Die Einen finden die MotoGP ohne Marc Marquez spannend. Den Anderen, wie Casey Stoner, fehlt der Leader in der WM.

Wann Marc Marquez wieder MotoGP-Rennen fahren kann, ist weiterhin offen. In Abwesenheit des Weltmeisters präsentierte sich die bisherige Saison abwechslungsreich. Mit Fabio Quartararo, Brad Binder, Andrea Dovizioso und Miguel Oliveira gab es verschiedene Sieger. Für die Weltmeisterschaft gibt es nach fünf Rennen keinen klaren Favoriten.

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Ex-Weltmeister Casey Stoner findet deshalb, dass es in Abwesenheit von Marquez keinen Fahrer gibt, der das Niveau auf das höchste Level hebt. „An diesem Punkt kann ich eine Kontroverse beginnen, aber ich stimme dem zu“, sagt der Australier.

„Ohne Marc gibt es momentan keinen Leader. Man sieht das an den Ergebnissen und an den Leuten, die auf der obersten Stufe des Podiums stehen. Marc war ein klarer Leader und hat die Meisterschaft auf ein anderes Level gebracht.“

„Als ich noch gefahren bin, waren das Valentino, Jorge, Dani und ich selbst. Wir waren an der Spitze des Feldes. Momentan gibt es keinen Fahrer, der das kann. Niemand zeigt, was man jedes Wochenende tun sollte. Es fehlt die Konstanz.“

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14. Jun

Dazu kommt der Umstand, dass es auf vielen Strecken zwei Rennen gibt. „Man hat das Gefühl, dass sie an einem Wochenende ein halbwegs ordentliches Ergebnis schaffen und beim zweiten dann okay sind. Es ist eine sehr außergewöhnliche Saison, die auch alles durcheinanderbringt.“

Kein Honda-Fahrer hat es in den ersten fünf Rennen auf das Podest geschafft. Dafür setzten sich neben Yamaha und Ducati auch KTM und Suzuki bisher in Szene. Das Feld ist extrem dicht beisammen, weshalb Stoner glaubt, dass man „mit jedem“ Motorrad gewinnen kann.

Stoner: „Wenn man kein Leader ist, ist man Mitläufer“

„Sie sind sich alle sehr ähnlich. Jedes Motorrad hat nur seine eigenen Eigenschaften, wie man den Speed findet. Der große Unterschied ist, dass es keinen Leader für die Leute gibt. Wenn man kein Leader ist, dann ist man ein Mitläufer.“

„Ist man ein Mitläufer, dann muss man sehen, wie ein anderer etwas mit dem Motorrad macht, damit man selbst daran glaubt“, meint Stoner. „Es ist nicht einfach. Ich habe das selbst bei Ducati erlebt. Als ich nicht mehr dort war, hatte Ducati Mühe.“

„Ich bezeichne mich eigentlich selbst nicht als Leader, aber ich habe nie nach nebenan geschaut und gedacht, dass dort das Gras grüner ist. Ich habe mich auf mein Motorrad konzentriert und wie ich den besten Speed damit finde.“

„Und genau das macht Marc. Er kümmert sich nicht um den Rest. Er konzentriert sich nur auf sich selbst und versucht Speed zu finden. Die anderen Leute denken sich: ‚Wenn er das kann, dann kann ich zumindest der Spitze etwas näherkommen‘.“

Das erklärt für den zweimaligen Weltmeister auch die derzeitige Honda-Krise: „Ohne Marc haben sie den Weg verloren, was das Motorrad eigentlich kann.“ Für Honda ist es die längste Serie ohne Podestplatz seit 1982.