Laut Aleix Espargaro wäre ein Vertrag für den Ex-WSBK-Piloten „ein schönes Geschenk“. Und der Aprilia-Teamleader verrät, wer seine Wunschkandidaten gewesen wären.

Nach wie vor ist offen, wer bei Aprilia Nachfolger von Andrea Iannone wird. Durch das harte Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs CAS ist die MotoGP-Karriere von Iannone praktisch beendet. Eigentlich hatte Aprilia Cal Crutchlow als Plan B vorgesehen. Doch der Brite wollte das Iannone-Urteil nicht abwarten und unterschrieb als Testpilot bei Yamaha.

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Wer pilotiert in der MotoGP-Saison 2021 also die zweite Aprilia? „Für das Aprilia-Management ist es im Moment nicht einfach. Es ist eine schwierige Entscheidung“, weiß Aleix Espargaro, der für 2021 bereits gesetzt ist. Der Spanier hätte am liebsten wieder mit Iannone zusammengearbeitet, um keine Zeit bei der Entwicklung zu vergeuden.

„Ich weiß, wie schwierig es ist, sich an die Aprilia zu gewöhnen. Deshalb wäre die beste Option gewesen, mit Iannone weiterzumachen. Weil er das Motorrad kennt und mir von Beginn an hätte helfen können“, erklärt Aleix Espargaro. Die Routiniers Andrea Dovizioso und Cal Crutchlow wären für den Spanier ebenfalls gute Teamkollegen gewesen.

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Espargaro wünscht sich erfahrenen Aprilia-Kollegen

„‚Dovi‘ war die beste Alternative, doch er ist nicht mehr verfügbar. Cal war auch eine gute Option, weil er sehr viel Erfahrung hat und ein schneller Fahrer ist“, kommentiert Espargaro.

„Momentan gibt es nicht viele starke Fahrer mit Erfahrung in der MotoGP. Deshalb ist es die beste Entscheidung, einen jungen Fahrer zu nehmen. Man sieht, wie schnell Mir und Quartararo sind, obwohl sie erst eineinhalb Jahre hier fahren“, hält er fest.

Aprilia hat die Fühler in der Moto2 ausgestreckt und zeigt Interesse an Marco Bezzecchi und Fabio di Giannantonio. „Beides sind sehr schnelle Fahrer. Bezzecchi könnte in diesem Jahr Weltmeister werden, hat aber kein MotoGP-Bike für die kommende Saison. Ich denke, es wäre gut für Aprilia, einen Italiener zu haben“, bemerkt Espargaro.

„Ich wäre etwas enttäuscht, weil sie mir nicht von Beginn an helfen können. Es sieht so aus, als ob ich in der kommenden Saison ertsmal auf mich alleine gestellt bin, was die Entwicklung der Maschine angeht. Das ist überhaupt nicht gut, aber so ist die Situation“, so der ehemalige CRT- und Open-Champion.

Chaz Davies: MotoGP-Aufstieg mit 34 Jahren?

Nachdem feststeht, dass Cal Crutchlow 2021 kein MotoGP-Stammpilot sein wird, kommt jetzt ein anderer Brite ins Spiel. Chaz Davies ist für kommendes Jahr noch ohne Job, könnte also zweiter Aprilia-Pilot werden. Hintergrund: Für die Dorna ist es wichtig, einen britischen Fahrer in der MotoGP zu haben. Sonst drohen Probleme mit ‚BT Sport‘, die im Vereinigten Königreich die Motorrad-WM übertragen.

„Chaz ist ein guter Kerl, wir kommen gut miteinander klar. Aber ich weiß es nicht. Ich lasse Aprilia ihre Arbeit machen“, kommentiert Aleix Espargaro. „Es wäre ein schönes Geschenk für ihn, für ein MotoGP-Werksteam zu fahren. Aber ich weiß nicht, ob sich Aprilia für einen Fahrer aus der Superbike-WM oder für einen jungen Fahrer entscheidet. Ich denke, sie schauen sich alle Optionen an.“

Überhaupt nicht überzeugt ist Aleix Espargaro von Jorge Lorenzo. „Es stimmt, dass ich dagegen bin. Ich habe gesagt, dass ich habe Zweifel habe, ob er körperlich und mental bereit ist für ein Projekt wie Aprilia. Wir sind nicht Yamaha, das sind meine Bedenken. Ich denke nicht, dass Lorenzo momentan eine Option für Aprilia ist“, stellt Espargaro klar.