Wurde Francesco Bagnaia in Misano 2 das gleiche Pech zum Verhängnis, das auch seinen Pramac-Teamkollegen Jack Miller aus dem Rennen nahm?

Francesco „Pecco“ Bagnaia war drauf und dran, nur eine Woche nach seinem ersten MotoGP-Podestplatz direkt seinen Premieren-Sieg folgen zu lassen. In Misano lag der Pramac-Ducati-Pilot am Sonntag beim Grand Prix der Emilia Romagna 15 Runden lang in Führung. Dann aber stürzte er in Kurve 6 und verlor dabei nicht nur die Position an Verfolger Maverick Vinales (Yamaha), sondern war aus dem Rennen draußen.

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Den Sturz kommentierte Bagnaia hinterher als „unglaublich“ und machte deutlich, dass er ihn irgendwie nicht wahrhaben will. „Die Daten zeigen, dass die Geschwindigkeit, die Schräglage, die Stellung des Gasgriffs und die Linie genau so waren wie immer. Daher sieht es so aus, dass ich wohl über ein Abreißvisier oder etwas Dreck auf der Strecke gefahren bin.“

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Wurde auch Bagnaia großes Pech zum Verhängnis?

Ein eben solcher Zwischenfall, nämlich das Überfahren eines auf der Strecke gelegenen Abreißvisiers, hatte wenige Runden vor Bagnaias Sturz dessen Pramac-Teamkollegen Jack Miller aus dem Rennen genommen.

Rückblickend hofft Bagnaia regelrecht, dass es auch in seinem Fall so war wie bei Miller. „Wenn es nicht so etwas gewesen sein sollte, wäre ich für die kommenden Rennen besorgt. Denn es war ein Sturz ohne Vorwarnung“, sagt der Italiener.

Bagnaia ist überzeugt, dass er den späteren Sieger Maverick Vinales auch für die zu diesem Zeitpunkt verbleibenden sieben Runden hätte hinter sich halten können. „Ich hatte den Abstand zu Maverick komplett unter Kontrolle. Er hat natürlich stark gepusht. Aber ich war sehr clever unterwegs, um den Abstand zu kontrollieren.“

„Rennen so zu verlieren, ist extrem enttäuschend“

Und im Vergleich zum Samstag, als Bagnaia wegen eines eigenen Fehlers die Pole-Position verloren hat, nagt das Erlebnis vom Sonntag ungleich mehr an ihm. „Gestern habe ich die Pole-Position verloren, weil ich auf die grüne Fläche gekommen bin. Wenn das passiert, wird die Rundenzeit gestrichen. Das ist normal. Doch jetzt das Rennen auf diese Art und Weise zu verlieren, ist extrem enttäuschend.“

Übrigens: Weil nur 13 der 20 gestarteten MotoGP-Piloten ins Ziel kamen, taucht Bagnaia trotz seines Sturzes als 15. im Misano-2-Klassement auf. Einen WM-Punkt bekommt er dafür aber nicht, weil er eben nicht das Ziel erreichte.

Das Gleiche war „Pecco“ schon beim zweiten Saison-Rennen in Jerez widerfahren. Damals tauchte er nach seinem Motorschaden als 14. im Klassement auf, bekam aber die zwei WM-Punkte ebenfalls nicht.

Am Sonntag in Misano freilich ist Bagnaia weit mehr als nur ein WM-Punkt durch die Lappen gegangen. Der Italiener hätte im siebten Rennen der Saison (für ihn war erst das vierte) bereits der sechste unterschiedliche Sieger und der sage und schreibe fünfte Premieren-Sieger in der Königsklasse werden können. So aber ist es Vinales, der als sechster MotoGP-Rennsieger 2020 in den Statistiken auftaucht…