Er steht nach fünf Rennen auf Rang vier in der WM-Wertung und vergisst manchmal, dass er nicht mehr in der Moto2 fährt.

Als MotoGP-Rookie steht Brad Binder nach fünf von 14 Rennen in dieser Saison auf Platz vier der WM-Tabelle – nur 21 Punkte vom Gesamtführenden Fabio Quartararo (Petronas-Yamaha) entfernt. Auch seinen ersten Sieg konnte der KTM-Pilot bereits feiern, und das in seinem ersten dritten Rennen in der Königsklasse.

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Der Südafrikaner erinnert sich an den Grand Prix von Tschechien in Brünn und schwärmt: „Das ist etwas, von dem man träumt, auf das man hinarbeitet und das man sich immer wieder vorstellt. Aber dass es in meinem dritten Rennen passieren würde, hätte ich nicht für möglich gehalten.“

„Mit einigen der Top-Fahrer zu kämpfen, war ein unglaubliches Gefühl“, sagt der 25-Jährige. „Ich bin sehr glücklich, wie sich die Dinge entwickeln, und genieße mein Leben in der Moto2… ah, MotoGP bisher!“ Vor seinem Aufstieg war Binder drei Jahre in der Moto2 unterwegs, verpasste den WM-Titel mit KTM 2019 nur knapp.

Best of MotoGP: Brad Binder – The Unexpected

Espargaro „großartiger Teamkollege“, Pedrosa „eine Legende“

Umso süßer schmeckte der MotoGP-Sieg in Brünn: „Nicht nur meinen, sondern auch den ersten Sieg für KTM zu feiern, war der Wahnsinn. Seit 2015 sind wir zusammen und haben gemeinsam auf das große Ziel hinarbeitet. Es auf diese Weise zu erreichen, war unglaublich. Und ich hoffe, das ist erst der Anfang“, so Binder.

Mit Pol Espargaro hat er einen erfahrenen Teamkollegen an seiner Seite. Der Spanier baute das MotoGP-Projekt von KTM seit der ersten kompletten Saison 2017 mit auf. „Ich komme wirklich super klar mit Pol“, sagt Binder. „Es ist ein großartiger Teamkollege und ich genieße es, mit ihm eine Box zu teilen.“

Und auch für Testfahrer Dani Pedrosa, der maßgeblich zur Optimierung der RC16 beitrug, hat der Rookie nur Lob übrig. „Er ist eine der Legenden, einer der Fahrer, die gewonnen haben, seit ich mich erinnern kann. Beide haben einen komplett anderen Fahrstil. Mein Ziel ist es, beide zusammenzubringen – weil ich glaube, dass das den stärksten Fahrer ergeben würde“, erklärt Binder.

Binder: „Als Rookie über die WM nachzudenken, wäre verrückt“

Dass KTM mittlerweile das technische Niveau erreicht hat, um weiter ganz vorne mitzuspielen, dessen ist er sich sicher: „Ich weiß, dass unser Paket extrem konkurrenzfähig ist. Das habe ich schon in Jerez gesagt. Ich meinte: Wisst ihr was, Jungs, wenn ich auf der Strecke anderen Fahrer folge, merke ich, dass ich Dinge tun kann, die ihnen offenbar schwerer fallen oder mit denen sie mehr zu kämpfen haben.“

„In den letzten Rennen konnten wir beweisen, dass KTM einen unglaublichen Schritt nach vorn gemacht hat. Sie geben wirklich alles und sie werden damit nicht aufhören, bis sie die Besten der Welt sind“, hält Binder fest. Er selbst ist nun Teil der Erfolgsgeschichte, auch wenn er sich mit der Punktesituation (noch) nicht auseinandersetzt.

„In meinem Rookie-Jahr wird es so viele Aufs und Abs geben. Sich da auf den WM-Kampf zu konzentrieren, wäre verrückt“, findet der KTM-Pilot. „Egal, ob es um einen Top-10-Platz in der Weltmeisterschaft oder den Titel ‚Rookie des Jahres‘ geht, wenn ich mein Bestes gebe, weiß ich, dass uns Gutes gelingen kann.“