für den Fall, wenn es nur um die Rolle des Testfahrers geht. Wer sind für Rivola damit die Favoriten auf die zweite RS-GP? „Es gibt eine Reihe schneller Piloten, die wir im Hinterkopf haben. Ich denke da etwa an die Moto2 oder auch an die Superbike-WM“, erklärt der Aprilia-Rennleiter gegenüber ‚MotoGP.com‘.

Als mögliche Kandidaten aus der Moto2 gelten Marco Bezzecchi, der am kommenden Wochenende beim Saisonfinale in Portimao einer von vier Titelkandidaten ist, und auch Fabio di Giannantonio. Aus dem Superbike-Feld wurde zuletzt der Name Chaz Davies genannt.

Dagegen gibt es zu Loris Baz entgegen anderslautender Gerüchte keinen Kontakt, stellt Rivola klar. „Mit Loris Baz haben wir nicht gesprochen“, sagt der Aprilia-Rennleiter. Und vermutet, dass es hier eine Verwechslung mit Bezzecchi gab, dessen Name zuweilen als „Bez“ abgekürzt wird.

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„Bezzecchi kommt natürlich allein schon deshalb in Frage, weil er Italiener ist und gezeigt hat, dass er viel Potenzial hat“, bestätigt Rivola. Etwas Definitives kann er vorerst jedoch nicht verkünden: „Ich habe noch keine Antwort. Aber ich gehe davon aus, dass wir sie bald kennen werden.“

Der Umstand, dass Bezzecchi eigentlich auch für 2021 im Moto2-Team VR46 von Valentino Rossi unter Vertrag steht, dürfte dabei kein allzu großes Hindernis sein. Denn dieser Kontrakt könnte notfalls aufgelöst werden, sollte auch „Bez“ die Chance bekommen, nächstes Jahr MotoGP zu fahren. Sein Noch-Teamkollege bei VR46, Luca Marini, fährt 2021 für Avintia-Ducati in der Königsklasse.

Und di Giannantonio würde – nach derzeitigem Stand – 2021 innerhalb der Moto2 von Speed Up zu Gresini wechseln. Nachdem aber auch das Aprilia-Team in der MotoGP von Gresini betrieben wird, gilt auch „Diggia“ als einer der Top-Kandidaten auf die Iannone-Nachfolge…