Obwohl Yamaha in der MotoGP-Saison 2020 die Hälfte aller Rennen gewann, schaffte es keiner der Fahrer mit der 2020er-M1 in die Top 5 der Fahrerwertung.

Die MotoGP-Saison 2020 war für Yamaha eine verpasste Chance. Insgesamt sieben Siege aus 14 Rennen zeigen, wie konkurrenzfähig die M1 in der abgelaufenen Saison war. Zurückgeworfen wurde Yamaha durch ein kontroverses Problem mit den Ventilen und die schwankenden Leistungen von Fabio Quartararo und Maverick Vinales.

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„Es war eine heftige Saison für alle Hersteller, Fahrer und Mitarbeiter“, bilanziert Yamaha-Rennleiter Lin Jarvis. „Wir erlebten Höhen und Tiefen. Es ging mit einem großen Hoch los. In Jerez holten wir zwei Mal die beiden ersten Plätze. Doch während wir die Rennen in Jerez gewinnen konnten, erfuhren wir gleichzeitig, was unsere Schwäche in dieser Saison sein wird.“

„Ich rede vom Problem mit den Ventilen, das uns ab dem ersten Rennen Probleme bereitete. Bereits im FP1 hatte Maverick die ersten Probleme. Valentino (Rossi) musste im Rennen aufgeben. Franco Morbidelli schied im zweiten Rennen aus. Diese Schwäche verfolgte uns das gesamte Jahr. Das verhinderte bei einigen Gelegenheiten bessere Ergebnisse, weil wir den Motor modifizieren mussten. Wir mussten ihn kastrieren“, bedauert Jarvis.

„In Valencia bekamen wir die Strafe, die sich auf die Hersteller- und Teamwertung auswirkte, aber zum Glück nicht auf die Fahrerwertung. Es war ein hartes Jahr, die COVID-Situation und unser Problem zu kontrollieren“, kommentiert der Yamaha-Rennleiter. „Es fühlte sich an, als würden wir einen Rucksack mit Zusatzgewichten mitschleppen. Gleichzeitig sahen wir aber viele Siege.“

Die Yamaha M1 war schnell, aber nicht konstant schnell

Mit Siegen in Jerez, Misano, Barcelona, Aragon und Valencia demonstrierten die Yamaha-Piloten, dass die M1 schnell war. „Unser Motorrad war in diesem Jahr stark. Man konnte damit unter vielen verschiedenen Umständen gewinnen. Es war ein bisschen ungewöhnlich, weil das Petronas-Team sechs Rennen gewann und das Werksteam nur ein Rennen gewann“, grübelt Jarvis.

„Wir haben das Ziel nicht erreicht – den Gewinn der Meisterschaft“, gesteht der Yamaha-Rennleiter. „Glückwunsch an Suzuki. Sie waren sehr konstant und haben eine gute Saison gezeigt. Joan Mir zeigte, wie erwachsen er ist. Sie gewannen die Meisterschaft. Aus unserer Sicht war es eine verpasste Chance.“

Ventil-Kontroverse: Keine personellen Konsequenzen

Das Problem mit den Ventilen überschattete die Saison aus Yamaha-Sicht. Konsequenzen wird der Fehler nicht haben. „Wir haben in der Motorabteilung bereits zu Beginn des Jahres Änderungen vorgenommen. Ich rechne nicht mit großen Änderungen in der nahen Zukunft. Der Fehler, den wir in diesem Jahr gemacht haben, wurde bereits vor dem Jahreswechsel gemacht“, schildert Jarvis.

„Er wurde Mitte 2019 gemacht, als unser bestehender Zulieferer nicht mehr die von uns gewünschten Ventile liefern konnte“, präzisiert der Yamaha-Verantwortliche. „Abgesehen vom Problem mit den Ventilen war unser Motor sehr zuverlässig. Einige unserer Motoren haben über 3.000 Kilometer Laufleistung erreicht. Das ist ziemlich beachtlich.“

„Sie mussten diese Laufleistungen erreichen, weil wir einige Motoren aussortieren mussten“, bemerkt Jarvis. Er ist sich bewusst, dass Yamaha Reihen-Vierzylinder-Motor in Zukunft zulegen muss, was die Leistung angeht. „Uns fehlt immer Leistung. Dafür müssen wir bis 2022 warten. Erst dann können wir wieder am Motor arbeiten.“

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