2021 muss Valentino Rossi seinen Yamaha-Platz für Fabio Quartararo frei machen – laut Casey Stoner hätte Rossi eher abtreten sollen, um sein Ansehen nicht zu gefährden.

Valentino Rossi wird in diesem Jahr seine finale Saison als Yamaha-Werkspilot bestreiten. Das stand schon vor dem ursprünglich geplanten MotoGP-Saisonstart im März fest. Yamaha muss sich auf die Zukunft konzentrieren – und von der wird Rossi kein Teil mehr sein.

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Stattdessen wird der 20 Jahre jüngere Fabio Quartararo Rossis Sitz auf der Werks-Yamaha übernehmen. Unklar ist, ob Rossi seine Karriere im Kundenteam Petronas fortsetzen wird. Kritik kommt dazu jetzt von Ex-Rivale Casey Stoner. Rossi habe seinen Ruf aufs Spiel gesetzt, weil er nicht schon zurückgetreten ist, findet der Australier.

Stoner: Rossi hätte eher zurücktreten sollen

„Wenn er sich schon früher zum Rücktritt entschieden hätte, wäre er eine Legende – was er ja trotzdem ist“, bemerkt Stoner bei ‚Fox Sports‘. „Aber jetzt zeigt er, dass man ihn schlagen kann. Es ist enttäuschend, dass ein Fahrer ins Satelliten-Team abgeschoben wird, den alle haben wollten. Und für den sie früher ein Vermögen bezahlt hätten.“

„Valentino hat nach wie vor das Potenzial, exzellente Ergebnisse zu erzielen. Vielleicht kann er in der Zukunft noch ein paar Rennen gewinnen. Man verliert sein Talent nicht. Aber es ist traurig, dass er nicht wie früher ein Kandidat für Podestplätze ist“, kommentiert Stoner, der 2012 im Alter von 27 Jahren die MotoGP verlassen hat.

Mit Marc Marquez hatte Honda damals einen würdigen Nachfolger verpflichtet. Der heutige MotoGP-Dominator holte gleich in seiner Debüt-Saison den Titel, und setzte sich auch 2014, 2016, 2017, 2018 und 2019 gegen alle Konkurrenten durch. Offen ist, ob Marquez auch so erfolgreich gewesen wäre, wenn Stoner nicht so zeitig abgetreten wäre. Hätte Stoner Marquez schlagen können?

Stoner glaubt: „Ich hätte Marquez schlagen können“

„Diese Frage wird mir immer wieder gestellt. Hätte ich Marc besiegen können? Ja, bei einigen Rennen“, kommentiert Stoner. Und begründet: „Wenn Dovizioso, Lorenzo, Valentino und Pedrosa es geschafft haben, dann hätte ich es auch geschafft.“

„Doch wenn wir über die Meisterschaft reden, dann muss ich sagen, dass Marc extrem konstant war. Vor allem in den letzten Jahren. Er konnte seine Schwächen ausmerzen und wäre schwer zu schlagen gewesen“, vermutet Stoner. Der Australier wurde 2007 mit Ducati und 2011 mit Honda jeweils Weltmeister.