Ben Spies wäre mit seiner Fahrweise gerne auf jene von Bayliss getroffen.

Ende 2008 hing Troy Bayliss seinen Helm an den Nagel und trat beim WSBK-Saisonfinale in Portimao (Portugal) als Weltmeister ab. Sein Nachfolger, Ben Spies, hatte dadurch nie die Chance auf ein direktes Duell.

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Auf die Frage, gegen wen er in seiner aktiven Karriere gern gefahren wäre, überlegt Spies keine Sekunde. „Bayliss!“, verkündet Spies, der nur eine Saison in der Superbike-WM fuhr. Rückblickend bedauert der US-Pilot, dass Bayliss 2009 nur noch Zuschauer war.

„Es wäre sauber, aber auch spannend gewesen, wenn meine Fahrweise auf seine Fahrweise getroffen wäre. Er trat zurück, bevor ich in die Serie kam“, bemerkt Spies, der 2009 als Rookie den Titel holte.

„Ich wusste, dass er genau beobacht, was ich in diesem Jahr mache. Auf Phillip Island überreichte er mir die Trophäe für die Pole-Position. Ich wusste, dass er gern in der Lederkombi stecken würde.“

„Ich hätte mir gewünscht, dass er noch ein Jahr drangehangen hätte. Das hätte Spaß gemacht. Er ist derjenige, gegen den ich gern gefahren wäre“, berichtet Spies. „Es gibt aber noch eine Menge anderer Fahrer, gegen die ich gern angetreten wäre.“

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Die WSBK-Karriere von Troy Bayliss erstreckte sich über zwei Mal drei Jahre und einzelne Auftritte davor und danach. In der Saison 2000 übernahm Bayliss im Ducati-Werksteam die 996 von Carl Fogarty, der seine Karriere verletzungsbedingt vorzeitig beenden musste.

Ein Jahr später sicherte sich Bayliss in seiner ersten kompletten WSBK-Saison den Titel, bevor er 2002 knapp gegen Colin Edwards unterlag und als WSBK-Vizeweltmeister in die MotoGP wechselte. Drei Jahre lang fuhr Bayliss mit überschaubarem Erfolg in der MotoGP und schaffte es mit Ducati vier Mal als Dritter aufs Podium.

In der Saison 2006 kehrte der Australier zurück in die Superbike-WM und holte sofort den Titel. Es folgte eine durchwachsene Saison 2007, bevor er 2008 erneut Weltmeister wurde und die WM-Bühne verließ. Aufsehen erregte Bayliss beim MotoGP-Start in Valencia 2006, als er die versammelte Elite besiegte und seinen einzigen MotoGP-Laufsieg holte. 2015 sprang Bayliss bei Ducati als Ersatz für WSBK-Pilot Davide Giugliano ein.

Spies‘ MotoGP-Karriere hielt ebenfalls Höhen und Tiefen bereit. Bei einigen Rennen konnte der AMA-Serienchampion sein Potenzial andeuten, Verletzungen warfen ihn aber immer wieder zurück. Im Laufe der Saison 2013 verkündete Spies auf Grund einer komplizierten Schulterverletzung seinen Rücktritt.