In seiner siebten Ducati-Saison muss Chaz Davies Leistung bringen, um seinen Platz bei den Roten zu behaupten: Gelingt dem Waliser 2020 die erhoffte Steigerung?

Die WSBK-Saison 2020 könnte für Chaz Davies die letzte im Ducati-Werksteam werden. Vorausgesetzt, dem Waliser gelingt es nicht, sich im Vergleich zu 2019 zu steigern. Als WM-Sechster blieb Davies im Vorjahr recht deutlich hinter den Erwartungen zurück. Und musste zudem im Kampf gegen Teamkollege Alvaro Bautista so manche Niederlagen einstecken. Im zweiten Jahr mit der V4-Ducati will der dreimalige Vize-Champion jetzt wieder zu alter Stärke finden.

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Die Saison 2020 ist dabei wohl ganz entscheidend, wie es mit Davies‘ Karriere weitergeht. Wie kommt er mit diesem Druck zurecht? „Jede Saison ist wichtig. Es ist egal, ob ich einen Vertrag für die kommende Saison habe. Wenn ich ein mieses Ergebnis erziele, dann reise ich immer schlecht gelaunt nach Hause“, stellt der Ducati-Pilot klar.

„Ich zählte mich nie zu den Fahrern, die gute Leistungen bringen, weil sie einen neuen Vertrag wollen. Ich gebe immer, in jeder Situation und in jedem Rennen mein Bestes. Wenn das reicht, ist das toll. Und wenn nicht, dann habe ich wenigstens mein Bestes gegeben“, bemerkt Davies.

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13. Feb | 3:00 Min

Noch keine neuen Vertrags-Gespräche mit Ducati

„Die neue Saison ist entscheidend, genau wie jede andere auch“, hält der 30-malige WSBK-Laufsieger fest. Gab es bereits Gespräche mit Ducati über die Zukunft? „Wir haben noch nicht miteinander gesprochen. Es ist noch zu früh. Wir müssen erstmal in die Saison starten. Und ich brauche ein paar Rennen, um alles zu verstehen“, kommentiert er.

Mit Scott Redding hat Davies wieder einen neuen Teamkollegen. Und bei den bisherigen Tests war der Neuzugang konstant schneller als Davies. „Bei den Tests konzentrierte sich jeder auf seine Arbeit. Ich schaute nicht auf ihn und denke auch nicht, dass er sich an mir orientiert hat. An den Renn-Wochenenden werden wir vermutlich mehr Informationen austauschen“, so Davies.

Für die Entwicklung der Panigale V4R dürfte Redding vor allem auf Grund seiner Statur hilfreich sein. „Vom Gewicht her sind Scott und ich ähnlicher, aber nicht vom Fahrstil. Scott fährt ähnlich wie Alvaro“, vergleicht Davies. „Er hat eine andere Fahrweise als ich. Doch das Gewicht ist wichtig. Es hilft bei der Arbeit an der Balance.“

Was traut er Ex-Kollege Bautista bei Honda zu?

Ex-Teamkollege Bautista wechselte nach nur einem Jahr zu Honda. Bei den Winter-Tests debütierte er auf der neuen Fireblade. „Ich habe sie nicht ein Mal auf der Strecke gesehen“, gesteht Davies, der sich aber über das gesteigerte Interesse von Honda freut.

„Sie nehmen es ernst, hatten viele japanische Ingenieure vor Ort. Sie haben sich einige Jahre lang nicht sonderlich bemüht“, blickt Davies zurück. „Jetzt aber nehmen sie es wirklich ernst. Aber im Moment sind Prognosen schwierig. Sie müssen Erfahrungen mit ihrem Motorrad sammeln und auf verschiedenen Strecken fahren.“

Ablenken lässt sich Davies vom neuen Honda-Projekt aber nicht. „Ich schenke ihnen keine Aufmerksamkeit. Ganz egal, ob sie schnell sind oder nicht. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass sie ab einem gewissen Zeitpunkt schnell sein werden.“