Stefan Bradl springt mindestens in Brünn für den verletzten Honda-Werkspiloten Marc Marquez ein. Er hat für sein MotoGP-Comeback ein klares Ziel.

Stefan Bradl gibt an diesem Wochenende beim Grand Prix von Tschechien sein MotoGP-Comeback. Im Honda-Werksteam springt der offizielle HRC-Ersatzfahrer für Marc Marquez ein, der nach seinem „Haushaltsunfall“ vom Montag außer Gefecht gesetzt ist.

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Für Bradl wird das Rennen in Brünn sein erstes MotoGP-Rennen seit er beim Grand Prix von Österreich 2019 zum dritten Mal hintereinander für den damals verletzten Honda-Werkspiloten Jorge Lorenzo eingesprungen war. Insgesamt war Stefan Bradl für Honda in der Saison 2019 bei vier Rennen am Start und fuhr dabei zweimal in die Top 10.

Stefan Bradl: Seine größte Sorge

Was nimmt er sich für sein Saisondebüt 2020 vor? „Mein Plan für dieses Wochenende ist, das Fahrern zu genießen und wieder auf Tempo zu kommen“, sagt Bradl. Und er gesteht: „Meine größte Sorge ist, wie lange ich brauche, um wieder schnell zu sein.“

„Schließlich habe ich jetzt sechs Monate lang kein MotoGP-Bike pilotiert“, denkt der HRC-Testfahrer an die Wintertestfahrten in Sepang zurück. Und er sagt: „Hoffentlich kann ich direkt am Freitag schnell sein. Anschließend wird es natürlich auch darum gehen, das Bike für die Zukunft weiterzuentwickeln. Für mich aber ist es das Wichtigste, hier konkurrenzfähig zu sein, um Honda zu helfen.“

Auf Nachfrage, was er unter „konkurrenzfähig“ versteht, antwortet Stefan Bradl: „Das heißt, dass ich keine drei Sekunden Rückstand habe. Das heißt, dass ich mich in dem Bereich bewege, in dem ich mich im vergangenen Jahr bewegt habe, also zwischen P10 und P15. Die Abstände in der MotoGP-Klasse sind heutzutage derart gering, dass es mein Ziel sein muss, um die Punkteränge mitzufahren.“

Honda-Teammanager Alberto Puig beschreibt Bradls Brünn-Einsatz mit den Worten: „Er ist ein Testfahrer, der logischerweise an das Testen gewöhnt ist. Die Herangehensweise an die Rennwochenenden ist aber eine andere. Er wird hier nicht testen, sondern Rennen fahren. Wir werden aber versuchen, das Beste aus seiner Rolle zu machen, sodass er uns Daten liefern kann.“

Ersatz für Marquez auch in Spielberg? „Möglich“

Stefan Bradl wird in Brünn erstmals mit der Marc-Marquez-Crew rund um Crewchief Santi Hernandez arbeiten. Cal Crutchlow freilich glaubt nicht daran, dass Honda ohne den Starpiloten von der seit Jahren gewohnten Philosophie abweichen wird. „Warum sollten sie ein Bike, das mit einem Fahrer reihenweise WM-Titel gewinnt, verändern?“, so Crutchlow, während Marquez verletzt ausfällt.

Wie hat Stefan Bradl davon erfahren, dass er mindestens am Brünn-Wochenende für den amtierenden Weltmeister einspringen muss beziehungsweise darf? „Alberto hat mich am Montagvormittag angerufen und mir die Situation erklärt“, verweist er auf Teammanager Puig und meint: „Eigentlich ist es immer das Gleiche. Wenn ich gebraucht werde, bin ich bereit.“

„Wie es weitergeht, wird sich zeigen. Alles hängt davon ab, wie Marcs Genesung verläuft. Das ist natürlich das Wichtigste“, so Bradl. Dass er eines oder sogar beide Österreich-Rennen fährt, bezeichnet der Deutsche als „möglich, aber wir müssen zunächst die Updates [zu Marquez‘ Genesung] abwarten. Momentan kann ich dazu nichts sagen“.

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